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Legende: Wichtig ist, wo die Pfunde sitzen. Bauchfett ist ungesünder als solches an Po oder Oberschenkeln. imago
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Im Alter besser mollig als mager?

Der 50. Geburtstag ist ein besonderer Moment im Leben. Nicht selten gewinnt man ab dann nicht nur an Lebenserfahrung hinzu, sondern auch an Körpergewicht. Das muss nicht schlecht sein – solange der Zuwachs im Rahmen bleibt.

Starkes Übergewicht ist schlecht für die Gelenke und fördert Herzkreislaufprobleme und Diabetes. Doch gerade im Alter ist auch das andere Extrem, das Untergewicht, gefährlich. «Das Idealgewicht zu finden, ist nicht einfach», sagt Hausarzt Christoph Stirnimann. «Dieses hängt stark vom Körperbau, von den Lebensumständen und möglichen Erkrankungen ab. Das wichtigste Indiz für das Idealgewicht ist, wenn sich die Person wohlfühlt und so selbständig wie möglich ist.»

Untergewicht im Alter ist ein häufiges Problem. Einsamkeit und Schwierigkeiten mit dem Essen wirken sich rasch auf das Gewicht aus. Bei einer Mangel- oder Unterernährung beginnt der Körper damit, sich die nötigen Nährstoffe aus dem eigenen Gewebe zu nehmen. Er baut sich quasi selber ab. Dies führt wiederum zu Krankheiten, Verlust der Selbständigkeit und erhöhter Sturzgefahr.

Die guten und die schlechten Seiten des Übergewichts

Übergewicht dagegen fördert auch im Alter Krankheiten und Beschwerden. Christoph Stirnimann betont jedoch, dass er mit älteren Patienten grosszügiger ist als mit jüngeren, was das Gewicht betrifft. Die Lebensqualität sei ausschlaggebend.

Wen die Extrapfunde jedoch stören, dem rät Ernährungsberaterin Beatrice Konrad: «Wer auch nach 50 sein Idealgewicht behalten will, muss sich mehr bewegen. Über das Essen allein lässt sich das nicht erreichen.»

Dass sich der Bauch im fünften Lebensjahrzehnt gerne rundet und man auch ohne geänderte Essgewohnheiten Jahr für Jahr ein, zwei Kilo mehr auf den Rippen hat, liegt am natürlichen Alterungsprozess: Der Körper verliert Muskelmasse und benötigt dadurch weniger Energie. Wer weiterhin gleich viel isst, nimmt logischerweise zu.

Fettreserven für den Krankheitsfall

Kommt hinzu, dass sich der Hormonhaushalt in dieser Lebensphase markant verändert: Den Frauen mangelt es am Östrogen, den Männern am Testosteron. Und bei beiden sinkt kontinuierlich der Spiegel des fettabbauenden Wachstumshormons Somatropin.

«Übergewicht» ist allerdings nur eine Sicht der Dinge. «Man könnte auch sagen, dass der Körper sein Gewicht besser verteidigt. Denn Untergewicht ist im Alter ein erhebliches Krankheitsrisiko», so Beatrice Konrad. Wird der Mensch im Alter krank, stehen ihm so mehr Reserven zur Verfügung. Und nicht zuletzt unterstützt das Östrogen im Fettgewebe auch den Kalziumeinbau in die Knochen: Etwas «festere» Frauen haben folglich ein tieferes Osteoporoserisiko.

