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Gesundheit Zwei Frauen mit Alopezie wollen das Tabu des Haarausfalls brechen

Ein Drittel der erwachsenen Frauen leidet unter Alopezie – für viele ein Tabuthema. Zwei von ihnen wollen das Schweigen brechen.

Über teilweisen oder vollständigen Haarausfall bei Frauen ist wenig bekannt – obwohl ein Drittel der erwachsenen Frauen davon betroffen ist und bis zur Hälfte der Frauen im Rentenalter. Die Ärztin Cindy Ottiger-Mankaka erklärt dies gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) so: «Bei Alopezie handelt es sich um ein Symptom, nicht ein eigenes Krankheitsbild. Es gibt mehrere Gründe, die diesen Haarausfall verursachen können.»

Was ist Alopezie?

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Unter Alopezie versteht man übermässigen Haarausfall, beziehungsweise das Fehlen von Haaren an sonst behaarten Körperregionen. Dieser kann jeden Körperteil betreffen.

Zu diesen Ursachen zählen insbesondere Hormonabfall nach einer Schwangerschaft, Stress oder auch eine Autoimmunerkrankung. Doch diese Ursachen werden nicht immer in Betracht gezogen. Das könne bei betroffenen Frauen zu einer «doppelten Belastung» führen, betont Ottiger-Mankaka, die sich auf Alopezie spezialisiert hat.

Der Bericht von RTS mit deutschen Untertiteln:

Einerseits, wenn man zu Hause bemerke, dass man Haare verliere, andererseits, wenn man zum Arzt gehe und dort nichts festgestellt werden könne, führt die Ärztin weiter aus. In einigen Fällen werde eine Behandlung angeboten, in anderen wachsen die Haare nicht mehr nach.

Alopezie sichtbar machen

Dass über Alopezie in der Allgemeinheit wenig Wissen verbreitet ist, hat Nadine Francey ebenfalls festgestellt. Sie hat bereits in jungen Jahren ihre Haare verloren. «Man verbindet eine kahlköpfige Frau oft mit Krankheiten, weil das Thema in der Gesellschaft noch zu unbekannt ist. Ich habe mich lange sehr allein damit gefühlt», berichtet sie.

Nachdem Francey es in ihrer Jugend noch verheimlicht hatte, steht sie heute offen dazu: «Es hat mich nicht daran gehindert, mein Leben zu leben, glücklich zu sein, Liebe zu finden, Kinder zu bekommen oder zu arbeiten.»

Heute ist es darum ihr Ziel, Alopezie sichtbar zu machen. Sie trägt Perücken wie andere Accessoires: morgens langes blondes Haar, abends einen braunen Bob – und präsentiert sich so auch in den sozialen Medien.

Dieselbe Motivation wie Nadine Francey hat auch Coco Labbée – ein Model. Durch ihr Image und ihren Beruf möchte sie die Sichtweise auf Alopezie ändern: «Für mich war es ein grosses Thema, mich neu zu definieren. Was bedeutet es, eine Frau zu sein, was bedeutet es, sich in seinem Körper wohlzufühlen? Wenn man mir heute Haare anbieten würde, würde ich sie nicht mehr wollen.»

RTS 19h30, 13.4.2026, 19:30 Uhr; wilh

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