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Neues Nintendo-Spiel Pokémon wird gemütlich: Warum «Pokopia» ein Hit werden könnte

Nach 30 Jahren Fangen und Kämpfen muss man im neusten Pokémon-Spiel weder das eine noch das andere: Warum die Mischung aus Pokémon, «Minecraft» und «Animal Crossing» begeistert – und Hit-Potenzial hat.

Im neusten Pokémon Spiel «Pokopia» ist man kein Mensch, der Pokémon fängt. Man ist selbst ein Pokémon.

Als «Ditto»-Pokémon landen wir in einer vertrockneten, unbewohnten Welt. Wir begrünen diese Stück für Stück und schaffen dabei Lebensräume für andere Pokémon: Zum Beispiel ein Blumenbeet oder eine Wiese unter einem Baum. Dort ziehen dann immer mehr Pokémon ein und die Welt wird immer belebter.

Das Spiel reitet damit auf der Erfolgswelle der gemütlichen «Cozy-Games»: Kein Kämpfen, kein Eilen, sondern gemütlich Wiesen pflegen, Tomaten pflanzen, Stöckchen und Steine sammeln und Häuschen dekorieren.

Terraforming als Game-Changer

Richtig spannend wird das Spiel, sobald man Terraforming-Fähigkeiten freigeschalten hat: Die Welt besteht aus Blöcken, ähnlich wie «Minecraft« oder «Lego». Diese Blöckchen kann man abbauen und neu zusammensetzen – so lassen sich Tunnel und Brücken formen, Berge abtragen und Häuschen bauen.

Das Spiel lässt uns dabei viele Freiheiten: Zwar gibt es immer zu tun, ob man nun den Pokémon ihre Wünsche erfüllt, die Strassen repariert, die Geschichte weiterspielt oder neue Gegenden erkundet. Was man am Ende tatsächlich macht, entscheidet man immer selbst.

Yo, lass uns krass beste Freunde sein!

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Glumanda steht in einer Wiese und sagt: «Tehehe, meine Bleibe ist so megakrass!».
Legende: Screenshot aus Pokopia

In Pokopia sprechen die Pokémon, und es gibt viel zu lesen. Leider ist die Sprechweise vieler Pokémon auf Deutsch ziemlich «cringe». Wer Englisch oder eine andere der angebotenen Sprachen versteht, sollte das Spiel daher besser in dieser spielen.

Damit erinnert es an andere Nintendo-Spiele wie die «Zelda»-Reihe, die es verstehen, jeder Persönlichkeit Raum zu lassen – ob man Detailversessen ist oder es entspannt angeht, ob man lieber baut, entdeckt oder entspannt. Nichts muss, alles kann: Es gibt kein Game-Over, die Pokémon verhungern nicht und ziehen auch nicht wieder aus. Das Spiel eignet sich daher für Jung bis Alt.

Können meine Kinder «Pokémon Pokopia» spielen?

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Game-Redaktor Guido Berger meint:

«Wer verstehen will, wie man welches Pokémon anlockt, wie man neue Fähigkeiten freischaltet oder die Geschichte mitverfolgen will, muss lesen können.
Man kann Pokémon Pokopia aber durchaus auch spielen, ohne zu lesen. «Mein kleiner Sohn klickt Texte einfach weg und probiert aus, was passiert. Er erkundet die Welt, gräbt überall Löcher, platziert wild Gegenstände und entdeckt neue Pokémon.

Wenn ich dann wieder an der Reihe bin, schaue ich, was er getrieben hat und sorge dafür, dass sich das Spiel weiterentwickelt – also ähnlich wie im Kinderzimmer: Er spielt und ich räume auf.»

Weil das Game Gross und Klein viel Spass machen kann, ist es für Eltern wohl sinnvoll, mit Hilfe der «Nintendo Switch Altersbeschränkungen»-App die Spielzeit der Kinder zu beschränken und eine Ruhezeit am Abend festzulegen.

Die Welt ist zudem überraschend gross. Man bewegt sich nicht nur in einem Gärtchen, sondern entdeckt mit der Zeit ganze Biome und Städte.

Frischer Aufwind für Pokémon

Pokémon ist seit 30 Jahren ein Riesenerfolg, und zwar ungebrochen: Die Einnahmen mit Plüschtieren und T-Shirts sind so hoch wie je, und die Pokémonspiele sind jedes Mal ein Kassenschlager.

Allerdings gibt es gerade an den Spielen Kritik: Sie setzten auf das immer gleiche, ein inzwischen etwas eingemottete Konzept vom Herumreisen, Fangen und Kämpfen. Auch die schlechte Qualität der Spiele sorgt regelmässig für Negativschlagzeilen.

Auch diese Pokémonspiele sind «anders»:

Mit «Pokopia» kommt zehn Jahre nach «Pokémon Go» endlich etwas frischer Wind in das Franchise – bleibt abzuwarten, ob sich das auch im für nächstes Jahr angekündigten regulären Pokémon-Game niederschlägt.

Pokémon Pokopia ist am 5. März 2026 für die Nintendo Switch 2 erschienen.

Radio SRF 3, 10.3.2026, 13:15 Uhr.

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