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Solothurner Literaturtage 2026 Unsere Tipps für Ihren Besuch am Solothurner Literaturfestival

Vom 15. bis am 17. Mai finden die Solothurner Literaturtage statt. Vier Tipps aus der SRF-Literaturredaktion für einen gelungenen Besuch.

Veranstaltungshinweis

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Die 48. Solothurner Literaturtage finden vom 15. bis 17. Mai 2026 statt. Rund 70 Autorinnen und Autoren werden vor Ort sein.

1. Europäischer Erzähler: Dimitré Dinev

Mit seinem aktuellen Roman «Zeit der Mutigen» schafft der österreichisch-bulgarische Schriftsteller Dimitré Dinev etwas, was es nur selten gibt: ein Werk, das nicht nur die üblichen zwei- bis dreihundert Seiten aufweist, sondern gleich deren 1140. Mit einer Entstehungszeit von 13 Jahren erreicht der Roman darüber hinaus eine Tiefe und Dringlichkeit, die ihresgleichen sucht.

Mann mit Brille auf dem Kopf in einem dunklen Anzug vor Holzverkleidung.
Legende: Kämpfer für die Demokratie: Dimitré Dinev stammt aus Burgarien, von wo er nach der Wende gen Wien floh – wegen des Wahlsiegs der Postkommunisten bei den ersten freien Wahlen. Minitta Kandlbauer

In seinem gekonnt komponierten und sprachlich versierten Werk erkundet Dinev die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert und die zentralen Fragen des Lebens. Was macht den Menschen aus? Wie durchlebt und übersteht er Unterdrückung und Gewalt?  Und wie schafft er es, trotz allem wieder zu hoffen und zu lieben?

Dimitré Dinev an den Solothurner Literaturtagen

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  • Die neue autoritäre Ordnung. Eine literarische Annäherung. Podium mit Dimitré Dinev, Tanja Maljartschuk und Ilma Rakusa. Samstag, 16.5.2026, 11:30 Uhr, Theatersaal.
  • Lesung und Gespräch zu «Zeit der Mutigen». Samstag, 16.5.2026, 17:30 Uhr, Konzertsaal.
  • Musik für einen Gast. Sonntag, 17.5.2026, 12:30 Uhr, SRF-Studio, Cantino der Vino.

2. Entdeckung aus dem Bündnerland: Gianna Olinda Cadonau

Gianna Olinda Cadonau ist Mitglied der Kultururkommissionen des Kanton Graubünden und der Stadt Chur. Ausserdem ist sie bei der «Lia Rumantscha» als Kulturförderin tätig. Jetzt präsentiert die Autorin einen Kurzgeschichtenband von grosser Qualität.

Lachende Frau mit Brille in Schwarz-Weiss.
Legende: Kulturförderin und Schriftstellerin: Gianna Olinda Cadenau hat einen bemerkenswerten Erzählband geschrieben. Keystone / HITSCH ROGANTINI

Ein kleiner Hund, der zwei Menschen zusammenbringt, die sich ohne ihn nicht kennengelernt hätten. Ein Junge, der zwanghaft Gullydeckel und Parkuhren zählt und seinem gewalttätigen Vater ausgeliefert ist. Ein Mädchen, das Devi heisst und trotzdem Dina genannt wird. Eindrücklich und einnehmend erzählt Cadonau vom Fremden und Anderssein, von Zugehörigkeit und Freundschaft und überzeugt durch atmosphärische Dichte.

Gianna Olinda Cadenau an den Solothurner Literaturtagen

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  • Lesung und Gespräch zu «Am Kantenhain». Samstag, 16.5.2026, 13:00 Uhr, Kino Palace.

3. Satirische Opposition: Sasha Filipenko

Der belarussische Schriftsteller Sasha Filipenko präsentiert mit dem Roman «Die Elefanten» eine politische Satire, die auch als Allegorie über Komplizenschaft, Schuld und die Normalisierung des Ausnahmezustands gelesen werden kann.

Mann in grauer Jacke vor modernem architektonischem Hintergrund.
Legende: Oppositioneller Schriftsteller: Sasha Filipenko ist belarussischer Schriftsteller und Journalist – und steht in offener Opposition zum belarussischen Machthaber Lukaschenko. Filipenko lebt und arbeitet in der Schweiz. Keystone/Laurent Gillieron

Eines Morgens stehen plötzlich überall Elefanten herum. In den Wohnungen und in der Stadt. Doch statt mit Widerstand reagiert die Gesellschaft mit Gewöhnung, Bürokratie und Schweigen. Nur einer nicht. Ein Stand-up-Comedian fordert die Leute auf, sich der Realität zu stellen, und riskiert damit seine Arbeit, sein Leben, seine Liebe. Ein Roman über Macht und Angst und über zivile Verantwortung.

Sasha Filipenko an den Solothurner Literaturtagen

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  • Lesung und Gespräch zu «Die Elefanten». Sonntag, 17.5.2026, 13:00 Uhr, Theatersaal.

4. Das späte Romandebüt: Katja Früh

Schliesslich kommt eine bekannte und erfolgreiche Autorin nach Solothurn, tritt aber trotzdem als Debütantin auf. Denn die Regisseurin, Drehbuchautorin, Dramatikerin und Kolumnistin präsentiert hier ihren ersten Roman.

Person mit Brille und grauen Haaren vor lila Hintergrund.
Legende: Satirischer Blick auf ernstes Thema: In Katja Frühs Roman «Vielleicht ist die Liebe so» muss die Tochter die Mutter zum Kleiderkaufen begleiten. Damit die Mutter etwas Nettes anzuziehen hat im Sarg. Wikimedia Commons / C.Stadler / Bwag

In «Vielleicht ist die Liebe so» beschreibt Katja Früh die heikle Beziehung einer Tochter zu ihrer alternden Mutter. Die hat nämlich beschlossen, mittels Sterbehilfe aus dem Leben zu scheiden, und nötigt die Tochter nun, ihr bei den Sterbevorbereitungen zu helfen. Der Roman zeigt, was narzisstische Mütter auslösen können, und stellt darüber hinaus die Frage, ob man Sterbehilfe in Anspruch nehmen darf, nur weil man nicht alt werden will.

Katja Früh an den Solothurner Literaturtagen

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  • Familie Erzählen. Die eigene Familie als literarischer Stoff. Podium mit Katja Früh, Jehona Kicaj, Katinka Ruffleux. Freitag, 15.5.2026, 16:00 Uhr, Theatersaal.
  • Über das Ende schreiben. Literatur im Spannungsfeld von Tod, Trauer und Ethik. Podium mit Corina Caduff, Katja Früh, Ulrike Ulrich. Samstag, 16.5.2026, 20:30 Uhr, Konzertsaal.
  • Tagesgespräch: SRF-Studio, Cantino del Vino, Freitag, 15.5.2026, 13:00 Uhr.
  • Lesung und Gespräch zu «Vielleicht ist die Liebe so». Samstag, 16.5.2026, 10:00 Uhr, Theatersaal.

Radio SRF 2 Kultur, Kulturplatz-Talk, 12.5.2026, 9:03 Uhr.

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