Perfekt für den Frühling: vier Leseempfehlungen über das Verlieben zwischen Buchseiten – und im echten Leben.
1. Coming‑of‑Age‑Story
Kayden wächst in der Pariser Banlieue auf. Zwischen Schule, Freundschaft und familiärer Enge entdeckt sie ihre Gefühle für ihre Literaturlehrerin Garance. Ein intensiver, moderner Coming‑of‑Age‑Roman, der politisch, emotional und atmosphärisch zündet. In einer kraftvollen und lebendigen Sprache erzählt Autorin Fatima Daas von Ehrgeiz, der Suche nach Identität und der Notwendigkeit, sich neu zu erfinden, um eine Zukunft zu haben. Mit «Spiel das Spiel» knüpft die französische Schriftstellerin an den Erfolg ihres Debüts «Die jüngste Tochter» mit dem Originaltitel «La petite dernière» an, welches von Hafsia Herzi eindrücklich verfilmt worden ist.
2. Reife Liebe in Echtzeit
Max und Anna verlieben sich. Spät im Leben, unerwartet und obwohl Anna verheiratet ist. Thomas Hettche erzählt von bedingungsloser Liebe: leise, zärtlich und ohne Kitsch. Sein Roman zeigt, wie Liebe im Alter an Intensität gewinnt, weil weniger Zeit bleibt. Und wir staunen darüber, dass einen ein Gefühl noch einmal so überwältigen kann, selbst wenn wir als Leserinnen und Leser von Hettches behutsamen und hingebungsvollen Liebes-SMS nur auf der Zuschauerseite bleiben.
3. Popcorn-Romance
Als Izzy und Nate 2011 nach einem tragischen Flugzeugabsturz einander das Leben retten, entsteht zwischen ihnen eine Verbindung, auch wenn das Schicksal sie auseinanderreisst. Zehn Jahre später treffen sie sich völlig unerwartet in Afghanistan wieder: Izzy als politische Mitarbeiterin, Nate als Mitglied der Spezialkräfte. Inmitten von Krieg müssen beide sich ihrer gemeinsamen Vergangenheit stellen und entscheiden, ob ihre Liebe eine zweite Chance verdient. Yarros setzt auf Gefühle statt Tiefgang. Wer sich in einer stürmischen Romance verlieren will, ist mit «In the Likely Event – Bis wir uns wiedersehen» gut bedient.
4. Toxic Love
Manchmal sorgen Frühlingsgefühle nicht nur für Schmetterlinge im Bauch, sondern auch für Chaos im Leben. So jedenfalls ergeht es den Hauptfiguren in «Toxibaby». Sie heissen Herzchen und Toxi und führen eine nervenzehrende On-Off-Beziehung: Er zieht ungefragt in ihre Wohnung. Sie analysiert alles. Beiden gelingt es hervorragend, nicht miteinander glücklich zu werden. Ein witziges Portrait zweier Millennials, die sich lieben und hassen – voller schwarzem Humor, wie man es von der deutschen Autorin Dana von Suffrin gewohnt ist.