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Legende: Der Bug der Titanic auf dem Meeresgrund. Die Tage des berühmten Wracks sind gezählt. Keystone
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Erst gesunken, dann zerfallen Die Titanic verschwindet zum zweiten Mal

Seit über 100 Jahren liegt die Titanic auf dem Meeresgrund – und zerfällt. Wie lange wird es das Wrack noch geben?

Das Wichtigste in Kürze

  • Eisenbakterien nagen am Schiffswrack der Titanic.
  • Das Schiff zerfällt deshalb schneller als bisher angenommen.
  • Forscher entdeckten neue Bakterienarten am Schiffswrack.

Jahrelang suchte man nach den Überresten der Titanic. Fündig wurde ein Expeditionsteam im Jahr 1985. Es entdeckte, dass ein grosser Teil des Bugs noch intakt war und aufrecht auf dem Meeresboden liegt.

Tauchroboter fanden im Innern des Schiffes sogar noch die grossen Kronleuchter aus der 1. Klasse und eine grosse Menge an Gegenständen wie Geschirr, Spiegel und Möbel.

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Titanic
06:23 min
abspielen. Laufzeit 06:23 Minuten.

Bald nur noch ein Trümmerfeld

Doch der Zahn der Zeit nagt stark an solchen Schiffswracks. Chemische Korrosionsprozesse wie Rostbildung zersetzen ein Wrack mit etwa 0.1 Millimeter pro Jahr. Die dünnsten Stahlplatten an der Aussenhaut der Titanic sind allerdings stattliche 25 Millimeter dick – und könnten über lange Jahre halten.

Allerdings sind es nicht nur chemische Prozesse, sondern auch biologische Vorgänge, die am ehemaligen Luxusdampfer nagen. Eisenfressende Bakterien, sogenannte Eisen-Oxidierer, sorgen zusätzlich für eine schnelle Zerstörung des Wracks.

Einige Experten befürchten, es könnte schon in 10–20 Jahren auseinanderfallen. Andere sind optimistischer und hoffen, dass die Titanic noch weitere hundert Jahre auf dem kalten Meeresgrund überdauert.

Rusticles – Zapfen aus Rost

Fest steht: Die Tage des Schiffswracks sind gezählt. Bis es komplett zerfällt, sorgen die Bakterien aber für neue Strukturen in der dunklen und bizarren Unterwasserwelt.

Ausgehend von Metallteilen – wie etwa dem Anker – wachsen Zapfen in die Länge. Sie sind zusammengesetzt aus rostähnlichen Substanzen, aus Eisen in verschieden oxidiertem Zustand.

Legende: Dieses Stück der Titanic wurde geborgen. Der Rest des Wracks auf dem Meeresgrund wird von Mikroorganismen zersetzt. Keystone

Die Form der Zapfen erinnert ein wenig an Eiszapfen. Sie werden deshalb Rusticles genannt – ein Kofferwort aus Rost (rust) und Eiszapfen (icicles).

Der gesunkene Koloss

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Im Innern dieser Strukturen leben zahlreiche Mikroorganismen und oxidieren das Eisen mit Hilfe von Sauerstoff. Forscher nahmen Proben von diesen Rusticles und entdeckten dabei auch ganz neue Arten wie das Bakterium Halomonas titanicae.

Herausforderung für die Archäologen

Der Zerfall von gesunken Schiffen geht unterschiedlich schnell voran. Eisen hält sich relativ lange, so sind auch zahlreiche Schiffe aus dem Zweiten Weltkrieg noch einigermassen in ihrer Struktur auf dem Meeresgrund vorhanden.

Anders sieht es bei Holzschiffen aus. Im salzigen Meerwasser wird das Holz innert kurzer Zeit von Schiffsbohrwürmern zerfressen, so dass von älteren Holzschiffen in der Regel nur noch die Ladung übrig bleibt. Einzig im Süss- oder Brackwasser können solche Wracks lange überdauern, hunderte bis tausende von Jahren.

Sendung: Radio SRF 1, 1.11.2017, 13.15 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von peter dübi  (pitsch II)
    wenn sie in einem bericht über die Titanic, welche 3500m. unter dem Meeresspiegel liegt, ein bild mit einem taucher zeigen, der max. ca 60m. tief tauchen kann - ist das sorgfältiger journalismus? von ihnen bin ich in der regel weit besseres gewohnt, was ich auch sehr schätze! beste grüsse, Peter dübi.
    1. Antwort von SRF Kultur (SRF)
      Danke für den Hinweis. Das Bild zeigt einen Bestandteil der Titanic, der 1998 geborgen und später versteigert wurde. Die irreführende Bildunterschrift wurd korrigiert.
  • Kommentar von Rolf Bolliger  (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Es ist schade, dass nach der Entdeckung des Wracks (1985) nicht nach wichtigen und erhaltenswerten Gegenständen gesucht wurde und die Fundgegenstände an die Oberfläche geborgen wurden! Der Untergang des damals grössten und teuersten Luxus-Dampfschiffes "Titanic", hätte eine Teilbergung verdient! Heute 33 Jahre später sind Bergungen leider nicht mehr möglich, weil alles vom Meerwasser und den Bakterien zerfressen oder sogar völlig zerstört wurde!
  • Kommentar von Michael Räumelt  (Monte Verita)
    Man achte auf das Ergebnis.. Amateure haben die Arche gebaut, und Profis die Titanic.
    1. Antwort von Alex Bauert  (A. Bauert)
      Man achte auf den Unterschied: Die Arche ist ein (religiöser) Mythos, die Titanic ein real existierendes Schiff ;-)
    2. Antwort von Thomas Wieder  (Thomas W.)
      Aber mit der Titanic ist der quasi - religiöse Mythos der menschlichen Allmacht gesunken.