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Feier der Superlative von 1971 Mein Chef, der Schah von Persien

18'500 Kilo Esswaren für 600 Gäste, und das in einer Oase mitten in der iranischen Wüste: So feierte der Schah von Persien 1971 den 2500. Geburtstag des Persischen Reichs. Ein Koch aus dem Engadin war mit dabei.

«Man kann wirklich sagen, dass es das Fest des Jahrhunderts war.» Rudolf Pazeller spricht von einem einzigartigen Moment in seinem Leben, im Oktober 1971, als er, ein junger Koch aus Tarasp im Unterengadin, mitten in einem Spektakel landete, das an Opulenz kaum zu überbieten war.

Blick ins Fotoalbum von Rudolf Pazeller

Der Kaiser von Persien, Schah Mohammad Reza Pahlavi, wollte die Wiedergeburt der iranischen Zivilisation feiern. Anlass dafür bot ihm der 2500. Geburtstag des Persischen Reichs.

Für das Fest habe das Motto gegolten: «Warum nicht das Beste?», erinnert sich Pazeller. «Das war der Anspruch, den er an uns alle hatte, die dort arbeiteten.»

Wie sich Rudolf Pazeller an die Feier von Persepolis erinnert:

Das Fest fand in einer Zeltstadt statt, die aus 37 Kilometern Seide gefertigt worden war. 18'500 Kilogramm Lebensmittel wurden herangeschafft. Von Teheran aus hatte der Schah eine 1000 Kilometer lange Autobahn bauen lassen, damit die rund 600 Gäste aus 69 Ländern bequem nach Persepolis reisen konnten.

Von St. Moritz nach Persepolis

Zum Engagement in der Festküche des Schahs war Pazeller dank seines Vaters gekommen, eines Concierges im Palace Hotel in St. Moritz. Dort war der iranische Monarch häufig Gast.

«In den 1960er- und 1970er-Jahren war St. Moritz der Treffpunkt für den internationalen Jetset und damit auch für den Schah und seine Familie», sagt Sacha Zala, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Bern und Direktor der Forschungsstelle Dodis.

Der Schah und die Schweiz

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Als junger Prinz besuchte Mohammad Reza Pahlavi in den 1930er-Jahren das Institut Le Rosey in Rolle – mit dem Ziel, eine westliche Ausbildung zu erhalten. Später, als Schah, besuchte er in den 1960er- und 1970er-Jahren die Schweiz jedes Jahr, um in St. Moritz Winterferien zu verbringen.

Dafür kaufte er sogar die Villa Suvretta und liess sie für seine 25-köpfige persönliche Leibwache umbauen. Trotzdem stellte die Kantonspolizei Graubünden bei jedem Besuch einen Schutzdienst zur Verfügung.

Von diesen Besuchen finden sich zahlreiche Spuren in der Datenbank des Kompetenzzentrums für die Geschichte der schweizerischen Aussenpolitik, Dodis (Diplomatische Dokumente der Schweiz). Der Bundesrat nutzte die Aufenthalte des Monarchen in der Schweiz für diskrete Treffen, unter anderem zum Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zum Iran.

Immer wieder kam es zu teils heftigen öffentlichen Protesten, wenn sich der Schah in der Schweiz aufhielt. Die Besetzung des iranischen Generalkonsulats in Genf durch Studenten im Exil am 1. Juni 1976 trübte vorübergehend die Beziehungen. Durch die damals gestohlenen Dokumente wurde öffentlich, dass Genf vom iranischen Geheimdienst als Spionagezentrum in Europa genutzt wurde.

In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre sorgte die Frage der Steuerbefreiung des Immobilienbesitzes des Schahs im Kanton Graubünden für Kritik. Später stand vor allem die Frage der Gelder des Schahs auf Schweizer Banken im Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit.

Für das Fest in Persepolis liess der Schah auch Köche und Kellner aus Paris und St. Moritz in die iranische Wüste fliegen. Neben Pazeller gehörte zu ihnen Oswald Toutsch, ein Kellner aus dem Palace Hotel St. Moritz.

1972 beschrieb Toutsch seine Erlebnisse in Persepolis in einer Radiosendung so: «Endlich in Persepolis angekommen, fielen uns fast die Augen aus dem Kopf beim Anblick all dieser Pracht und Wunder, die eigens für ein zweitägiges Fest errichtet wurden – ein kleines Paradies für einige wenige Auserwählte.»

Auch die Sicherheitsmassnahmen waren enorm. Jeder Kellner wurde von einem Soldaten begleitet, und die Weinflaschen wurden nicht nur wegen der Korken verkostet, sondern auch wegen möglicher Giftanschläge.

Es war der Anfang vom Ende

Es war in jeder Hinsicht ein aussergewöhnliches Fest. Das Schweizer Fernsehen berichtete damals: «Insgesamt hat der iranische Staat 2.5 Milliarden Franken für das grösste Treffen von Herrschern der Welt bezahlt.»

Doch das Fest von Persepolis war nicht der Beginn einer neuen Ära, sondern der Anfang vom Ende des Schahs. Die Armut der Bevölkerung war zu gross. Angefacht von den Mullahs, entlud sich 1979 der Zorn der Massen, und es kam zur islamischen Revolution. Schah Mohammad Reza Pahlavi musste aus dem Land fliehen.

RTR, Marella, 13.3.2026, 11 Uhr; herb

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