Bis Anfang Juli waren religiöse Verantwortliche vom Dienst befreit, da ihre Tätigkeit «für die Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen Lebens unerlässlich» war. Dies ist nicht mehr so, wie die Zeitungen von CH-Media herausfanden. Die Schweizer Armee hat diese Recherche bestätigt.
Der Bericht von RTS:
Grund für diese Gesetzesänderung ist die zunehmende Säkularisierung. Weiter präzisiert die Armee, dass die Dienstpflicht oft bereits abgeschlossen ist, bevor ein Pfarrer seine Ausbildung beendet hat.
Politisch verlief diese Reform eher ruhig: Das Radio und Fernsehen der Westschweiz (RTS) hat mehrere Mitglieder der Sicherheitspolitischen Kommission angefragt – diese konnten sich an keine Debatte darüber erinnern –, obwohl im Dezember 2025 eine Abstimmung über die Aufhebung des bisherigen Gesetzesartikels stattfand.
Kein Kontakt mit der Kirche
Auch seien die Landeskirchen weder informiert noch konsultiert worden. Die Armee rechtfertigt diesen Entscheid damit, dass nur eine geringe Anzahl an Militärangehörigen davon überhaupt betroffen sei.
Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz zeigt sich «sehr irritiert» über diese Vorgehensweise. Die katholische Bischofskonferenz «bedauert», nicht darüber informiert worden zu sein.
Nur gerade neun Personen sind von dieser Aufhebung der Dienstbefreiung betroffen, darunter Pfarrer sowie Mitglieder von Bruderschaften und Klöstern. Sie wurden vom Militär schriftlich darüber informiert und wurden wieder ihrer ursprünglichen militärischen Funktion zugeteilt. Vier von ihnen haben bereits Kontakt mit der Armee aufgenommen.