Charli XCX zieht es zum Film. Ihr Soundtrack-Album zum Liebesdrama «Wuthering Heights» erscheint am 13. Februar, einem Tag nach dem Kinostart des Films und einen Tag vor der Berlinale-Premiere ihrer Mockumentary «The Moment», in der sie eine Version von sich selbst spielt. Diese ist ein ironischer Kommentar aufs Musikgeschäft.
Wie es scheint, will Charli XCX in Hollywood durchstarten. Neun Filme hat der Popstar schon gedreht. In diesem Jahr kommt sie ausserdem noch mit dem Horrorfilm «Faces of Death» in die Kinos. Und sie spielt in Dakota Johnsons Regiedebüt «A Tree is Blue» mit.
Überhaupt mag sie Film. Zu ihren Lieblingswerken gehören David Cronenbergs «Maps to the Stars» und «The Addiction» von Abel Ferrara. Auf Social Media teilt sie regelmässig Filme, die sie gesehen hat.
Neue Zuschauer fürs Festival
Klar, der Popstar ist gut für die Berlinale. Es geht darum ein jüngeres Publikum zu gewinnen.
Dafür soll Festivalleiterin Tricia Tuttle sorgen. Die 55-jährige US-Amerikanerin leitet die Berlinale zum zweiten Mal. Dem «Tagesspiegel» sagte sie: «Ich will Buzz kreieren, Atmosphäre schaffen und Filme auswählen, die ein neues Publikum anziehen.» Das will man auch durch reduzierte Ticket-Kontingente für 18- bis 25-Jährige erreichen.
Trotzdem werden alte Stammkräfte nicht vergessen: Der 80-jährige Regisseur Wim Wenders («Paris, Texas») leitet die internationale Jury, die aus den 22 Wettbewerbs-Filmen den Kandidat für den Goldenen Bären auswählen muss.
Immer wieder Luna
Und die Schweiz? Kein Festival dieser Tage ohne die Zürcher Schauspielerin Luna Wedler. Nach Venedig und den Solothurner Filmtagen ist sie auch in Berlin dabei. Mit dem deutschen Film «Allegro Pastell», eine Verfilmung des gleichnamigen Roman von Leif Randt, in dem es um die Distanzbeziehung zwischen einer Autorin und einem Webdesigner geht.
In den Wettbewerb hat es kein Schweizer Film geschafft. In der Nebensektion «Panorama», in der es laut Festival um Werke geht, die «neu und anders, wild, unkonventionell und mutig» sind, laufen hingegen einige Koproduktionen. Etwa Dominik Lochers dritter Langfilm, «Enjoy your Stay» über eine Philippinerin, die ohne Papiere in der Schweiz lebt.
Auch im «Panorama»: die SRF-koproduzierte Dokumentation «Siri Hustvedt – Dance Around The Self». Siri Hustvedt wird auch in Berlin sein. Die Schriftstellerin promoted sowohl den Film als auch ihr neues Buch «Ghost Stories», das diese Woche auf Deutsch erscheint.
Auftakt aus Afghanistan
Natürlich gibt's wie immer jede Menge Filmstars: Ethan Hawke, Russell Crowe, Rosanna Arquette oder Isabelle Huppert – und Jamie Bell und Pamela Anderson. Die beiden spielen im Wettbewerbsfilm «Rosebush Pruning» mit, einem satirischen Thriller über eine zerrüttete Geschwisterbeziehung.
Channing Tatum steigt mit dem Drama «Josephine» in den Wettbewerb ein. In diesem verarbeitet Regisseurin Beth de Araújo ein Kindheitstrauma. Als 8-Jährige war sie Zeugin eines sexuellen Übergriffs in San Francisco. Channing Tatum spielt den Vater des Opfers.
Eröffnet wird die Berlinale 2026 mit «No Good Men» der preisgekrönten afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat, die in Hamburg lebt.
Es ist eine romantische Komödie, die kurz vor der Rückkehr der Taliban in Kabul spielt. Fun Fact: Die Hamburger Stadtteile Wilhelmsburg und Rothenburgsort mussten als die afghanische Hauptstadt herhalten.