Eigentlich schien das Kapitel geschlossen: Nach dem Schock von Fukushima 2011 beschloss die Schweiz den schrittweisen Atomausstieg. Seit 2017 ist der Bau neuer Kernkraftwerke per Gesetz verboten, doch jetzt folgt die politische Kehrtwende. Die Sorge vor Stromengpässen im Winter und das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu leben, verändern die Spielregeln. Der Ständerat hat soeben entschieden, das Neubauverbot für Atomkraftwerke aus dem Gesetz zu streichen. Die Schweiz folgt damit einem internationalen Trend. Auch in der EU wird der Atomausstieg mittlerweile von höchsten Stellen als "strategischer Fehler" bezeichnet.
Für die Befürworter ist die Kernenergie zwingend nötig. Der Ausbau von Sonne und Wind schreite zu langsam voran, um die Wirtschaft verlässlich vor Stromlücken zu schützen
Kritiker warnen hingegen vor einem unkalkulierbaren finanziellen Risiko und dem nach wie vor ungelösten Atommüll-Problem. Sie fürchten, dass allein die Diskussion um neue AKW die dringend nötigen Investitionen in erneuerbare Energien abwürgt.
Soll der Staat die Tür für neue Atomkraftwerke wieder öffnen? Sind sie die Lösung für unsere Stromzukunft oder eine gefährliche Milliardenfalle?
Darüber diskutieren im Forum:
· Pro Atomkraft: Christian Wasserfallen, FDP-Nationalrat (BE)
· Contra Atomkraft: Nils Epprecht, Geschäftsführer der Schweizerischen Energie-Stiftung
Moderation: Sandra Schiess
Online: Eric Dauer