Welche Pflanzen könnten auf dem Mond gedeihen, um zukünftige Mondbewohner zu ernähren? Als Antwort darauf wurden schon Tomaten, Kartoffel und Salate gezüchtet – in Laboren auf der Erde. Aber auf Boden, der den Mondboden – sogenannten Regolith – simuliert. Neu zum potenziellen Menü gesellen sich Kichererbsen.
Regolith, der «giftige» Mondboden
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Legende:
In der Mondsimulationsanlage LUNA des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt dient Regolith als Bodenbelag.
imago images / Klaus W. Schmidt
Regolith ist zerklüftes, scharftkantiges Gesteinsmaterial, das viele Schwermetalle, aber keine Nährstoffe enthält. Um zu erforschen, wie Mondboden dennoch fruchtbar gemacht werden kann, nutzen Forscher «simulierten Mondboden». Er ist chemisch dem echten Mondboden sehr ähnlich, allerdings weniger harsch. Der Unterschied ist ähnlich jenem zwischen normalen Sandstrand und zerbrochenem Glas.
Mondregolith beziehungsweise Mondstaub enthält hohe Konzentrationen an Aluminium und Zink, was für Pflanzen giftig sein kann. Zudem fehlen Mikroorganismen und organische Stoffe, die wichtig sind für Pflanzenwachstum. Regolith beinhaltet aber auch für das Wachstum wichtige Mineralien.
Ein Forschungsteam der Universität Texas hat Kichererbsen erstmals erfolgreich in simulierten Mondboden gezüchtet. Um ihn fruchtbar zu machen, mischten sie ihn mit reichhaltigem Wurmkompost, den Kompostwürmer ausscheiden. Zusätzlich beschichteten die Forschenden die Samen der Kichererbsen mit Mykorrhizapilzen. Diese Pilze liefern der Pflanze Nährstoffe und verringern die Aufnahme von Schwermetallen.
Weltraumtaugliche Pflanze
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Legende:
Unter Laborbedingungen hat die Kichererbse viel Potenzial für die Nutzung im Weltraum gezeigt.
Jessica Atkin
Kichererbsen sind für die NASA sogenannte «plants of interest». Sie gelten als Kandidatenpflanzen für Lebenserhaltungssysteme.
Denn Kichererbsen gelten als besonders stressresistent, sind ertragreich und enthalten wichtige Inhaltsstoffe wie Proteine, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine sowie Mineralstoffe. Und nicht zuletzt sind sie schmackhaft.
Zudem brauchen Kichererbsen wenig Platz zum Wachsen – was auf dem Mond und auch dem Mars wichtig sein wird. Denn soviel ist klar: Der Platz in den Gewächshäusern, die dereinst zur Pflanzenzucht errichtet werden müssten, wird kostbar und rar sein.
Kichererbsen wuchsen in der Mischung aus Kompost und Mondstaub bis zu einem Anteil von 75 Prozent Mondstaub. Bei mehr Mondboden gerieten die Pflanzen unter Stress. Die zusätzlich verwendeten Pilze verbesserten das Wachstum.
Noch ist nicht klar, ob die Kichererbsen auch wirklich geniessbar sind. Und ob Wurmkompost und Pilze auch den echten Mondboden fruchtbar machen. Der Weg ist noch weit, bis Menschen auf dem Mond landen, um dies zu testen.