«The Housemaid» ist Edeltrash. Edel, weil die Hollywoodstars Sydney Sweeney und Amanda Seyfried dabei sind und der bekannte Regisseur Paul Feig («Bridesmaid», «A Simple Favor») den Thriller inszeniert hat. Trash, weil der Film übertrieben, völlig verdreht und intensiv ist.
Vom ersten Moment an geht die Story in die vollen. Der Spannungsbogen wird sofort aufs höchste Level gestellt.
Feinfühlig und psychologisch ist hier wenig. Der Film besteht aus einer Aneindereihung von Twists und Spannungsmomenten. Pausen gibt es nicht. Das Tolle: Dieser Horror-Erotik-Rache-Thriller-Mix funktioniert.
Alles Fake
Zur Story: Millie (Sydney Sweeney) – zerzaustes Haar, Brille, unsicher und nett, mit dem perfekten Lebenslauf – hat ein Vorstellungsgespräch als Haushälterin in einer stylischen Vorort-Villa mit Elektro-Tor. Alles ist pikobello aufgeräumt. Die Herrin des Hauses, Nina (Amanda Seyfried), ist sympathisch, sensibel und verständnisvoll. Sie stellt Millie ein, unter einer Bedingung: Sie muss in der Villa wohnen.
Aber nichts ist so, wie es scheint. Millies Lebenslauf ist gefälscht. Die Brille hat sie nur getragen, um klüger auszusehen. Unsicher ist sie auch nicht, sondern ziemlich tough.
Wenn die Chefin eine Psychopathin ist
Millie steht unter Druck. Sie war im Gefängnis. Eine Wohnung hat sie nicht. Die junge Frau lebt im Auto. Ihre Bewährungshelferin droht, dass Millie zurück hinter der Gitter muss, wenn es mit dem Job nicht hinhaut.
Doch es ist gar nicht so einfach, den Job zu behalten. Denn Chefin Nina erweist sich als unberechenbar. Am ersten Morgen ist die Küche ein einziges Chaos. Und Nina beschuldigt Millie, Notizen einer bevorstehende Rede weggeworfen zu haben.
Offenbar hat Nina psychische Probleme. Sie nimmt viele Medikamente. Von Nachbarinnen erfährt Millie vom Gerücht, dass Nina versucht haben soll, ihre Tochter Cecilia zu ertränken. Später stellt heraus: Nina weiss, dass Millie vorbestraft ist. Die Frage ist: Warum hat sie sie trotzdem eingestellt?
Einziger Lichtblick für Millie ist Ninas Ehemann Andrew (Brandon Sklenar). Ein Klischee von einem Kerl: muskulös, bärtig, mit einem Wahnsinnslächeln. Seine Rolle ist unklar.
Er ist zu nett und charmant, um wahr zu sein. Und er ist viel zu gutaussehend und sexy, um in diesem Film nur ein Objekt der Begierde für die Frauen zu sein. An dieser Stelle mehr zu erzählen, wäre ein Spoiler.
Ein Kinohit
Der Film lief bisher supererfolgreich. Er kostete 35 Millionen US-Dollar und hat bisher schon 193 weltweit eingespielt. Die Fortsetzung ist bestellt. Inhaltlich wäre das kein Problem. «The Housemaid» basiert auf dem gleichnamigen Bestseller aus dem Jahr 2022 von Freida McFadden. Mittlerweile besteht die Romanreihe aus drei Büchern.
Sydney Sweeney, Amanda Seyfried und Brandon Sklenar sind ein Trio, das man nicht so schnell vergisst. «The Housemaid» besticht durch seine Intensität. Der Film trifft einen wie ein Faustschlag.
Kinostart: 22. Januar