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Kurs an der Uni Zürich «Ich will Romanisch mit meinen Kindern sprechen»

An der Universität Zürich lernen Studierende Rätoromanisch. Die Beweggründe reichen von Familie und Liebe bis zum Interesse an der vierten Landessprache.

«Patocha – gialoffa – nanins – tof», so antworten die Studentinnen und Studenten eines Vallader-Kurses an der Universität Zürich auf die Frage nach ihrem Lieblingsausdruck in diesem Unterengadiner Idiom. (Die Auflösung finden Sie übrigens in den Untertiteln zur Audioreportage hier.)

Hören Sie rein in den Zürcher Vallader-Kurs:

Eine kleine Gruppe von rund zehn Personen und ihre Dozentin Uorschla Natalia Caprez Brülhart treffen sich an einem Donnerstag Anfang April in einem Raum unweit des Hauptgebäudes der Universität.

Die heterogene Gruppe besteht aus Studentinnen und Studenten der Geografie, Mathematik, Kommunikation oder Medizin. Auch externe Hörerinnen und Hörer nehmen teil, sie zahlen für den Kurs eine Semestergebühr von 110 Franken.

Das Modul «Cuors da Vallader» (Vallader-Kurs) findet jährlich abwechselnd mit einem Kurs in sursilvanischem Romanisch ab, dauert zwei Semester und richtet sich an Personen, die Rätoromanisch lernen möchten.

Die Beweggründe der Teilnehmerinnen reichen von Wurzeln im Engadin über Beziehungen zu Engadinerinnen und Engadinern bis hin zu reinem Interesse an Kultur, Sprache und Region. «Ich will Rätoromanisch mit meinen Kindern sprechen», sagt jemand. «Mein Mann kommt aus dem Engadin», sagt eine andere Teilnehmerin.

Kind schreibt an Tafel in klassenzimmer.
Legende: Die Dachsprache Rumantsch Grischun wird seit 2000 an Schulen unterrichtet. An der Uni Zürich finden alternierend Kurse in den Dialekten Vallader und Sursilvan statt. (Symbolbild) KEYSTONE/Arno Balzarini

Gemeinsamer Nenner ist das Interesse am Rätoromanischen. Und dieses sei offensichtlich, meint Dozentin Uorschla Natalia Caprez Brülhart. Die aus Ftan stammende Romanistin pendelt zwischen ihrem Zuhause in Chur, dem Institut Otalpin Ftan, wo sie Rätoromanisch unterrichtet, und der Universität Zürich, wo sie seit Herbst 2025 erstmals den Vallader-Kurs gibt.

Ein Grossteil der Klasse hat dank rätoromanischer Wurzeln einen offensichtlichen Vorteil, für einige ist es jedoch der erste Kontakt mit der Sprache.

Caprez Brülhart ist offensichtlich begeistert vom Fortschritt ihrer Klasse. Für einige der Teilnehmenden gibt es, je nach ihrem Hauptfach, am Ende des Semesters eine Prüfung und bei Erfolg auch ECTS-Punkte für das Studium. Was es für die gesamte Klasse geben wird, ist ein Einblick in die rätoromanische Sprache und Kultur und einen sprachlichen Schlüssel zur rätoromanischen Schweiz.

 RTR, Actualitad, 22.04.2026, 9:41 Uhr;liea

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