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Biodiversität verbessern Diese Haufen helfen Hermelinen

In Gebieten, die landwirtschaftlich stark genutzt werden, fehlt es etwa Wieseln, Echsen und Spinnen an Unterschlupfmöglichkeiten. Erstmals zeigen Schweizer Experimente: menschengemachte Ast- und Steinhaufen helfen.

In der Schweiz gibt es zwei Wieselarten: das Hermelin und das Mauswiesel. Es sind zwei der vielen Tiere, die unter der Landwirtschaft leiden. Helfen sollen Ast- und Steinhaufen. Die Haufen sollen einen Rückzugsort bieten – wo sich Tiere verstecken, Junge aufziehen, oder in Ruhe jagen können.

Als Biologe Andrin Dürst ein Projekt leitet, das Wieselpopulationen mit eben solchen Haufen fördern will, merkt er: Eigentlich weiss man gar nicht, ob die Haufen tatsächlich etwas bringen. Forschung muss her.

Ein Tag-Team zum Wohl der Schweizer Wiesel

Also wechselt Andrin Dürst vom Wiesel-Förderprojekt in die Forschung. Er startet ein Doktorat an der Universität Bern und untersucht gemeinsam mit anderen Forschenden, ob die Haufen bringen, was sie versprechen: mehr Wiesel in der Schweiz. Dafür vergleicht er Gebiete, in denen es menschengemachte Ast- und Steinhaufen gibt, mit Gebieten, in denen solche Haufen fehlen.

Um die flinken Tiere ausfindig zu machen, engagieren Dürst und Team Spürhunde, die darauf trainiert sind, Wieselkot zu finden. Auch zum Einsatz kommen Fotofallen in Kisten mit Tunneln, die die Wiesel gerne erkunden.

In zwei Studien zeigen Dürst und sein Team: Die Haufen nützen. In Regionen, in denen es menschengemachte Schutzstrukturen für die Wiesel gibt, sind die Hermeline mehr als doppelt so zahlreich wie in vergleichbaren Regionen. Für die Mauswiesel gibt es zu wenig Daten – so selten sind sie.

Dennoch ist Dürsts Fazit eindeutig: «Mit diesen Studien können wir erstmals belegen, was Fachleute schon lange vermutet haben: dass die Kleinstrukturen die Biodiversität fördern und somit auch einen Nutzen haben für die Umwelt.»

Schweizer Wieselexpertin begrüsst die Studien

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Frau hält ausgestopfte Wiesel in den Händen.
Legende: Jessica Baumgartner

Die Studien von Andrin Dürst und Team seien wichtig, bestätigt die Schweizer Wieselexpertin Cristina Boschi.

Seit 14 Jahren setzt sich die Wildtierbiologin beruflich für das Hermelin und das Mauswiesel ein. Sie war auch an der Entwicklung der Haufen-Forschungsprojekte beteiligt und begleitet das Projekt als Expertin.

Aktuell baut sie eine nationale Koordinationsstelle für kleine Säugetiere auf, unter anderem für das Wiesel. «Wir haben schon lange auf die Bedeutung der Kleinstrukturen als Unterschlupf für Wiesel hingewiesen», erzählt Cristina Boschi.

Erste Haufen extra für die Wiesel wurden in der Schweiz schon vor rund 20 Jahren gebaut, führt die Wieselexpertin weiter aus. «Was aber immer ein bisschen gefehlt hat, ist der ultimative wissenschaftliche Beweis, dass es wirklich so ist». Und den habe man nun.

Die Studien dürften auch Landwirtinnen und Landwirte freuen, erzählt Andrin Dürst. Hermeline ernähren sich von Mäusen. Diese wiederum können auf den Feldern stören, da sie die Wurzeln von Pflanzen fressen und Erdhaufen hinterlassen. Das Hermelin aber frisst so viele Mäuse, dass es den Bestand kontrolliert. Happy End also, was die Hermeline betrifft. Aber was ist mit den vielen anderen Tieren, für die es zu wenig Unterschlupfmöglichkeiten gibt?

Haufen für die Spinnen, Echsen und Käfer

Auch Zauneidechse, Laufkäfer und Spinnen könnten von den Haufen profitieren. In einer aktuellen Studie untersuchen Andrin Dürst und Team, ob die Haufen auch diesen Tieren nützen. An 14 Standorten im Schweizer Mittelland haben sie für weitere Untersuchungen Stein- und Asthaufen gebaut.

Der Nachweis, ob die Tiere in diesen Regionen überhaupt verbreitet sind, ist nicht weniger aufwändig als bei den Wieseln: Käfer und Spinnen müssen die Forschenden in Fallen fangen. Im Anschluss identifizieren Dürst und Team im Labor, um welche Arten es sich handelt. Für die Reptilien mussten die Forschenden sogar die Gebiete ablaufen und Tiere zählen.

Nun werten die Forschenden die bereits gesammelten Daten aus. Etwas kann Andrin Dürst schon verraten: «Für die Reptilien können wir ganz klar sagen, dass diese Haufen einen positiven Effekt haben.»

Auch wenn weitere Analysen noch ausstehen, ist klar: Die Haufen allein werden nicht alle bedrohten Tierarten in der Schweiz retten. Aber sie könnten ein wichtiges Puzzleteil sein bei der Erhaltung der Biodiversität.

SRF 1, Tagesschau, 23.2.2026, 19:30 Uhr

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