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Orang Utan Backup-Population
Aus Kultur Extras vom 09.11.2018.
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Vom Aussterben bedroht Datingportal Zoo – die letzte Hoffnung für Orang-Utans?

Stirbt der wildlebende Orang-Utan aus? Zoos bereiten sich auf dieses Szenario vor. Und verkuppeln die Affen untereinander.

In 50 bis 100 Jahren wird der Orang-Utan ausgestorben sein. Zumindest wenn die Ausbreitung der Palmöl-Plantagen, der illegale Holzschlag und der Tierhandel nicht bald gestoppt werden.

Das sind die düsteren Prognosen der Orang-Utan-Forscher. Es ist ein Szenario, das sich niemand wünscht. Und doch bereiten sich die Zoos weltweit darauf vor.

Backup-Population

Rund 900 Orang-Utans leben weltweit in Zoos. Sie werden international koordiniert, damit sie eine überlebensfähige Population bilden.

Eine «Backup-Population», wie es die Forscher nennen. Diese könnte ausgewildert werden, falls die wildlebenden Orang-Utans ausgerottet würden.

Legende: Zoos koordinieren europaweit eine sogenannte Backup-Population für Orang-Utans, damit sie nicht aussterben. Getty Images / Robertus Pudyanto

So tauschen Zoos innerhalb Europas regelmässig Tiere untereinander aus, koordiniert vom Zoo Karlsruhe. Dort wird bestimmt, wer mit wem Nachwuchs zeugt, damit ein möglichst breiter Gen-Pool bestehen bleibt.

Allerdings würde es viele Jahre dauern, bis aus den Zootieren Wildtiere würden. «Unsere Orang-Utans sind sich an das 5-Sterne-Hotel Zolli gewöhnt», sagt Adrian Baumeyer, Affenkurator des Zoos Basel.

Er rechnet damit, dass es zwei oder gar drei Generationen brauchen würde, bis die Zootiere genügend an das Leben in freier Wildbahn gewöhnt wären.

Die Orang-Utans sind nicht die einzigen Zootiere, die als Backup-Population gepflegt werden. «Traurigerweise trifft das auf fast alle Tiere im Zoo zu», sagt Baumeyer. «Seien das Elefanten, Zwergflusspferde oder Somali-Wildesel.»

Bei den Orang-Utans ist die Situation allerdings besonders dramatisch. Weil Orang-Utan-Weibchen nur alle acht Jahre ein Baby gebären können, kann sich eine einmal dezimierte Population kaum mehr erholen.

Legende: Orang-Utans leben auf Borneo und Sumatra. Doch auch da sind sie bedroht, weil der Urwald schwindet. Getty Images / Paula Bronstein

Aktuell leben nur noch geschätzte 70’000 Tiere auf Borneo und Sumatra. Das sind die einzigen Lebensgebiete der Orang-Utans.

Leider ist die Hoffnung, dass sie dort auch in 50 Jahren noch genügend Urwald vorfinden werden, nicht sehr gross.

Auch Baumeyer beschäftigt diese düstere Perspektive. «Es stimmt schon nachdenklich», sagt er, «dass die mögliche Ausrottung einer der Gründe ist, warum wir Orang-Utans in Zoos halten müssen.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Wohl dosiert u.regelmässig erscheinen solch aufwühlende Berichte, die den Begriff "menschlich" so darstellen wie er generell ist, nämlich schlecht. Hier noch optimistisch in die Zukunft zu blicken u.ans Gute im Menschen zu glauben, fällt schwer. Kein Land will auf Wirtschaftswachstum u.Wohlstand verzichten. Ob arm od.reich, fast jeder will mehr. In kurzen Jz wird sich die Menschheit verdoppelt, die letzten paar %e Regenwald auf dem Altar ihrer Bedürfnisse geopfert haben.Die Folgen sind absehbar.
  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Keine Sorgen! Wir werden es schaffen auch dieser lebewesen auszurotten. Durch dieses rücksichtslose freihandels abkommen zwischen der Schweiz und Indonesien lohnt sich der Palmöl Handel erst recht.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Die Wildtiere, können nur überleben, wenn die Menschheit ihnen den - zum Leben - notwendigen Raum zugestehen! Das ist in der Wildnis und nicht in Zoo's! Ohne Wildtiere, wird auch die Lebensexistenz der Menschheit zerstört!! Das sensible Ökosystem, benötigt zum Leben, die Wildtiere, nicht aber den Menschen!