Vor rund 100 Millionen Jahren, in der Kreidezeit, zogen riesige Haie und Reptilien durch die Ozeane. Solche Wirbeltiere liegen an der Spitze der Nahrungskette und galten lange als die Top-Prädatoren ihres Zeitalters. Forschende in Japan zeigen nun, dass auch wirbellose Meerestiere wie Oktopusse wichtige Jäger waren.
Legende:
Nicht nur riesige Haie und Reptilien waren die Top-Prädatoren der Kreidezeit – auch 19 Meter lange Riesenkraken gehörten zu den mächtige Meeresjägern. (Illustration aus der Studie)
Yohei Utsuki/Hokkaido University
Bis jetzt war das unklar, denn von diesen beeindruckenden Organismen bleibt als Fossilien wenig übrig. Weichtiere wie Oktopusse haben nur ein hartes Element in ihrem Körper: den sogenannten Hornschnabel, der wie ein Kiefer funktioniert. Das Forschungsteam um Shin Ikegami hat sich Fossilien genauer angeschaut. So konnten sie die Körpergrösse der Riesenkraken abschätzen: Sie errechneten Längen von bis zu 19 Metern.
Legenden der Seeungeheuer
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Legende:
Zeichnung «Colossal Octopus» eines Seeungeheuers von 1801.
Pierre Denys de Montfort/Wikipedia
In Seefahrtlegenden aus aller Welt tauchen mythische Ungeheuer auf. Besonders in Erzählungen aus Norwegen und Island wird vom «Kraken» berichtet: ein gigantisches Wesen, das mit seinen Tentakeln ganze Schiffe in die Tiefe zieht.
Solche Mythen zeugen von der Angst und Faszination des Unbekannten in den Tiefen der Ozeane. Vermutlich stammen diese Legenden von gesichteten Riesenkalmaren oder deren angeschwemmten Körperteilen.
Das Team analysierte auch die Abnutzung am Hornschnabel und kam zum Schluss: die weichen Riesen waren einst gewaltige Jäger. Sie konnten Knochen und harte Muschelschalen zerdrücken. Sie nutzen wohl ihre acht flexiblen Arme, um die Beute festzuhalten. Solches Verhalten erinnert nicht nur an mythische Seeungeheuer, es zeugt auch von fortgeschrittener Intelligenz.
Unterschied zwischen Kalmar und Oktopus
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Kopffüsser, sogenannte Cephalopoden, sind eine Klasse mariner Weichtiere. Sie umfassen Oktopusse, Sepien, Kalmare und den Nautilus, der als einziger in einer Schale lebt. Sepien und Kalmare besitzen acht Arme und zwei zusätzliche, längere Tentakel, während Oktopusse nur acht gleichlange Arme haben. Mit dem Begriff «Krake» wird umgangssprachlich der Oktopus gemeint.
In der Kreidezeit waren Kopffüsser viel Artenreicher als heute. Dennoch leben auch heute noch beeindruckende Formen: Riesenkalmare erreichen Längen von bis zu 13 Metern.