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Wieso ist die Zustimmung zur Pflege-Initiative noch immer so gross, Herr Golder?
Aus News-Clip vom 16.11.2021.
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2. SRG-Umfrage Das Ja zur Pflege-Initiative scheint klar zu sein

  • Wenn bereits am 7. November abgestimmt worden wäre, hätte die Stimmbevölkerung die Pflege-Initiative angenommen.
  • 67 Prozent der Befragten wollen der Initiative gemäss SRG-Umfrage zustimmen, 27 Prozent sind dagegen.
  • In fast allen Gruppen zeichnet sich ein Ja ab – die Ausnahme bildet die FDP-Wählerschaft.

Seit Wochen geht das Pflegepersonal auf die Strasse, um für sein Anliegen zu sensibilisieren. Offenbar mit Erfolg, wie die zweite SRG-Umfrage im Auftrag der SRG SSR zeigt. Demnach sind lediglich 6 Prozent der Befragten noch unentschlossen – zwei Drittel der Teilnahmewilligen wollen die Volksinitiative «Für eine starke Pflege», kurz Pflege-Initiative, annehmen.

Im Vergleich zur ersten SRG-Umfrage am 9. Oktober zeigt sich der für Initiativen übliche Nein-Trend. So hat die Ja-Seite 11 Prozentpunkte verloren und die Ablehnung erhöhte sich von 15 auf 27 Prozent.

Dennoch hat die Pflege-Initiative nach wie vor gute Chancen, wie Lukas Golder, Co-Leiter des Forschungsinstitutes gfs.bern, erklärt. «Wenn es bis zur Abstimmung am 28. November bei einer ähnlichen Dynamik wie im vergangenen Monat bleibt, bestünde immer noch eine deutliche Ja-Mehrheit. Die Stimmungslage in der Bevölkerung spricht weiterhin für eine Annahme.»

Gemäss Umfrage will mit praktisch unveränderten 47 Prozent immer noch fast die Hälfte der Befragten bestimmt für die Vorlage stimmen.

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Lukas Golder: «Geht der Trend so weiter, zeigt sich eine grosse Ja-Merheit»
Aus News-Clip vom 16.11.2021.
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Alle befragten Gruppen sprechen sich mehrheitlich für ein Ja aus. Mit einer einzigen Ausnahme: Die FDP-Anhängerschaft ist neu zu 55 Prozent gegen die Pflege-Initiative, womit die Nein-Parole der Freisinnigen Wirkung zeigt. Zwar gibt es auch bei GLP, Mitte und SVP Nein-Trends, diese fallen aber mit je rund einem Drittel nicht besonders deutlich aus.

Eine Verstärkung des Nein-Trends sei einzig bei der SVP-Wählerschaft zu erwarten, deren Partei die Nein-Parole beschlossen hat, erklärt Golder. «Das genügt bei weitem nicht für eine Mehrheit. Bis weit ins bürgerliche Lager hinein sind die Pro-Argumente – besonders dass die Pflege mehr Unterstützung braucht – praktisch unbestritten», so der Politologe.

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Erstaunt es, dass auch die SVP-Wählerschaft mehrheitlich Ja stimmen will, Herr Golder?
Aus News-Clip vom 16.11.2021.
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Neben der FDP zeigen sich auch bei Personen mit über 11'000 Franken Haushaltseinkommen monatlich, auf dem Land und in der Deutschschweiz mit rund einem Drittel Gegenstimmen etwas verstärkte Nein-Trends. Doch selbst in diesen Gruppen finden sich klare Mehrheiten für die Initiative.

Zwar dürfte das Nein-Lager laut gfs.bern vor allem in konservativen Regionen in der Deutschschweiz weiterhin deutlich zulegen, aber eine Umkehr der Mehrheitsverhältnisse schweizweit wäre eine Überraschung. So könnte die Pflege-Initiative zur ersten gewerkschaftlich orientierten Initiative seit 1981 werden, die angenommen wird.

