36. Todestag von Bob Marley Vom Schulabbrecher zur Ikone: Bob Marley

Bob Marley ist Ikone der Reggae-Musik, spirituelles Vorbild und eine globale Marke. Noch heute werden seine Musikträger millionenfach gespielt – mehr als zu seinen Lebzeiten. Heute vor 36 Jahren starb der Sänger.

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Bob Marley in Zürich: Seltene Aufnahmen aus dem SRF-Archiv

16 min, vom 8.2.2017

Das Wichtigste in Kürze

  • Bob Marley ist nicht nur Musik-Ikone, sondern auch eine Marke: Inzwischen gibt es Cannabis, Kaffee, Kopfhörer und Kaltgetränke der Marke Marley zu kaufen.
  • Am 30. Mai 1980 spielte Bob Marley im Zürcher Hallenstadion. Am selben Abend begannen die Jugendunruhen vor dem Zürcher Opernhaus unter der Beteiligung der Konzertbesucher.
  • 1980 trat Bob Marley bei der offiziellen Unabhängigkeitsfeier von Simbabwe auf, was er als wohl grösste Ehre seines Lebens bezeichnete. 1981 starb der Musiker an Krebs.

Bob Marley ist das Synonym für Reggae. Man weiss, wer er ist – auch wenn man kein Fan der Reggae-Musik ist. Er ist eine Ikone. Diesen Umstand nutzen die Erben. Neben seiner Musik und den üblichen Merchandise-Artikeln kann man inzwischen Cannabis, Kaffee, Kopfhörer und Kaltgetränke der Marke Marley kaufen.

Heute vor 36 Jahren: Tod von Bob Marley

3:26 min, aus SRF 4 News Tageschronik vom 08.05.2017

Vom Velomech zum Multimillionär

Robert Nesta Marley wurde jedoch in einfachen Verhältnissen geboren: Marley verbrachte seine Kindheit mehr oder weniger in den Ghettos der Hauptstadt Kingston, brach mit 16 die Schule ab und verdiente sein Geld als Velo-Mechaniker. Daneben spielte er Musik und trat mit Bands auf, die ab und zu umgruppiert und umbenannt wurden.

«The Wailers» hiess die bekannteste Band, sie spielten ursprünglich den schnellen «Ska»-Stil und integrierte jamaikanische Volksmusik. Zusätzlich verlangsamte sie den Takt, und ein neuer Musikstil entstand – der Reggae.

Mann stützt seinen Kopf auf die Hand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bob Marley ist nicht nur international eine Ikone – auch in der Geschichte Zürichs spielt er eine Rolle. Getty Images

Das Ende der Wailers, der Beginn seiner Solokarierre

Das Publikum war begeistert – Marley konnte sich sein erstes Auto leisten und die Bruchbude seiner Familie renovieren. Kleine Tourneen führten die Wailers nach Grossbritannien und in die USA, wo sie etwa neben dem damals völlig unbekannten Bruce Springsteen auftraten.

Die Band fiel auseinander, Marley startete eine Solokarriere und fügte seinen Songs spirituelle Inhalte bei. Er konvertierte vom Christentum zur Rasta-Religion, deren äusseres Zeichen die Rasta-Locken sind, welche ihren Trägern ein löwenähnliches Aussehen verleihen.

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  • Radio-Pionier François Mürner erinnert sich an sein Interview mit dem Reggae-Superstar nach dessen Zürcher Konzert im Mai 1980. Bob Marley im Radio DRS.
  • Das Reggae Special auf SRF 3 spielt nicht die grossen Marley-Hits, sondern all jene Marley-Songs, die der breiten Hörerschaft bisher verwehrt blieben. Marley zum Neuentdecken.

«Get up, stand up» in Zürich

Bob Marleys Songs enthielten fortan religiöse Inhalte, aber auch sozialkritische und politische. «Get up, stand up» wurde so etwas wie die inoffizielle Hymne von Amnesty International.

Am 30. Mai 1980 spielte Bob Marley im Zürcher Hallenstadion. Am selben Abend begannen die Jugendunruhen vor dem Zürcher Opernhaus unter der Beteiligung der Konzertbesucher.

Mit dem Satz: «Es ist mir egal, wer Bob Marley ist. Ich habe eine Message, das ist alles» beschrieb Bob Marley seine Mission 30 Minuten nach dem Konzert im Schweizer Radio DRS.

Marley verliert den Kampf gegen Krebs

1980 trat Bob Marley bei der offiziellen Unabhängigkeitsfeier von Simbabwe auf, was er als wohl grösste Ehre seines Lebens bezeichnete. Anschliessend wollte er mit einer Tournee in den USA auch dort seinen Durchbruch schaffen.

Doch beim Joggen im Central Park von New York brach er zusammen – Krebsgeschwüre hatten seine Leber, die Lunge und das Gehirn befallen. Die Behandlungen in einer alternativen Klinik in Deutschland konnten nichts mehr ausrichten, und so beschloss Marley, zum Sterben in seine Heimat zurückzufliegen. Doch soweit kam er nicht mehr – er starb nach einer Zwischenlandung in Florida am 11. Mai 1981.

Etwas später wurde er in seinem Heimatdorf auf Jamaika beigesetzt, zusammen mit einer Bibel, seiner roten Gibson-Gitarre und einem Marihuana-Zweig.

Sendung: 11.05.2017, SRF 2 Kultur, Tageschronik, 11:45 Uhr.