Anders als Menschen haben die meisten Säugetiere Tasthaare. Diese sind dicht mit Hautrezeptoren durchsetzt und dienen der taktilen Wahrnehmung. «Während die Tasthaare im Gesicht von Ratten und Mäusen sehr gut untersucht sind», so Lena Kaufmann vom Niederländischen Institut für Neurowissenschaften, «wussten wir bisher verblüffend wenig darüber, wie viele andere Tiere ihre Tasthaare nutzen».
Tasthaare unterscheiden sich deutlich von Art zu Art. Nager etwa bewegen ihre Tasthaare aktiv, um ihre Umgebung zu erkunden. Elefanten hingegen können ihre Haare nicht aktiv ansteuern.
Wie Kaufmann und ihre Kollegen in einer aktuellen Studie berichten, haben die Dickhäuter offenbar eine andere Lösung entwickelt. Diese liegt im Haar selbst. Genauer gesagt in seinen Materialeigenschaften.
Im Gegensatz zu den ganzheitlich steifen Tasthaaren von Nagern, weisen jene auf einem Elefantenrüssel eine steife Basis auf und gehen dann in eine weiche Spitze über. Und genau dieser Verlauf soll Elefanten ihren erstaunlichen Tastsinn verleihen.