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Cholesterin: Gefährlich oder gesund?
Aus Musikwelle Magazin vom 21.03.2016.
abspielen. Laufzeit 04:50 Minuten.
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Gutes Cholesterin, böses Cholesterin

Bei Blutfettwerten ist jeweils von «gutem» und «schlechtem» Cholesterin die Rede. Was unterscheidet HDL von LDL – und was macht das eine so toll und das andere so schlimm?

«Cholesterin» (oder Cholesterol) ist für viele bloss der Inbegriff einer ungesunden Ernährungsweise. Dabei ist es ein natürlicher Bestandteil unseres Organismus und essenziell für sein Funktionieren. Ohne Cholesterin gäbe es zum Beispiel keine männlichen Hormone. Auch für die Arbeit der Galle und unsere Körperzellen ist Cholesterin erforderlich – ebenso wie für die Vitamin-D-Produktion.

Den grössten Teil des Cholesterinbedarfs – rund 90 Prozent – produzieren wir selber in der Leber, den Rest nehmen wir über die Nahrung auf. Je nachdem, wie viel Cholesterin über die Nahrung in den Körper gelangt, passt die Leber die Ausschüttung an. Da Cholesterin nicht wasserlöslich ist, wird es im Blut in der Form von Lipoproteinen transportiert. Womit wir bei den sogenannten «guten» und «bösen» Formen des Cholesterins angelangt wären:

Empfohlene Blutfettwerte

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  • Gesamtcholesterin

    unter 5 mmol/l

  • LDL-Cholesterin

    unter 1,8 mmol/l

  • Triglyzeride

    unter 1,7 mmol/l

  • HDL-Cholesterin

    über 1 mmol/l

Low density Lipoproteine (LDL) transportieren das in der Leber produzierte Cholesterin ins Gewebe.

High Density Lipoproteine (HDL) sind für den Transport von überschüssigem Cholesterin in die Leber zuständig.

Grundsätzlich erfüllen somit LDL wie HDL eine absolut sinnvolle, natürliche Funktion und sind per se weder gut noch böse – dass Cholesterin so verteufelt wird, «ist wahrscheinlich einer der grössten Fehler, die die Medizin je produziert hat», sagt Reinhard Imoberdorf, Chefarzt an der Klinik für Innere Medizin am Kantonsspital Winterthur.

Wirklich kritisch sei Cholesterin nur für Menschen, die an familiärer Hypercholesterinämie leiden und deren Cholesterinspiegel deshalb extrem hoch ist. Gesunde müssen sich jedoch vor Cholesterin nicht fürchten. «Wenn wir älter werden, nimmt die Konzentration des Cholesterins im Blut zu. Studien haben gezeigt, dass ein erhöhter Cholesterinwert im Alter gar lebensverlängernd ist», so Reinhard Imoberdorf. Für ihn gilt: Für gesunde Menschen haben Cholesterinwerte keinerlei Aussagekraft, sondern seien lediglich Werte, an denen Industrie und Medizin wider besseren Wissens immer noch festhielten.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Viele Menschen ernähren sich einseitig und ungesund, was den Cholesterinspiegel erhöhen kann, da die Leber-Gallenfunktion überfordert wird und deshalb zu wenig Cholesterin abgebaut wird. Hinzu kommt vielfach ein Bewegungsmanko. Nicht nur der Genuss zu vieler tierischer Fette, sondern auch ein hoher Zuckerkonsum (versteckte Zuckerarten in Lebens- und Genussmitteln) führen zu gesundheitlichen Problemen. Medikamente sind daher teure Übelbekämpfer!
  • Kommentar von Joachim Froelich , 40878 Ratingen
    Für alle, die genetisch an zu hohen LDL-Werten leiden.....statt Haferflocken morgens 2 oder 3 Esslöfel Haferkleie zu Obst-Milchprodukten mischen - und anschliessend natürlich Wurst und Käse mit hohem Fettgehalt meiden! Es gibt soviele leckere, gute Produkte, die man dafür geniessen kann - wer dann noch regelmässig Ausdauertraining betreibt hat mit Cholesterin überhaupt keine Probleme! Aber bitte damit nicht solange warten bis so mit ca. 60 Jahren die Herzkranzgefässe stenosiert sind!
  • Kommentar von Simon Hirschhofer , Zürich
    Haha, Ohne Cholesterin wären eure Zellmembranen in etwa so flüssig wie Olivenöl - stellt euch mal die Sauerei vor... Ich esse täglich mindestens zwei Eier und meine Werte könnten im Bilderbuch stehen :)
    1. Antwort von D.Thrum , Zürich
      Der Körper stellt das Cholesterol, dass er benötigt, selbst her, er braucht also keine Eier oder sonstige extra Quellen dafür. Von da kommen ja erhöhte Cholesterinwerte...