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Moutier wechselt vom Kanton Bern zum Kanton Jura
Aus Tagesschau vom 28.03.2021.
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Moutier hat entschieden Letztes Kapitel in der Jurafrage ist noch nicht geschrieben

Das Jurastädtchen Moutier will mit seinen rund 7500 Einwohnerinnen und Einwohnern den Kanton wechseln. Mit knapp 400 Stimmen Unterschied hat das Stimmvolk von Moutier Ja zum Wechsel in den Kanton Jura gesagt. Die Separatisten haben über Generationen für diesen Tag gekämpft.

Bereits bei der letzten Abstimmung im Sommer 2017 stimmte Moutier knapp für den Kantonswechsel. Die Abstimmung wurde jedoch annulliert.

Ein zweisprachiger Kanton?

Dass der Kanton Bern eine Gemeinde verliert, ist kein Novum. Der frühere Bernische Bezirk Laufental etwa wechselte in den 1990er Jahren zum Kanton Baselland. Auch das 70-Seelendorf Vellerat wechselte vom Kanton Bern zum Kanton Jura.

Die Tragweite beim Weggang von Moutier ist jedoch eine andere. Der Kanton Bern ist zweisprachig. Im Berner Jura ist die Amtssprache Französisch. Wird diese Verwaltungsregion immer kleiner, drängt sich irgendwann die Frage auf, ob sich der Kanton Bern die Zweisprachigkeit noch leisten will und kann.

Neue Diskussion um garantierten Jurasitz

Das Resultat der heutigen Abstimmung könnte sich auch auf das politische Wahlsystem auswirken. Durch den Entscheid Moutiers, dem Kanton Bern den Rücken zu kehren, könnte auch die Diskussion um den garantierten Jurasitz erneut aufkommen.

Der Berner Jura hat in der Kantonsregierung einen Sitz auf sicher. Bisher wurde der Jurasitz erst vereinzelt in Frage gestellt. Mit dem Weggang von Moutier schrumpft der Berner Jura, und so erhalten jene Aufwind, die den garantierten Jurasitz als überproportionale Bevorzugung einer Minderheit sehen.

Gericht wird entscheiden

Wie bereits die Abstimmung 2017, wird auch der neuste Entscheid von Moutier noch vor Gericht verhandelt. Bereits vor der Abstimmung wurde von der Regierungsstatthalterin des Verwaltungskreises Berner Jura ein Verfahren eröffnet. Darin geht es um Aussagen von Virginie Heyer, Präsidentin des Bernjurassischen Rates. Dass weitere Beschwerden hinzukommen, ist nicht ausgeschlossen.

Ob die Justiz das deutliche Resultat mit 374 Stimmen Unterschied annulieren würde, ist fraglich. So oder so: Das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben – Verlierer gibt es aber schon.

Matthias von Wartburg

Matthias von Wartburg

Regionalredaktor

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Matthias von Wartburg arbeitet seit 2019 beim Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF. Dort berichtet er unter anderem aus der Region Biel.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr

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33 Kommentare

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  • Kommentar von andreas furrer  (andfurrer)
    die von unten haben gegen die von oben gewonnen. schön das es das noch gibt; vor allem in einem so von oben dominierten land wie der schweiz.
  • Kommentar von Peter Strasser  (Stäse)
    Hoffe das Thema ‘Jura’ ist nun langsam durch! Sonst beginnt es dass dann langsam zu nerven. Bin eigentlich der Meinung, dass 5 Kantone schon 2 zu viel, sind
  • Kommentar von Thomas Steiner  (Tom Stone)
    Solange in der Schweiz noch so viel von den Kantonen geregelt wird ist es schon wichtig, zu wem man gehört. Egal ob Bildung, Steuern... jeder darf für sich mauscheln. Und da die Welschen auch bei Abstimmungen eher andere Resultate haben verstehe ich Moutier.
    @srf: Ist Biel nicht mehr zweisprachig? Wie will man da die Zweisprachigkeit abschaffen?