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Musikalische Früherziehung
Aus Puls vom 27.01.2014.
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Musik macht nicht schlau

Wer seine Kinder früh musikalisch fördert, sollte das frei von nutzenorientierten Hintergedanken tun. Der häufig erhoffte Intelligenz-Zuwachs wird ausbleiben.

In den 90er-Jahren zeigte ein Experiment, dass das Hören von klassischer Musik Schulkindern beim Aufgabenlösen half. Der Geburtsmoment des Mythos «Musik macht Kinder schlau!» So sind denn auch Musikkurse für Kleinkinder, zum Beispiel in Form musikalischer Früherziehung, bei Eltern sehr beliebt.

US-Forscher der Harvard University wollten der Sache auf den Grund gehen und haben sämtliche verfügbare Literatur nach Beweisen durchsucht, ob Musik Kinder schlau macht oder nicht. Das Ergebnis: höchst vielfältige, oft widersprüchliche Daten, ohne klaren Beweis für oder wider die These.

Vier Bereiche getestet

In einer eigenen Studie untersuchte das Team nun 75 vierjährige Kinder, die es entweder in eine sechswöchige Musikschulung oder in einen sechswöchigen Kunstunterricht schickte. Der dritte Teil der Gruppe erhielt weder Musik- noch Kunststunden. Nach Ablauf der sechs Wochen wurden die Kinder zu einem Test gebeten, in welchem Fähigkeiten geprüft wurden, von denen angenommen wird, dass sie vom Musikunterricht positiv beeinflusst werden. Konkret: Mathematik, Sprache, visuelle Analyse und räumliches Vorstellungsvermögen.

Das Ergebnis: In keinem der vier Gebiete schnitten die musiktrainierten Kinder merklich besser ab als ihre ungeschulten Altersgenossen. Auch der Kunstunterricht zeigte keinen messbaren Effekt.

Fazit der Autoren: Es spricht nichts dagegen, Kinder früh musikalisch zu fördern – ein über die Musikalität hinaus gehendes «Gehirn-Pimping» sollte man sich davon allerdings nicht erhoffen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von p.keller , kirchberg
    Fussball spielen macht auch nicht schlau.
  • Kommentar von René Schaad , Bottighofen
    Eins ist sicher und das schleckt keine Geiss weg: Kinder, die ein Instrument lernen, wissen im Schulunterricht wenigstens, was ÜBEN bedeutet, wissen auch, dass Erfolge sich nicht nur nach einmaligem Sichten und möglichst viel Spass einstellen.
  • Kommentar von R. Gfeller , Bern
    Hört doch auf mit den überrissenen Erwartungen an eure Kinder. Wenn die Kinder Spass an der Musik haben schön, wenn nicht sollen sies lassen. Lasst die Kinder Kinder sein, der Leistungsdruck kommt noch früh genug. Auch Einstein war schlecht in der Schule. Neugier, Interesse und Freude sind wichtig, nicht Frühförderung. Mir kommt es so vor, als müssten heutige Kinder oft das unzufriedene Leben der Eltern kompensieren und als Statussymbol herhalten.
    1. Antwort von Lucas Kunz , Sallneck
      Kinder haben in der Regel Lust und Freude am Musizieren und Spielen. Leistungserwartung haben vielleicht die Eltern. Bei den Profis in der vorschulischen musischen Erziehung ist sie eigentlich unbekannt.
    2. Antwort von Kiesel Stein , Gäbi
      das einstein in der schule schlecht war, ist leider nur ein populärer irrtum. wenn jemand, der in vielen anderen fächern eine 6 hat und in mathe "nur" eine 4.5, wird er sagen, dass er schlecht in mathe war. und er glaubt das auch. viele andere würden seine mathenote mit handkuss nehmen. so war das auch bei einstein.