Bereits am Morgen wird am Eingang der Badi die Wassertemperatur der Schwimmbecken verkündet. So auch bei der Badi am See. Doch vor allem im Frühling gibt es keine Garantie, dass das Wasser den ganzen Tag so warm bleibt.
Wie das obige Video zeigt, variiert die Temperatur des Genfersees je nach Ort und Zeit um fast zehn Grad. Es handelt sich dabei nicht um Messwerte, sondern um eine Modell-Vorhersage der EAWAG.
Grosse Schwankungen im Frühling
Durch den Sonnenschein und die Hitze der letzten Tage hat sich die obere Schicht der Seen stark erwärmt. Im Vergleich zum Schwimmbecken befindet sich unter der Seeoberfläche jedoch ein riesiges Reservoir an kaltem Wasser.
Vor allem im Frühling, wenn die warme Schicht noch relativ dünn ist, kann sie leicht vom Wind weggeschoben werden. Was nachströmt, ist kühleres Wasser aus der Tiefe. Bei grossen Seen und unterschiedlichen Windrichtungen können solche Strömungen für ziemlich chaotische Temperaturunterschiede sorgen.
Immer stabiler
Im Laufe des Sommers wird die warme Schicht immer dicker und vor allem deutlich wärmer als das kalte Tiefenwasser. Weil warmes Wasser leichter ist als das bis zu vier Grad kalte Tiefenwasser, ist der See sehr stabil geschichtet. Es bräuchte starken Wind über längere Zeit, damit grosse Temperaturschwankungen möglich wären.
Selten, aber nicht ausgeschlossen
Ein Föhnsturm am Urnersee kann selbst die mächtige Oberflächenschicht im Sommer wegblasen. Er bringt über viele Stunden hinweg starken Wind aus südlichen Richtungen. Dadurch strömt im südlichen Teil des Urnersees immer kälteres Wasser an die Oberfläche.
Ähnlich wie den Badi-Gästen, die sich auf die versprochene Badetemperatur freuen, ergeht es dann auch den Surfern: Sie legen bei angenehm warmem Wasser los. Doch spätestens am zweiten Tag braucht es den dickeren Neoprenanzug.