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Regionalredaktor Thomas Pressmann: «Das linke Lager darf sich freuen. Und das ist richtig.»
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 30.11.2020.
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Wahlen Stadt Bern Ein starkes Zeichen aus dem linken Lager

Das linke Lager darf sich zu Recht freuen. Als es vor vier Jahre vier der fünf Sitze in der Berner Stadtregierung holt, sprachen viele von einem Zufallssieg. Tatsächlich hatte sich das bürgerliche Lager damals zerstritten, weshalb es den Sitz des damaligen FDP-Gemeinderats Alexandre Schmidt nicht halten konnte – und Links-Grün reüssierte. Dieses Jahr ist es anders: Die Bürgerlichen traten geschlossen an, und hatten dennoch keine Chance gegen das dominante rot-grüne Lager.

Eine Schmach für die Bürgerlichen

Das Wahlresultat ist ein grosser Triumph für die grünen Parteien und die SP. Und eine Schmach für die Bürgerlichen. Wieder hat es nicht gereicht. Das erstaunt. Viele Beobachter waren sich einig, dass es mit dem Bündnis hätte klappen sollen.

Doch zwei Dinge gingen wohl vergessen. Bern mag von aussen als behäbig wirken, doch die Stadt ist politisch die linkste Grossstadt der Schweiz. Die Bürgerlichen haben es schwer, sehr schwer. Und: Die Politik, wie sie das RGM-Bündnis seit fast 30 Jahren betreibt, kommt bei den Wählerinnen sehr gut an. Die Massnahmen zur Verkehrsberuhigung sind erwünscht, der Ausbau der Kinderbetreuung ist ein grosses Bedürfnis. Und da verzeiht es offenbar das Stimmvolk, dass die Finanzen in letzter Zeit aus dem Ruder geraten sind.

Bern ist urban und sehr links. Das Stimmvolk mag vielleicht nicht mit allem, was die rot-grüne Regierung macht, zufrieden sein (Stichwort Finanzen), aber den Bürgerlichen traut man das Regieren noch viel weniger zu. Bern ist und bleibt links – daran dürfte sich so schnell nichts ändern.

Linke Parteien sind sich nicht in allem einig

Leidet darunter die politische Dynamik? Ein bisschen wohl schon. Vergessen darf man aber nicht: Die linken Parteien sind sich nicht in allem einig. Es ist kein Zufall, dass es viele verschiedene grüne Parteien gibt in der Berner Stadtpolitik. Politische Diskussionen finden hier nicht zwischen links und rechts statt. Sondern zwischen sehr links und links, zwischen grün-liberal und grün-alternativ. Der Sieg der Linken ist ein starkes Zeichen – und ein Hinweis für die Bürgerlichen, dass sie mit ihrer Politik nur eine Chance haben, wenn sie sich dem städtischen Polit-Gusto anpassen.

Thomas Pressmann

Thomas Pressmann

Regionalredaktor Bern Freiburg Wallis

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Thomas Pressmann arbeitet seit 2007 beim Regionaljournal Bern Freiburg Wallis. Dort berichtet er unter anderem über die Berner Stadtpolitik.

SRF 1, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 06:31 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Esther Jordi  (ejejej)
    Die Reitschule und die Teilnehmer an unbewilligten Demos dürfen sich auch freuen.
    Armes Bern,
    1. Antwort von robert mathis  (veritas)
      Ob sich die Berner auf Dauer freuen können ist fraglich mit dem Schandfleck der Reitschule und den unbewilligten von Hr. Graffenried und Hr. Nause trotzdem geduldeten Demonstrationen vor dem Bundeshaus werfen kein gutes Licht auf diese gelobte grüne/linke Regierung.....
  • Kommentar von Urs Sahli  (sahliu)
    Thomas Pressmann: das linke Lager darf sich freuen und das ist richtig so.... Diese Aeusserung gibt mir mehr als zu denken.
  • Kommentar von Philipp Vischer  (HakunaMatata)
    Wer die Berner GLP als mittig bezeichnet, sollte sich auf Smartvote die Diagramme (Smartmap) anschauen. Viel "links" bleibt da nicht mehr übrig zum linken Rand.