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Ausbruch in England Was steckt hinter der Krankheit Meningitis?

Die bakterielle Erkrankung ist gefährlich, aber deutlich weniger ansteckend als etwa Masern oder Covid.

Was ist in Kent passiert? Seit Mitte März befindet sich die britische Grafschaft Kent im Ausnahmezustand. Am 12. März kommt es in einem Club in der Stadt Canterbury zu einem Meningitis-Ausbruch. Die Behörden reagieren schnell: Ein Kontakt-Tracing wird durchgeführt und Antibiotika werden vorsorglich verabreicht. Tage später dann die Schreckensmeldung: Zwei junge Menschen sind gestorben. Eine grosse Impfaktion wird an der Universität durchgeführt. Bis heute gibt es 20 bestätigte Fälle. Alle Betroffenen müssen laut den britischen Behörden im Spital behandelt werden.

Was ist Meningitis? Meningitis ist eine Gehirnhautentzündung. «Es gibt einen ganzen Strauss von Erregern, die Meningitis auslösen können», sagt Wissenschaftsredaktorin Katrin Zöfel. So könnten beispielsweise Viren, Zecken, Pilze oder Parasiten Meningitis auslösen. Im Fall von Kent spricht aber man von bakterieller Meningitis oder von einer invasiven Meningokokken-Erkrankung Typ B (siehe Box).

Frau erhält Impfung von medizinischem Personal.
Legende: Zur Impfung waren vor allem Studierende der Universität Kent aufgerufen. Reuters / Toby Melville

Wie gefährlich ist eine Infektion? Symptome treten meistens nach drei bis vier Tagen auf. Erste Anzeichen sind oft Kopfweh und hohes Fieber. «Meningitis kann sehr schnell lebensgefährlich werden, besonders bei einer bakteriellen Infektion», sagt SRF-Wissenschaftsredaktorin Katrin Zöfel. Gefährdet sind unter anderem Kinder unter fünf Jahren und junge Erwachsene, wie das Universitätsspital Zürich auf seiner Homepage schreibt.

Meningokokken

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Laut BAG tragen rund 15 Prozent aller Menschen im Nasen-Rachen-Raum Meningokokken-Bakterien, ohne dabei krank zu werden. Wenn aber gewisse Stämme dieser Bakterien über die Schleimhaut ins Blut gelangen würden, könne es zu schweren Erkrankungen kommen. Aktuell werde die Impfung gegen die Erkrankung durch die Serogruppe B sowie mit einem Vierfach-Impfstoff gegen die Serogruppen A, C, W, Y empfohlen.

Wie verbreiten sich Meningokokken? Das Bundesamt für Gesundheit BAG schreibt in einer schriftlichen Stellungnahme von «engem Kontakt», der für eine Übertragung notwendig sei. Also beispielsweise bei Eltern und Kindern, die zusammenwohnen. Oder bei Jugendlichen, die sich betrunken in den Armen liegen. Im vorliegenden Fall in Grossbritannien breiteten sich die Meningokokken-Bakterien in einem Club aus. Es wird vermutet, dass auch Vapes bei der Übertragung eine Rolle gespielt haben könnten. Anders als bei Masern verbreiten sich Meningokokken aber nicht über die Luft und sie gelten nicht als besonders ansteckend.

Wie hat man in Grossbritannien reagiert? Die Behörden in Grossbritannien haben mit einem Grossaufgebot reagiert. Tausende junge Menschen wurden vorsorglich mit Antibiotika behandelt und geimpft. Die Behörden wollten eine weitere Ausbreitung in der Region möglichst wirksam unterbinden. Das Risiko für die allgemeine Bevölkerung sei jedoch sehr gering, betonte Gesundheitsminister Wes Streeting gegenüber der BBC. Gleichzeitig lobt er die enormen Anstrengungen, welche die Behörden in Kent unternommen hätten.

Menschen sitzen an Tischen in einer Turnhalle, die zu einer Impfstation umfunktioinert wurde.
Legende: An der Universität Kent wurden tausende Studentinnen und Studenten vorsorglich mit Antibiotika behandelt und geimpft. Keystone / AP / Gareth Fuller

Was heisst das für die Schweiz? In der Schweiz können sich laut BAG Meningokokken vor allem in Asylunterkünften und in der Rekrutenschule verbreiten, da dort Menschen auf engstem Raum leben. Theoretisch sei ein Ausbruch vor allem an solchen Orten möglich und man müsse jederzeit schnell handeln können. Invasive Meningokokken-Erkrankungen (also bakterielle Infektionen) seien jedoch selten. «2025 wurden in der Schweiz 39 wahrscheinliche und sichere Fälle von invasiven Meningokokken gemeldet», hält das BAG fest. Das entspreche einer Inzidenz von 0.4 Fällen pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

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