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Lukas Golder: «Den Leuten ist bewusst, dass es mehr braucht als nur Applaus»
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Dabei könnte dem Anliegen auch ein gewisser Corona-Effekt helfen. «Durch die Pandemie ist den Leuten bewusst geworden, dass es in der Pflege mehr braucht als Applaus. Man hat ein Bewusstsein entwickelt, dass es vorher schon ein Problem gab, welches nun dringlich zutage tritt», analysiert Golder. Zudem seien derzeit auch Menschen motiviert, abzustimmen, die dem Bundesrat eher kritisch gegenüberstehen und so eher für Initiativen stimmen.

Mit dem hohen Ja-Vorsprung und der allgemeinen Anerkennung des Pflegenotstandes kämpft die Gegnerschaft wohl gegen Windmühlen.

Datenerhebung und Stichprobengrösse

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Datenerhebung und Stichprobengrösse

Die Umfrage ist im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 3. und 11. November 2021 durchgeführt worden. Insgesamt wurden die Antworten von 23’997 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt.

Telefonisch befragt wurden 1215 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt.

Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten. Der statistische Fehler beträgt ± 2.8 Prozentpunkte. Bei 1215 Befragten und einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.2 und 52.8 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Online-Befragung

Zusätzlich wurden mehrere Tausend Personen online befragt. Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 22’782 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden. Die Online-Befragung wurde über die Webportale der SRG-Medien realisiert als sogenanntes Opt-in (Mitmachbefragung).

Diese Online-Stichprobenzusammenstellung erfolgte nicht zufällig und die resultierende Stichprobe ist nicht repräsentativ. Es haben beispielsweise weniger ältere Personen als jüngere an der Online-Umfrage teilgenommen und mehr Männer als Frauen.

Deshalb hat das Institut gfs.bern die Antworten gewichtet: Den Verzerrungen in der Stichprobe wurde mittels statistischer Gewichtungsverfahren entgegengewirkt und so die Repräsentativität optimiert.

Die Aufteilung der Befragten insgesamt auf die Sprachregionen ist wie folgt: 20’014 Personen in der Deutschschweiz, 3’374 in der Romandie und 609 in der italienischsprachigen Schweiz.

Wie wird gefragt?

Die befragten Stimmberechtigten hatten jeweils fünf Antwortmöglichkeiten zur Verfügung: «bestimmt dafür», «eher dafür», «weiss nicht/keine Antwort», «bestimmt dagegen» und «eher dagegen».

Für eine vereinfachte Darstellung im Artikel wurden in den meisten Fällen die Antworten «bestimmt dafür» und «eher dafür» zusammengezählt – entsprechend wurde auch mit den Antworten «bestimmt dagegen» und «eher dagegen» verfahren.

Konkret wurde etwa gefragt: «Ganz unabhängig davon, wie sicher Sie sind, dass Sie an dieser Volksabstimmung teilnehmen werden: Wenn morgen schon über die Vorlage abgestimmt würde, wären Sie dann bestimmt dafür, eher dafür, eher dagegen oder bestimmt dagegen?»

Umfragen sind Momentaufnahmen

Das Forschungsinstitut gfs.bern hat zwei Umfragen zur Abstimmung vom 28. November 2021 durchgeführt. Die Autoren der Studie betonen, die Ergebnisse seien kein vorweg genommenes Abstimmungsergebnis, sondern eine Momentaufnahme zur Zeit der Befragung. Allerdings sind bei mindestens zwei Befragungen Aussagen über Trends möglich.

Detaillierte Informationen zur Befragungsart und den Interpretationen der Ergebnisse finden Sie auf der Website des Institutes gfs.bern.

Abstimmungsdossier

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Legende: SRF

News und Hintergrund zu den Abstimmungen und Wahlen vom 28. November 2021.

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SRG-Umfrage: Deutliches Ja zur Pflege-Initiative
Aus Tagesschau vom 17.11.2021.
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Was die Pflege-Initiative und der Gegenvorschlag bringen
Aus 10 vor 10 vom 17.11.2021.
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SRF 4 News, 17.11.2021, 06:00 Uhr

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