«Banksy ist tot», schreibt «Die Zeit» – und so ganz unrecht hat sie wohl nicht: Das Rätsel um das Pseudonym, das jahrzehntelang den Mythos der zeitgenössischen Strassenkunst genährt hat, scheint endgültig gelöst zu sein. Banksy ist entlarvt, wie drei Reuters-Journalisten in einem detaillierten Recherchebericht bekanntgeben.
Ist Robin Gunningham Banksy?
Die Journalisten kommen darin zum Schluss: Hinter dem Pseudonym Banksy steckt Robin Gunningham, ein 1973 geborener Graffitikünstler aus Bristol, der später den Namen David Jones annahm.
Die Entdeckung, so die Journalisten, sei das Ergebnis einer akribischen investigativen Arbeit: Es wurden Zeugen vor Ort befragt, Videoanalysen durchgeführt und sorgfältig nachverfolgt, wo der Künstler jeweils unterwegs war.
Recherche in der Ukraine
Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Werke, die Ende 2022 in der Ukraine auftauchten. Damals hatte Banksy seine Urheberschaft via Instagram-Profil bestätigt.
Die Reuters-Reporter besuchten die Orte, an denen die Graffitis aufgetaucht waren, insbesondere den Ort Horenka. Hier sammelten sie Informationen unter den Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Zeugen zeigten ihnen Fotos verschiedener Strassenkünstler, um den echten Banksy identifizieren zu können. Alle Hinweise deuteten auf Gunningham hin, der bereits 2008 von der britischen Zeitung «Daily Mail» als der Mann hinter dem Pseudonym identifiziert worden war.
Es bleibt kryptisch
Banksy hat bisher nicht auf die Reuters-Recherche reagiert, weder auf seinem Instagram-Account noch auf seiner offiziellen Website.
Aus dem «Backoffice» von Banksy, auf der Website pestcontroloffice.com, heisst es auf die Frage nach der Identität des Künstlers: «Banksy hugely appreciates any suggestions and is currently struggling with that very question» – Banksy würde jeden Vorschlag zu seiner Identität sehr schätzen und hadere aktuell mit ebendieser Frage. Das Rätselraten, es bleibt bis auf weiteres Programm.