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Kosten für Impfstoffe Ein finanzieller Anreiz fürs Impfen – mit beschränkter Wirkung

Seit dem 1. Januar 2026 werden die meisten Impfstoffe in der Schweiz von den Krankenkassen übernommen, unabhängig von der Franchise. Ein Kinderarzt wertet das als Signal zugunsten der Prävention, rechnet aber nicht damit, dass sich das Impfverhalten der Bevölkerung deswegen radikal ändert.

Die Schweiz weist gute Ergebnisse auf bei der Impfung von Kindern: Rund 96 Prozent sind gegen Diphtherie und Tetanus geimpft und 80 Prozent gegen Meningokokken und Pneumokokken. Doch im Jugend- und Erwachsenenalter ist die Situation komplizierter, besonders bei den Auffrischimpfungen.

«Wir haben eine gute Impfrate bei Kindern, aber etwas weniger bei jungen Erwachsenen», bestätigt der Kinderarzt und Lehrbeauftragte an der Medizinischen Fakultät der Universität Genf, Alessandro Diana, gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

Einschätzungen des Kinderarzts Alessandro Diana zur Impfstrategie

Die Masern bereiten den Gesundheitsbehörden besondere Sorgen. «Wir wissen, dass wir für die Bevölkerung ab 60 Jahren zur Eliminierung der Viruszirkulation global eine Immunität von über 95 Prozent haben müssten», erläutert Diana. «Wir liegen aber bei 85 Prozent. Es gibt derzeit viele Erwachsene, die die beiden für die Immunität notwendigen Dosen nicht erhalten haben.»

Das Bundesamt für Gesundheit forderte alle Personen auf, die nach 1963 geboren wurden und diese beiden Dosen nicht erhalten haben, ihren Impfausweis zu vervollständigen.

Eine Anerkennung der Präventivmedizin

Die seit dem 1. Januar geltende Kostenübernahme durch die Krankenkassen unabhängig von der Franchise betrifft nicht nur die Impfstoffe selbst, sondern auch die dazugehörige Beratung.

Der Kinderarzt Diana begrüsst diese Neuerung. «Das ist eine Anerkennung für die Gesundheitsfachleute», lobt er. «Denn wir nehmen uns Zeit, um unseren Patienten die Impfstoffe zu erklären. Die Präventivmedizin wird oft vernachlässigt. Es ist ein gutes Signal, dass man diese Art von Medizin fördert und unterstützt.»

Eine Patientin erhält eine Grippeimpfung.
Legende: Mit einem finanziellen Anreiz versucht der Bund, die Impfquote in der Schweiz zu erhöhen. KEYSTONE/Christian Beutler

Darüber wie sich diese Massnahme auf das Impfverhalten der Bevölkerung auswirken wird, macht sich der Genfer Kinderarzt allerdings keine Illusionen. «In der Regel sind es nicht die finanziellen Gründe, die Patienten vom Impfen abhalten», betont er. «Oft spielen andere Gründe eine Rolle: ideologische, soziopolitische.» Und er fügt an: «Es ist legitim, wenn Patienten Fragen haben. Es liegt an uns Gesundheitsfachleuten, diese zu beantworten.»

Der Wegfall der Franchise für Impfstoffe ist in seinen Augen aber nicht nutzlos: «Wenn wir uns andere Länder ansehen, zeigen Studien, dass die Bevölkerung umso mehr mitmacht, je zugänglicher die Impfung ist. Diese Befreiung von der Franchise gibt ein kleines Signal.»

Ein personalisierter Impfplan je nach Bedarf

Die Liste der empfohlenen Impfstoffe wird immer länger. Der Kinderarzt beruhigt allerdings: «Sie sind ein Referenzwert. Das heisst nicht, dass man alles nutzen muss.» Die Gesundheitsfachleute müssten das von Fall zu Fall an die Bedürfnisse der Kinder anpassen. Wenn Erkrankungen an den Lungen, am Immunsystem oder am Herzen vorliegen, könne die Empfehlung unterschiedlich sein.

In der Schweiz ist keine Impfung obligatorisch. Jedoch sieht Artikel 22 des Epidemiengesetzes vor, dass die Behörden unter bestimmten Bedingungen eine Impfung für obligatorisch erklären können.

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RTS, On en parle, 14.1.2026, 8:35 Uhr;liea

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