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Nackte Wucht: Iannis Xenakis' «Metastasis»

Dutzende Musizierende spielen ein Massenglissando, und damit kommt der Beginn dieses Werks wie eine Klangwalze aufs Publikum zu. So etwas hatte die Welt bis zur Uraufführung von Metastasis an den Donaueschinger Musiktagen 1955 noch nie gehört.

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Der griechisch-französische Komponist Iannis Xenakis hatte auch dieses monumentale Werk zuerst graphisch konzipiert. Die Glissandi etwa stellte er durch auseinanderstrebende Diagonalen dar. Dennoch wirkt die Musik keineswegs verkopft oder konstruiert, vielmehr entfaltet sie eine unmittelbare, direkte Kraft und lässt kaum jemanden kalt.

Allgemein war Xenakis quasi der Mathematiker unter den grossen Avantgardisten des 20. Jahrhunderts. Stochastik oder auch mathematische Reihen wie die berühmte Fibonacci-Folge waren Inspirationen für seine musikalischen Werke. Der studierte Ingenieur übertrug aber seine Klangskulpturen teils auch weiter in die Architektur: Die Glissandi aus Metastasis baute er zusammen mit Le Corbusier aus Stahlbeton nach, und daraus entstand die spektakulär geschwungene Dachkonstruktion des Philips-Pavillons an der Expo 1958 in Brüssel.

Zusammen mit dem Musikwissenschaftler und Xenakis-Experten Martin Supper nehmen wir den Klassiker der Moderne «Metastasis» unter die Lupe, und wir erkunden den mathematisch-musikalischen Kosmos von Xenakis' Kunst.

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