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Sexualaufklärung auch für Kindergärtler
Aus Club vom 03.06.2014.
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Sexualerziehung: Alle wollen das Gleiche – nur anders

Die Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» ist anfangs Jahr formell zustande gekommen. Seither kreuzen Befürworter und Skeptiker einer staatlichen Sexualerziehung ihre Klingen. Was für die einen Gründlichkeit ist, ist für die anderen Sexualisierung.

Kinder bis 9 Jahre sollten in der Schule nur gerade vor Unholden gewarnt werden. Prävention gegen Kindsmissbrauch. In diesem Unterricht darf es allerdings nicht um Sex gehen. Dann zwischen 9 und 12 sollen Kinder auf freiwilliger Basis an einem Sexualunterricht teilnehmen dürfen.

Ab dem 12. Lebensjahr werden die Schüler schliesslich im Rahmen des regulären Biologieunterrichts ganz pragmatisch an die Prozesse menschlicher Fortpflanzung herangeführt. Das in aller Kürze sind die Bestandteile der Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule».

Auf Seiten der meisten Fachleute provoziert die Initiative Kopfschütteln, bisweilen gar Entsetzen. Im Zusammenhang mit der Schulreform «Lehrplan 21» soll Sexualunterricht in Zukunft obligatorisch werden.

«Ein Holz-Penis hat im Kindergarten nichts verloren»

Schaut man sich indes die unterschiedlichen Standpunkte an, merkt man rasch: auch am Dienstagabend in der SRF Gesprächs-Sendung «Club» stehen sich keine Todfeinde gegenüber. Kaum jemand aus dem Interessenskreis der Schutzinitiative bestreitet die Notwendigkeit einer sexuellen Aufklärung von Kindern und Jugendlichen. Und auch Kindergarten-Fachleute halten Kunststoffgenitalien nicht zwingend für ein geeignetes didaktisches Instrument.

«Ein Holz-Penis hat im Kindergarten nichts verloren», sagt Pamela Lepri. Die Familienfrau, Kindergärtnerin und Sexualpädagogin rückt eine Sexualerziehung ins Zentrum, die tagtäglich stattfindet und sich meistens an den Fragen der Kinder orientiert und natürlich an deren Entwicklungsstand.

Sexuelle Orientierung für Kindergärtler uninteressant?

Der Vorgang an sich missfällt dem Initiativ-Komitee nicht. Das Kind habe ein Anrecht auf eine altersgemässe Aufklärung, ist Helene Koch-Schmutz überzeugt. Die Familienfrau und Mitglied des Befürworter-Komitees möchte nur sicherstellen, dass der diesbezüglichen Erhellung der Kinder und Jugendlichen vor allem innerhalb der Familie Rechnung getragen wird.

Dass demgegenüber vom Staat bestellte Fachleute Kinder und Jugendliche während der Schule unnötig «sexualisieren», ist für den Co-Präsidenten der Initiative zu vermeiden. Der baselstädtische SVP-Nationalrat Sebastian Frehner hält es für verfehlt, dass «ein vierjähriges Kind den Unterschied zwischen hetero- und homosexuell lernen muss.»

«Sex: ein Thema wie jedes andere»

Den Gegnern der Initiative missfällt die Aufladung des Themas mit moralischen Wertfragen. Für Jürg Brühlmann ist eine offene Sexualaufklärung ein Aspekt des staatlichen und familiären Bildungsauftrags. Der Leiter der pädagogischen Arbeitsstelle des Schweizerischen Lehrerverbands hält Sexunterricht für so selbstverständlich wie Medien-, Natur- und Umweltpädagogik.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan L , Aarau
    Altersgerechte Aufklärung ist wichtig, nicht nur in Biologie. Viel schlimmer finde ich wenn kleine Jungs bereits im Kinderwagen mit Chäpselipistolen alles "abknallen" was ihnen in den weg kommt. Pistolen sind so normal wie andere Spielzeuge. Später sind es Videogames womit die neuen Verbrecher, Mörder und Kriegstreiber herangezüchtet werden. Und niemanden stört es. Ich erkläre meinen Jungs lieber wozu der Penis ist anstatt wofür es Waffen gibt. Make love, not war!
  • Kommentar von Sutter Rebecca , 9405 Wienacht
    als Mama fühle ich mich absolut kompetent einzuschätzen,wann meine Kids welches Wissen brauchen.Genauso möchte ich sie schützen vor aufdringlicher Wissensvermittlung, welche sie irritiert und sie nicht oder noch nicht wissen möchten. Im Minimum muss die Sex.aufklärung,welche über den Biologiekundeunterricht hinausgeht, freiwillig sein. Wo bleibt da die Individualität und das Wohl des Kindes ?
    1. Antwort von p.keller , kirchberg
      Ich stimme mit Ihnen völlig überein. Dennoch würde ich meine Kinder niemals 'kids' nennen, denn dies ist im Grunde genommen ziemlich abwertend.
  • Kommentar von Marianne Roe , Gwatt
    Das ganze ist wieder einmal aufgegriffen worden, weil es ganz wenige, meist Einwanderer, gibt, die ihre Kinder nicht erziehen. Die zuständigen Behörden + die Gutmenschen haben aber keinerlei Mut und Durchsetzungsvermögen diesen Menschen beizubringen wie hier Kinder erzogen werden müssen. Im Gegenteil haben sie Angst nicht mehr als Gutmenschen zu gelten, wenn sie einmal nein sagen müssen. Deshalb macht man heute lieber dem ganzen Volk Vorschriften statt starke +intelligente Leute einzustellen.