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Netzwelt Facebook soll seine Löschpolitik offenlegen

Unser Netzthema des Tages: Angeblich hat Facebook wiederholt Inhalte gelöscht, die Menschenrechtsverletzungen dokumentieren. 73 Menschenrechtsgruppen fordern jetzt Transparenz über das Vorgehen und die internen Richtlinien der Plattform. In einem offenen Brief appellieren sie an Mark Zuckerberg.

Ipad mit der Frontseite einer norwegischen zeitung mit einem brief an Mark Zuckerberg.
Legende: Die norwegische Zeitung Aftenposten hat sich bereits im September mit einem offenen Brief bei Facebook beschwert. SRF

Worum geht's?

In letzter Zeit wurden immer mehr Fälle publik, in denen Facebook bestimmte Inhalte gelöscht oder zensiert haben soll. Zum Beispiel wurde der Account einer schwarzen Frau gelöscht, Link öffnet in einem neuen Fenster, die Polizeigewalt in Baltimore dokumentierte und dabei getötet wurde.

In einem anderen Fall wurde auf der Facebook-Seite einer norwegischen Zeitung ein historisches Bild aus dem Vietnamkrieg gelöscht, Link öffnet in einem neuen Fenster, das ein von Napalm verbranntes Kind zeigt. Und kürzlich sollen einige Livestreams von den Protesten gegen die Pipeline in North Dakota, Link öffnet in einem neuen Fenster zensiert worden sein.

73 Menschenrechtsgruppen fordern darum in einem offenen Brief an Mark Zuckerberg, Link öffnet in einem neuen Fenster, Facebook solle seine Löschrichtlinien transparent machen.

Warum ist's interessant?

In letzter Zeit hat sich Facebook von einem sozialen Netzwerk für Freunde immer mehr zu einem News-Kanal gewandelt – auch wegen der Popularität des Live-Streamings.

Die Autoren des Briefs attestieren Facebook darum «eine zentrale Rolle bei der Kontrolle von öffentlichen Meldungen». Deshalb sei es wichtig, dass Facebook genau offenlege, welche Inhalte aus welchen Gründen gelöscht werden können.

Facebook hat kürzlich in einem Blogpost erklärt, Link öffnet in einem neuen Fenster (noch vor der Veröffentlichung des offenen Briefs), dass sie künftig mehr Inhalte zulassen werden, die für die Öffentlichkeit wichtig scheinen. Und zwar selbst dann, wenn diese nicht ihren Richtlinien entsprechen.

Auf den offenen Brief hat man bei Facebook noch nicht geantwortet. Der Brief werde momentan geprüft, sagte das Unternehmen gegenüber «The Daily Dot», Link öffnet in einem neuen Fenster.

Artikel über den offenen Brief bei «The Daily Dot», Link öffnet in einem neuen Fenster

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Ramon Bieri (R. Bieri)
    Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass hier dringend Transparenz erforderlich ist. Ich hatte einmal ein Video gemeldet, in dem junge Männer einen friedlichen Strassenhund zu Tode quälen und prügeln und dies stolz mit dem Handy filmen. Die Antwort von Facebook: Der Inhalt verstösst nicht gegen die Richtlinien.
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