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Mensch Weniger Zeitstress – so entschleunigen Sie

Die Zeit läuft uns ständig davon. Über die Hälfte der Mitteleuropäer gibt an, zu wenig Zeit zu haben. Zeitforscher Marc Wittmann und Dokumentarfilmer Florian Opitz, der einen Film zum Thema Zeitmangel realisiert hat, geben Tipps, wie man die Zeit besser in den Griff bekommt.

Die Zeit auf der Uhr läuft immer genau gleich schnell. Trotzdem gibt es Momente, in denen die Zeit wie im Flug vorbeigeht und dann wiederum Phasen, in denen Sekunden zu Stunden werden können. «Es ist vor allem die Aufmerksamkeit, die unser Gefühl von Zeit moduliert», erklärt Zeitforscher Marc Wittmann. «Wenn ich auf die Zeit achte, dann vergeht sie ganz langsam. Wenn ich aber abgelenkt bin, vergeht sie sehr schnell». Was sehr trivial klingt, ist ein wichtiger Schlüssel, um dem Zeitstress ein Schnippchen zu schlagen. Damit wir nicht ständig das Gefühl haben, dass uns die Zeit davonläuft, rät Wittmann, sich regelmässig einige Minuten Zeit zu nehmen. Die Arbeit hinzulegen, sich von allen Umgebungsreizen zu befreien, durchzuatmen und die Zeit so bewusst zu spüren.

Zeit sparen heisst verzichten

Wer mehr Zeit haben will, kommt aber auch nicht umhin, sich von Zeiträubern zu entledigen. Das musste auch Florian Opitz lernen. Der deutsche Dokumentarfilmer litt ständig unter Zeitmangel. Um herauszufinden warum, begab er sich mit der Kamera auf die Suche nach der verlorenen Zeit und realisierte schliesslich den Dokumentarfilm «Speed», Link öffnet in einem neuen Fenster.

Heute unterbindet er den Zeitstress, indem er abwägt, was wirklich wichtig ist. «Man muss Entscheidungen treffen und auf bestimmte Dinge verzichten», resümiert Opitz. Es raube sehr viel Zeit, immer etliche Optionen abzuwägen. Man solle sich besser auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren und bewusst Zeit dafür einsetzen. Opitz ist überzeugt, dass man sich so von den Fesseln des Zeitstresses befreien und deutlich glücklicher werden kann.

Weitere Tipps zum Entschleunigen

Hier finden Sie einige weitere Vorschläge, wie Sie Ihr Alltagstempo drosseln und entspannt entschleunigen können:

  • Kopf leeren: Man muss lernen, nach einem Arbeitstag abzuschalten und die Probleme im Büro zu lassen. Sonst werden sie zum ständigen Begleiter. Statt den Abend mit Freunden zu geniessen und sich auf gemütliche Gespräche fernab des Arbeitsalltags einzulassen, bleibt man gedanklich noch immer bei der Arbeit - der Stress wird zum Dauerbegleiter.
  • Auszeiten nehmen: Jeder Mensch braucht Momente für sich, Momente zum Entspannen. Das können längere Phasen (Urlaub) oder auch nur kurze Entspannungsphasen sein (z.B. ein heisses Bad, Joggen im Wald, dem Feuer im Holzofen zuschauen). Wichtig ist, dass beispielsweise das Smartphone mit den Geschäftsmails nicht dabei ist. Denn auch wenn Sie die Mails nur flüchtig checken, führt das automatisch dazu, dass Sie gedanklich wieder bei der Arbeit sind.
  • Zwischendurch einmal nichts tun: Handy weg, Computer weg, nichts lesen, nichts hören, einfach zum Fenster hinausschauen und nachdenken. Die Stille wird helfen, die Zeit bewusst zu spüren und etwas zu verlangsamen.
  • Vergessen Sie Multitasking: Der Begriff Multitasking bezeichnete ursprünglich die Fähigkeit eines Computers zwei oder mehrere Arbeitsprozesse gleichzeitig zu erledigen. Wir Menschen sind keine Computer und deshalb auch nicht Multitasking-fähig. Konzentrieren Sie sich auf eine Aufgabe. Sobald diese abgeschlossen ist, widmen Sie sich der nächsten. Das gilt unter anderem auch für E-Mails: Wer E-Mails jeweils sofort bei Erhalt bearbeitet und dafür alles stehen und liegen lässt, ist deutlich gestresster als Personen, die sich ein paar Mal am Tag bewusst Zeit für die eingegangenen Mails nehmen.
  • Unpünktlichkeit einplanen: Wer es nur mit Ach und Krach pünktlich zu einem Termin schafft, ist automatisch gestresst. Planen Sie Ihren Tag deshalb sorgfältig und rechnen Sie beispielsweise Staus mit ein. Wer zu früh bei einem Termin erscheint und noch Zeit findet, einen Kaffee zu trinken, ist automatisch entspannter. Fest eingeplante Pufferzeiten in der Agenda können dabei helfen.

«Einstein»-Spezial

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«Einstein»-Spezial
Legende: SRF

Zeit vergeht - Zeit versklavt - Zeit prägt, am 2. Januar 2014 um 21 Uhr auf SRF 1 bei «Einstein».

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8 Kommentare

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  • Kommentar von M. Haener , Büsserach
    ''Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst Du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, den nächsten Atemzug, den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur den nächsten.'' Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: ''Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.'' (Momo, Michael Ende)
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  • Kommentar von Roland Burkhardt , DK-9560 Hadsund
    Warum die Sache nicht umdrehen und bewusst feststellen, dass die Zeit wohl vergeht, aber auch dauernd neue Zeit kommt. Sich nicht den Kopf zerbrechen über die vergangene oder gar verschwendete Zeit, sondern bewusst die Verwendung der kommenden Zeit planen und auch geniessen. Sich von der täglichen Hektik einfach treiben lassen, empfinde ich als reine Zeitverschwendung.
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  • Kommentar von Havanovo , Manila
    FASTEN 1. Nach zwei Tagen laesst das Hungergefuehl nach. Es kommt eine angenehme Muedigkeit auf, die bleibt. Ich fuehle mich um zwanzig Jahre aelter und entsprechend verlangsamt. Beim Laufen... in der Wahrnehmung... beim Reagieren. Auch das Ego laesst nach (wie schoen =). Am Morgen will ich zwar aufstehen und mich waschen, dann aber nur noch stundenlang in einem Strassencafe sitzen und zuschauen, was rundherum geschieht.
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