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Neue Hepatitis-C-Medikamente
Aus Puls vom 09.02.2015.
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Hepatitis C – Die heilenden Medikamente gibt es nicht für alle

Hepatitis C kann über Jahrzehnte zu einer Leberzirrhose führen. Die bisherige Therapie hilft nur rund der Hälfte der Patienten und kann starke Nebenwirkungen auslösen. Neue Medikamente können die Krankheit jetzt aber nebenwirkungsarm heilen. Sie werden allerdings nur den Schwerkranken vergütet.

Hepatitis C wird oft als stille Epidemie bezeichnet. Die Krankheit bereitet in vielen Fällen nach der Ansteckung kaum Probleme und schlummert so Jahre bis Jahrzehnte im Körper. Ärzte und Bundesamt für Gesundheit gehen von rund 80‘000 Infizierten in der Schweiz aus. Die Dunkelziffer ist aber hoch, so dass aktuell nur rund 33‘300 Erkrankungen tatsächlich gemeldet sind.

Das Virus wurde erst 1989 entdeckt. In den 1980er-Jahren haben sich viele Menschen vor allem durch infizierte Blutkonserven angesteckt. Seit diese getestet werden, ist die Ansteckung auf diesem Weg praktisch ausgeschlossen. Da das Virus nur über Blut übertragen wird, besteht eine Infektionsgefahr vor allem durch gemeinsam benützte Spritzen beim Drogenkonsum und zum Beispiel beim unsauberen Tätowieren im Ausland. Bei der Geburt kann es in seltenen Fällen zu einer Übertragung von der Mutter aufs Kind kommen. Eine sexuelle Übertragung ist eher selten.

Eine Impfung gibt es bisher nicht. Neben den teuren, neuen Medikamenten, die aber nur Patienten bezahlt bekommen, die bereits schwere Leberveränderungen haben, existiert als Alternative die Therapie mit Interferon-Spritzen. Sie dauert allerdings ein Jahr und ist teilweise von heftigen Nebenwirkungen begleitet. Bei einem milden Verlauf der Krankheit wurde und wird mit einer Interferon-Therapie deshalb auch relativ lange zugewartet.

Variabler Krankheitsverlauf

Man sieht einem Patienten nicht an, ob die Hepatitis-C-Erkrankung langsam und mild verläuft, oder ob sie schnell und heftig voranschreitet. Rund ein Drittel entwickelt im Verlauf der Erkrankung schwere Leberschäden bis zur lebensbedrohenden Leberzirrhose. Alter, männliches Geschlecht, Alkoholkonsum und Übergewicht sind allerdings bekannte Co-Faktoren, die den Verlauf der Hepatitis C beschleunigen können.

Über die Zeit schädigen die Viren die Leberzellen, was zur Narbenbildung an der Leber führt. Diese wird durch den Prozess hart und unbeweglich und kann im Endstadium die lebenswichtigen Funktionen nicht mehr wahrnehmen. Zwischen 2008 und 2012 starben in der Schweiz pro Jahr durchschnittlich 63 Menschen durch Leberzirrhose aufgrund einer chronischen Hepatitis C. In der gleichen Zeit sind durchschnittlich 32 Menschen pro Jahr an den Folgen von Leberkrebs durch eine chronische Hepatitis C gestorben.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von marcus lüscher , bastel
    Ich habe erst vor kurzem die Standardtherapie abgeschlossen. Bei mir ist die Hepatitis C ganz weg. Begleitet war die Therapie von heftigen Nebenwirkungen. Nein war nicht schön. Auch die Therapie hat schon annähernd 40.000 gekostete. So ganz unverständlich finde ich das nun nicht, dass die Kassen sagen warten wir ab das Medikament wird sicher billiger.
    1. Antwort von Ricardo Goldenstein , Delmenhorst
      Was für neben Wirkungen sind das
  • Kommentar von Toni Kohler , Basel
    Die Standart-Therapie mit Interferon wirkt bei mir (aus genetischen Gründen) nicht. Für die anderen Therapien komme ich laut BAG nicht in Frage, weil meine Leber noch zu wenig geschädigt ist und ich erst noch einen falschen und in Europa seltenen Typus der Krankheit habe. Kurz: Ich bin der Gesellschaft keine 20 000 Franken wert, trotz Krankenversicherung und Zusatzversicherung. Dass die neuen Hep C Medikamente so teuer sind, ist nicht meine Schuld, aber ich trage die Folgen.
    1. Antwort von morgenluft , zurich
      Wie auch meine Mutter... Erst wenn es zu spät ist.... um das Portemonnaie derer dicker zu machen welche schon mehr Geld haben als sie ausgeben können. Südafrika wollte ein generika selber produzieren um die Aids epidemie einzudämmen, ex Präsident Busch verbot es aus dem Grund der freien Marktwirtschaft. Das ist Kapitalismus, des Menschen Wert am Wert seines Besitzes zu messen.
    2. Antwort von Nicola Harrison , Nussbaumen bei Baden
      Nicht Medikamente - diese "heilen" die Symptome! Der pH-Wert der Körperflüssigkeiten wirkt sich auf jede einzelne Zelle des Körpers aus. Der menschliche Stoffwechsel ist auf ein basisches Milieu angewiesen. Chronische Übersäuerung führt zu einer Schädigung der Gewebe und auf Dauer zur Störung aller Zellaktivitäten und -funktionen, vom Schlagen des Herzens bis zu den Gehirnströmen. Mit anderen Worten: Übersäuerung stört das Leben selbst.
  • Kommentar von Marc Annaheim , Olten
    Es ist sehr schade dass nur die Leute behandelt werden die nicht an der Schwelle zur Zirrhose stehen. Ein Hepatitis-c Verlauf kann manchmal auch plötzlich von langsam zu schnell übergehen und es wird auf dem Rücken der erkrankten gespart, leider.