Im neusten Pokémon Spiel «Pokopia» ist man kein Mensch, der Pokémon fängt. Man ist selbst ein Pokémon.
Als «Ditto»-Pokémon landen wir in einer vertrockneten, unbewohnten Welt. Wir begrünen diese Stück für Stück und schaffen dabei Lebensräume für andere Pokémon: Zum Beispiel ein Blumenbeet oder eine Wiese unter einem Baum. Dort ziehen dann immer mehr Pokémon ein und die Welt wird immer belebter.
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Bild 1 von 3. Als Ditto im Menschengestalt können wir die Fähigkeiten anderer Pokémon lernen. Bisasam (Mitte, mit Knolle auf dem Rücken) zeigt uns zum Beispiel, wie man Gras wachsen lässt. Bildquelle: Nintendo.
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Bild 2 von 3. Richtig kreativ werden können wir, sobald uns das mit Boxhandschuhen versehene Nockchan (links) beibringt, wie wir Blöckchen ab- und aufbauen können. Bildquelle: Nintendo.
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Bild 3 von 3. Mit einem Nintendo-Abo kann man in «Pokémon Pokopia» online auch Freunde treffen – und gemeinsam neue Lebensräume schaffen. Bildquelle: Nintendo.
Das Spiel reitet damit auf der Erfolgswelle der gemütlichen «Cozy-Games»: Kein Kämpfen, kein Eilen, sondern gemütlich Wiesen pflegen, Tomaten pflanzen, Stöckchen und Steine sammeln und Häuschen dekorieren.
Terraforming als Game-Changer
Richtig spannend wird das Spiel, sobald man Terraforming-Fähigkeiten freigeschalten hat: Die Welt besteht aus Blöcken, ähnlich wie «Minecraft« oder «Lego». Diese Blöckchen kann man abbauen und neu zusammensetzen – so lassen sich Tunnel und Brücken formen, Berge abtragen und Häuschen bauen.
Das Spiel lässt uns dabei viele Freiheiten: Zwar gibt es immer zu tun, ob man nun den Pokémon ihre Wünsche erfüllt, die Strassen repariert, die Geschichte weiterspielt oder neue Gegenden erkundet. Was man am Ende tatsächlich macht, entscheidet man immer selbst.
Damit erinnert es an andere Nintendo-Spiele wie die «Zelda»-Reihe, die es verstehen, jeder Persönlichkeit Raum zu lassen – ob man Detailversessen ist oder es entspannt angeht, ob man lieber baut, entdeckt oder entspannt. Nichts muss, alles kann: Es gibt kein Game-Over, die Pokémon verhungern nicht und ziehen auch nicht wieder aus. Das Spiel eignet sich daher für Jung bis Alt.
Die Welt ist zudem überraschend gross. Man bewegt sich nicht nur in einem Gärtchen, sondern entdeckt mit der Zeit ganze Biome und Städte.
Frischer Aufwind für Pokémon
Pokémon ist seit 30 Jahren ein Riesenerfolg, und zwar ungebrochen: Die Einnahmen mit Plüschtieren und T-Shirts sind so hoch wie je, und die Pokémonspiele sind jedes Mal ein Kassenschlager.
Allerdings gibt es gerade an den Spielen Kritik: Sie setzten auf das immer gleiche, ein inzwischen etwas eingemottete Konzept vom Herumreisen, Fangen und Kämpfen. Auch die schlechte Qualität der Spiele sorgt regelmässig für Negativschlagzeilen.
Auch diese Pokémonspiele sind «anders»:
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Bild 1 von 5. «Pokémon Snap». In diesem Spiel bewegt man sich in einem selbstfahrenden Wagen durch eine Pokémon-Safari und muss Fotos von wilden Pokémon schiessen. Je besser das Foto, desto mehr Punkte. Das Konzept des ursprünglich für Nintendo 64 erschienenen und 2021 für die Switch neu aufgelegten Spiels ist simpel, aber überraschend packend. Bildquelle: Nintendo.
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Bild 2 von 5. «Pokémon TCG Pocket». Das Kartensammelspiel von Pokémon gibt es seit 2025 auch als App. Bildquelle: Nintendo.
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Bild 3 von 5. «Pokémon Go». «Pokémon Go» hat 2016 einen riesigen Hype ausgelöst: Alle waren mit ihren Smartphones unterwegs, um Taschenmonster zu fangen. Der Hype ist abgeflacht, doch das Spiel hat weiterhin – trotz des Verkaufs an Saudi Arabien – eine treue Spielerbasis. Bildquelle: IMAGO / Friedrich Stark.
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Bild 4 von 5. «Pokémon Unite». «Pokémon Unite», erschienen 2021, ist ein 5-gegen-5-Teamkampf um die Vorherrschaft auf einer Karte – ganz ähnlich wie bei «Dota» oder «League of Legends». Man spielt ein Pokémon, bekämpft die Gegner und sammelt Punkte. Bildquelle: Nintendo.
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Bild 5 von 5. «Palworld». Nicht Pokémon, aber stark davon inspiriert ist «Palworld», das Anfang 2024 für Furore gesorgt hat, da die Pokémon, respektive «Pals», hier Waffen tragen. Das Spiel ist aber mehr als das: Ein unterhaltsames Survival-Crafting-Game für Erwachsene, bei dem der Mensch mitkämpfen kann und bei dem man eine Homebase aufbaut. Bildquelle: Pocketpair.
Mit «Pokopia» kommt zehn Jahre nach «Pokémon Go» endlich etwas frischer Wind in das Franchise – bleibt abzuwarten, ob sich das auch im für nächstes Jahr angekündigten regulären Pokémon-Game niederschlägt.
Pokémon Pokopia ist am 5. März 2026 für die Nintendo Switch 2 erschienen.