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Noch mehr Vitamin D einnehmen?
Aus Puls vom 30.11.2015.
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ETH empfiehlt noch höhere Vitamin-D-Zufuhr

Während der Winterzeit ist die Sonne zu schwach, damit die Haut ausreichend Vitamin D produzieren kann. Besonders älteren Frauen wird deshalb die Einnahme von Vitamin D empfohlen. Jetzt empfehlen Experten der Zürcher ETH, die Dosis bei ihnen noch deutlich zu erhöhen.

Kommen Frauen in die Wechseljahre, nimmt die Östrogenkonzentration, die in jungen Jahren für starke Knochen sorgt, ab. Ältere Frauen haben deshalb ein erhöhtes Risiko, Muskelkraft und Knochenmasse zu verlieren, leichter zu stürzen und sich dabei schneller Knochen zu brechen.

Studien haben gezeigt, dass Senioren ab 65 von einer Vitamin-D-Zufuhr profitieren und sich die Anzahl Stürze und Brüche um ein Drittel reduziert. Eine neue Studie unter der Leitung von ETH-Professor Michael B. Zimmermann propagiert nun bereits für Frauen nach den Wechseljahren, also ab ca. 50, eine Vitamin-D-Supplementierung – und zwar mit doppelter Dosis. Ziel bei diesen Frauen müsse ein Blutserum-Wert von 40 Mikrogramm pro Liter sein.

Altersforscherin und Vitamin-D-Expertin Heike Bischoff-Ferrari vom Universitätsspital Zürich kann diese Empfehlung zum jetzigen Zeitpunkt nicht unterstützen: «Die heutigen Empfehlungen von einem gesunden Blutwert von 20 Mikrogramm pro Liter basieren auf viel grösseren Patientenzahlen von über 30'000 Personen über 65 Jahren. Und vor allem auch im Hinblick auf das Knochenbruchrisiko, das der viel gewichtigere Endpunkt einer Studie ist als das was auf der Ebene Knochen- und Kalzium-Einbau stattfindet, kann die kleine Untersuchung an 24 Frauen die heutigen Empfehlungen nicht kippen.»

Vitamin D-Mangel – die Empfehlung

Das Bundesamt für Gesundheit und Vitamin-D-Spezialisten raten der breiten Bevölkerung, im Winter zusätzlich über Lebensmittel oder Präparate Vitamin D einzunehmen. Die Empfehlung ist umstritten und wird z. B. von vielen Hausärzten so nicht unterstützt. Sie argumentieren: Der Nutzen für die breite Bevölkerung sei noch zu wenig erwiesen, die Langzeiteinnahme noch zu wenig untersucht, und eine flächendeckende medizinische Massnahme stosse immer auf Abwehr, sei also nicht realistisch.

Einig sind sich die Ärzte darin, dass eine regelmässige Vitamin-D-Einnahme sinnvoll ist:

  • für Risikogruppen wie Menschen mit Knochenkrankheit, Schwangere, Übergewichtige, dunkle Hauttypen, bei längerer Einnahme von Cortison und im hohen Alter, da die Haut weniger Vitamin D bildet
  • bei schwerem Vitamin-D-Mangel = Blutserum-Spiegel unter 10 Mikrogramm pro Liter
  • wenn konkrete Beschwerden wie muskuläre Schwäche und Knochenschmerzen ohne andere Ursache auftreten.

Vitamin D-Mangel – die Folgen

Lange zeigten sich die Folgen eines Vitamin-D-Mangels vor allem bei Kindern mit Rachitis. Bei Rachitis sind die Knochen zu weich und deshalb verkrümmt. Die Ursache: Wegen Vitamin-D-Mangels nimmt der Knochen zu wenig Kalzium auf. Heute gilt als gesichert, dass Vitamin D wichtig ist für die Gesundheit der Zähne, der Knochen und der Muskulatur. Im Alter fördert ein Mangel Stürze, Osteoporose und Knochenbrüche. Möglicherweise hat Vitamin D noch weitere Eigenschaften, die aber noch nicht restlos geklärt sind.

Vitamin D-Mangel – die Ursache

Wichtigste Vitamin-D-Quelle ist das in der Haut mit UVB-Licht gebildete Vitamin D. Es genügt, wenn im Sommer etwa dreimal pro Woche Gesicht und Hände an die Sonne kommen, wofür schon alltägliche Gänge im Freien genügen.

Im Winter sieht die Situation in unseren Breitengraden aber anders aus. Heike Bischoff-Ferrari erklärt: «Von Ende Oktober bis Ende April haben wir in ganz Europa wenig Möglichkeiten, über die Sonne Vitamin D zu produzieren. Auch ein sonniger Sommer hilft nicht, weil die Halbwertszeit von Vitamin D nur drei bis sechs Wochen beträgt. Das heisst, wir sind dann etwa fünf Monate im Winter mit Vitamin D unterversorgt.» Als Alternative zur Vitamin-D-Supplementierung käme für die Geriaterin nur ein radikaler Schritt in Frage: «Wir müssten ganz Europa über den Breitengrad 33 bringen, weil wir dann auch im Winter ausreichend Sonnenexposition hätten, um Vitamin D in der Haut zu produzieren – also sprich mindestens Umzug nach Marokko im Winter.» Natürlich funktioniere aber auch eine Ferienreise in Äquatornähe zur Winterhalbzeit.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Bezahlen die Steuern zahlenden BürgerInnen die teuren ETH-Forschenden tatsächlich für solche "Weisheiten"! Das "Klimakterium" für/bei Mann und Frau, ist ein normaler Prozess auf dem Weg ins Alter und keine "Seuche"! Je weniger sich die Medizin, mittels pharmazeutischen Produkten/Hormonen, in diesen normalen Prozess einmischt, umso besser. "Gesunde, vielfältige Ernährung" - ohne Chemie "en masse = LW -, viel Bewegung in der Natur, Zufriedenheit!Homöopathische Unterstützung bei Disharmonien!
  • Kommentar von Peter Meier , Zürich
    Ich hab ziemlich genaubis zu "24 Frauen" gelesen, den Rest schmunzelnd übersprungen. Der Prof. scheint tolle Kontakte zu haben - anders kann ich mir die Publicity hier nicht erklären.
    1. Antwort von Hanspeter Müller , Bern
      Die 24 Frauen ist ja nicht das Einzige zum schmunzeln. Kein Wort davon, wie die Ausgangslage bezüglich Osteoporose, Ernährung, Jahreszeit, Rauchen etc war.Alles Faktoren die den Vit D Stoffwechsel ziemlich mitbeeinflussen. Ohne Berücksichtigung dieser Faktoren und mit nur 24 Frauen kann gar keine sinnvolle statistische Aussage gemacht werden. Die Studie handelt zudem davon einen Blutwert zu verändern. Ein Blutwert allein heisst aber noch nichts über den Gesundheitszustand. Medizin a la ETH eben.
  • Kommentar von Kurpfuscher , Schweiz
    vitamin d wird aus cholesterin gebildet, cholesterinsenker werden von der altergruppe 65+ schon beinahe flächendeckend geschluckt und schon ein sonnenstrahl ohne sonnencrème gilt als gesundheitsschädigend - gott muss eins an der waffel haben, ein so unvollkommenes sesen zu schaffen, es lebe die arme pharmaindustrie und viel spass beim pillenschlucken