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Blick auf die Erde aus dem Weltall.
Legende: Brauchte es ausserirdische Zutaten? Die Erde ist bisher der einzige Planet, auf dem Lebensformen nachgewiesen wurden. Imago
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Natur & Tiere Kam das erste Leben aus dem All zur Erde?

DNA ist äusserst robust, hat ein neues Experiment gezeigt. Angeheftet am Äusseren einer Rakete, überstand die Erbsubstanz einen Ausflug ins All samt Wiedereintritt in die Erdatmosphäre mit Temperaturen bis zu 1000 Grad. Eine alte Frage stellt sich damit neu: Kam das Leben aus dem Weltall zur Erde?

Natürlich – das erste Leben auf der Erde könnte auch aus Mutter Erde selbst entstanden sein, ohne ausserirdische Zutaten sozusagen. Immerhin enthielt der Planet Erde schon zu Urzeiten manche organische Moleküle, von denen Wissenschaftler heute denken, dass sie für die sogenannte Abiogenese nötig sind – das heisst für die spontane Entstehung von Leben aus nicht lebendiger Materie.

Allerdings herrschten ganz zu Beginn auf der Erde ausgesprochen lebensunfreundliche Bedingungen. Astrophysiker Ben Moore beschreibt es in seinem Buch «Da draussen» so: «Es gab kein Land und keine Ozeane, nur ein kochendes Meer aus rotem flüssigem Gestein. Die Atmosphäre war erfüllt von brennendem Staub und giftigen Gasen.»

Was Asteroiden und Kometen so wichtig macht

Die meisten Fachleute neigen daher heute zur Annahme, dass die ersten Baustoffe für Leben aus dem All zur Erde gekommen sind, transportiert von Meteoriten, Asteroiden und Kometen. Solche kleinen Himmelskörper schlugen nämlich früher in grosser Zahl auf der Erde ein, gerade auch vor rund 3,8 Milliarden Jahren, zu jener Zeit also, als die ersten Lebewesen (Bakterien) auf der Erde entstanden.

Von heute gefundenen Überresten von Meteoriten, Asteroiden und Kometen weiss man, dass sie sehr reich sind an organischen Molekülen und dass sie sogar Aminosäuren enthalten können, jene Eiweiss-Baustoffe, die es für jegliche Form von Leben braucht.

Robuste Baustoffe für Leben

Ganz offensichtlich können Aminosäuren einen Meteoriteneinschlag auf der Erde unbeschadet überstehen. Der kürzlich publizierte DNA-Raketen-Versuch der Universität Zürich belegt überdies, dass auch die Erbsubstanz DNA viel robuster ist, als allgemein angenommen. Zumindest für die Plasmid-DNA, welche die Zürcher Forscher in ihrem Versuch verwendeten, trifft das zu. Plasmid-DNA ist eine einfache Form von DNA; manche Bakterien etwa verwenden sie zusätzlich zur normalen, chromosomalen DNA.

Vieles spricht also dafür, dass wichtige Bausteine fürs irdische Leben aus dem All importiert wurden – oder genauer gesagt: aus unserem Sonnensystem. Dass der lebenspendende Import von einem anderen Sonnensystem oder gar einer anderen Galaxie zur Erde kam, halten Experten hingegen für unwahrscheinlich. Dazu seien die Distanzen schlicht zu gross, sagt etwa Astrobiologe Dirk Schulze-Makuch, zurzeit Gastprofessor an der Technischen Universität Berlin.

Auf der Erde gab es alles, was es brauchte

Wie weit entwickelt diese Vorformen von Lebens beim Eintreffen auf der Erde schon waren, lässt sich heute nicht sagen. Die meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen aber an, dass sich das Leben an sich – also erste einzellige Organismen, die sich verändern und vervielfältigen können – erst auf der Erde bildeten. Denn vor 3,8 Milliarden Jahren waren die Bedingungen dazu auf der Erde gut: Der Planet hatte nun zum Beispiel Wasser, eine Atmosphäre und ein Magnetfeld, das vor kosmischer Strahlung schützt.

Entstehung der Erde

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Entstehung der Erde

Wie und wann das Leben auf der Erde begonnen hat, wissen wir nicht genau. Doch Forscher sind sich über die grossen Dekaden weitgehend einig. Der Zeitstrahl zeigt die Entwicklung von der Entstehung der Erde zur ersten DNA bis hin zum Menschen: Eine Reise durch 4,57 Milliarden Jahre Erdgeschichte.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi , Winterrhur
    E=mc2 wunderbar. Energie = Materie (Masse) mal Lichtgeschwindigkeit im Quadrat. Mystisch gesagt: Bewusstsein in Ruhe=Bewusstsein in Bewegung wir sprechen alle von demselben, da ist eigentlich kein Raum für Streit.
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  • Kommentar von Rolf Künzi , Winterthur
    Ich komme aus einer eher spirituellen Ecke. trotzdem schätze ich all die Wissenschaftlichen Entdeckungen. Ich bin fasziniert von Einsteins Relativitätstheorie, Quantenphysik und habe so manchen wissenschaftlichen Film oder Buch. Ich finde auch das viel religiösen Menschen zu festgefahren sind in ihrem Weltbild. Trotzdem ist es der Naturwissenchsft nicht erlaubt auch transzendente Szenarien anzunehmen. Es muss fast immer materiell fassbar sein. Ich habe ein akausales Wildbild.
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  • Kommentar von Sascha Schulthess , Guadalajara
    Eine Muation ist eine Evolution, wenn sie fortbesteht. Die Menschen sind grösser, um den Allteag besser bewerkstelligne zu können. Früher war es vorteilhafter klein zu sein um sich im Wald und Dschungel besser bewegen zu können. Wie das Leben entsteht gibt es interessante Versuche und man festgestellt, dass sich kleinste Moleküle zu grösseren ansammeln und das ohne äussere Einwirkung. Moleküle sind lein Leben aber es ist möglich, das neue chemische Verbindungen entstehen.
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