So bleibt das Gewicht im Rahmen

Etwas mehr Gewicht schadet im Alter also nicht unbedingt. Damit es aber bis ins Rentenalter nicht gleich 20 oder 30 Kilo mehr werden, lohnt es sich, einige Punkte zu beachten:

  • Regelmässig essen – aber erst dann, wenn die vorangehende Mahlzeit verdaut ist. Dafür die Anzahl Mahlzeiten pro Tag reduzieren.
  • Fettgehalt der Speisen reduzieren, Proteingehalt steigern. Schon beim Frühstück auf eiweissreiche Nahrungsmittel achten – ein Milchkaffee und ein Butterbrot sind zu wenig.
  • Zurückhaltung bei kleinen Snacks zwischendurch. Kuchen, Schokolade, Getreideriegel etc. sättigen nicht und sind wahre Kalorienbomben.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von T.Dainty , AG
    1.Was leider,typischerweise,nicht erwähnt wird,ist,das Untergewicht meist nichts mit Unterernährung zutun hat. 2.Das gegenteilige Wort von mager wäre im uebrigen fett,nicht mollig. Wenn schon abwertend,dann bitte fair.
  • Kommentar von Nicola Harrison , Nussbaumen bei Baden
    Übergewicht hat eine Ursache - der Körper bindet Säuren, die nicht über die 4 (Atmung, Haut, Niere und Darm) Ausscheidungsorgane ausgeschieden werden, in Fett. Mehr Eiweiss und weniger Fett??? Nein, der Körper braucht Chlorophyll, Omega Öle, aktives Wasser und Natursalz in jedem Alter - Bewegung auch aber lediglich um den basischen Haushalt zu unterstützen!
    1. Antwort von W. Meier , BL
      Was für ein esoterisches Geschwurbel! Chlorophyll brauchen höchstens die grünen Marsmännchen.
    2. Antwort von Tom rosen , Erlenbach
      Chlorophyll, Omega Öle, aktives(?) Wasser und Natursalz? Chlorophyll könnte man ja aus gewissen Blättern und Grässern chem. extrahieren, aktives Wasser gibt's jedoch nicht. Wasser ist nur reaktiv (nicht radio- sondern gravitorisch). Und natürlich ist quasi jedes Salz, das man frei kaufen kann. Künstliches Salz ist extrem teuer und nur industriell in Gebrauch. Es wäre so schön, wenn man sich nur qualitativ basiert äussern würde, statt halbwissend.
  • Kommentar von F. Limacher , Zürisee
    Ich gehe da nicht einig mit Frau Konrad, dass es ab 50 mehr Bewegung braucht um nicht übergewichtig zu werden. Angepasste Essgewohnheiten fördern die Gesundheit viel mehr als der Ausgleich durch Bewegung. Mit mehr Bewegung lässt sich eine ungesunde oder nicht ausgegliche Ernährung nicht beschönigen ... Eine allfällige Anpassung der Essgewohnheiten, macht da schon viel mehr Sinn und ist sehr wohl auch von der Veranlagung abhängig !
    1. Antwort von J.B. Chardin , Basel
      Bewegung tut zum einen der Gestalt des Körpers gut... die Muskeln straffen, sonst sieht man aus wie ein mit Wasser gefüllter Luftballon... Bewegung ist auch mehr oder weniger das einzige Mittel gegen Osteoporose. Klar will das niemand gerne hören - Bewegung muss man eben auch tun, und da kommt die Bequemlichkeit gerne dazwischen. Aus Erfahrungen von Skitourenwochen:Trotz dem gruusigen Hütten-Frass ging's einem aufgrund der Bewegung wunderbar, was nicht heissen soll, die Nahrung zu vernachl.
    2. Antwort von D.Thema , Zürich
      @Chardin: Bewegung ist definitiv notwendig für einen gesunden Körper - aber es ist einfach kein Mittel zum Abnehmen (und das Thema hier lautet ja Übergewicht). 95% des Gewichtsverlustes hängen mit Ernährungsumstellung zusammen, nicht Sport. Sie können noch so viel Sport treiben, wenn sie dauernd Zucker in sich hereinschieben (Fertigprodukte, Süssgetränke, Frittiertes) werden sie trotzdem nicht abnehmen.
    3. Antwort von Eduard Biner , Zermatt
      Ich denke, es braucht wohl beides: eine gesunde und massvolle Ernährung und genügend Bewegung.