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Aktion der Solidarität Haare spenden für die Opfer von Crans-Montana

Junge Frauen folgen einem Aufruf in den sozialen Medien und lassen sich die Haare schneiden, damit daraus Perücken für die Verletzten des Brands in Crans-Montana hergestellt werden können.

Anita hat sich entschieden, ihren Look für einen guten Zweck zu ändern: Ihre Haare werden an jene gehen, bei denen sie wegen der Verbrennungen nicht mehr nachwachsen werden.

Auch Giorgia hat beschlossen, sich dieser Initiative anzuschliessen. Sie hatte sie auf Facebook entdeckt: «Ich habe ein Zentrum in Kloten kontaktiert, das bereits Haare sammelte, um Perücken für Krebskranke herzustellen», berichtet sie dem Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz (RSI). «Es bestätigte mir, dass es dies auch für Crans-Montana tue. So beschloss ich, mir die Haare schneiden zu lassen.»

Junge Frauen begründen, wieso sie sich die Haare schneiden lassen

Für eine Frau, die an langes Haar gewöhnt ist, sei es eine erhebliche Veränderung, räumt Giorgia ein. «Ich hatte das Gefühl, dass ich es tun muss, um etwas Positives zu tun, um eine Seite umzublättern, nach all diesen Wochen mit traurigen Nachrichten.»

Für sie sei sofort klar gewesen, dass sie bei der Aktion mitmache, meint Mara Piazzoli, Coiffeuse in Paradiso bei Lugano – nach dem Motto: «Du spendest deine Haare, wir bieten unsere Dienstleistung an.»

Bei den Haarspenden gilt es jedoch, Anforderungen zu beachten. Die Haare sollten naturbelassen oder wenig behandelt sein, damit sie möglichst widerstandsfähig sind. Und sie müssen mindestens 30 Zentimeter lang sein und möglichst nicht gestuft. «Eine Perücke herzustellen, ist aufwendig», betont Mara Piazzoli. «Es ist eine Arbeit wie beim Weben. Man braucht dafür das bestmögliche Material.»

Die Initiative scheint auf Anklang zu stossen. In ihrem Salon gingen viele Anrufe ein, berichtet die Coiffeuse. «Die Nachfrage ist gross. Wir sind zufrieden. Uns kostet es wenig, und es ist ein schöner Moment der Solidarität.»

Pro Perücke braucht es mehrere Haarspenden

Box aufklappen Box zuklappen

Beim Unternehmen Rolph in Kloten (ZH) treffen Haarsendungen in grossen Mengen ein. Die Perücken werden von Hand gefertigt. Aber eine Perücke herzustellen brauche Zeit und viel Material, betont Sabrina Kaiser-Kossmayr, Chefin des Unternehmens. «Eine einzige Spende reicht nicht aus. Man muss warten, bis man die richtige Länge, die Struktur und die notwendige Farbe hat. Wenn die Spenden ausreichen, schätzen wir, dass es vier bis sechs Monate dauern wird, bis wir einen Teil der Perücken haben.»

RSI, Telegiornale, 20.1.2026, 20 Uhr;liea;weds

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