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Engadiner Bergseen Schwarzes Eis – schön und gefährlich

In den letzten Wochen herrschten optimale Bedingungen für so genanntes schwarzes Eis auf den Bergseen im Oberengadin. So schön und faszinierend das ist, es passieren auch jedes Jahr Unfälle. Die Gemeinden halten sich zurück.

Mit den Schlittschuhen auf den gefrorenen Bergsee, dahinter das winterliche Alpen-Panorama: Auf den Seen des Oberengadins tut man dies auf eigenes Risiko. Jedes Jahr gibt es Unfälle, bei denen Personen durch die Eisdecke ins kalte Wasser fallen, was tödlich enden kann. Auch dieses Jahr sind zwei Personen im St. Moritzersee eingebrochen. Sie konnten gerettet werden.

Original-Beitrag von RTR (mit dt. Untertiteln):

Dieses Jahr herrschten optimale Bedingungen für Seen mit schwarzem Eis: tiefe Temperaturen und kein Schneefall während der Zeit, in der die Seen zufroren. Und auch wenn mittlerweile doch erste Flocken auf die glasklare Fläche gefallen sind: Das schwarze Eis lockt sehr viele Sportler auf die Seen.

Gemeinden halten sich raus

Seit 25 Jahren gibt es die Seen-Kommission im Oberengadin. Dies ist eine Kommission, die die fünf Gemeinden Celerina, St. Moritz, Silvaplana, Sils und Maloja in Bezug auf die Sicherheit auf den Seen berät.

Wie der Präsident der Kommission, Cristiano Luminati, gegenüber dem Radio und Fernsehen der rätoromanischen Schweiz (RTR) erzählt, hatte die Kommission es nicht immer einfach, bestimmte Gemeinden davon zu überzeugen, wann Loipen oder Wege auf den Seen zu öffnen oder zu schliessen sind. Heute sei das viel einfacher.

Die Seen mit schwarzem Eis werden jedoch nie offiziell von den Gemeinden freigegeben. Der Zugang sei auch nie verboten, führt Luminati weiter aus. Jede Person gehe auf eigenes Risiko aufs Eis.

Dies sei vergleichbar mit der Situation beim Skifahren auf Touren. Auf markierten Pisten sei das Skigebiet für die Sicherheit verantwortlich, ausserhalb der Piste trügen alle das Risiko selbst.

Eine Frage der Haftung

Wenn eine Gemeinde eine Loipe oder einen Platz zum Eishockeyspielen vorbereitet oder einen Event wie das White Turf in St. Moritz organisiert, dann übernimmt die Gemeinde die Verantwortung auf dem Eis. Ausserhalb der Markierungen sind alle selbst für ihre Sicherheit verantwortlich.

Laut Cristiano Luminati sei dies auch juristisch der sicherste Weg für die Gemeinden. Wenn eine Gemeinde das Eis zum Schlittschuhlaufen freigeben würde, und es würde ein tödlicher Unfall passieren, könnte es sein, dass die Gemeinde die Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen tragen müsste.

RTR, Telesguard vom 7.1.2026, 17 Uhr

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