In den sozialen Medien, auf der Getränkekarte angesagter Cafés oder in Supermärkten – Matcha ist überall. Das fein gemahlene Grünteepulver, ursprünglich aus China stammend, wird hauptsächlich in Japan produziert und konsumiert. Heute ist Matcha zum Trendgetränk einer ganzen Generation geworden.
Um dieser starken Nachfrage gerecht zu werden, hat Antje Kühnle, von Beruf Önologin, ihren Weinberg gegen das neue grüne Gold eingetauscht. Unweit von Berlin hat sie das Matcha-Produktionsunternehmen «Growing Karma» gegründet.
«Ich teste ständig neue Sorten. Die chinesischen Bauern, mit denen ich zusammenarbeite, geben mir Ratschläge und empfehlen mir diverse Teesorten. Sie sind begeistert von meinem etwas verrückten Projekt», erzählt Kühnle gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS.
Sehen Sie sich den RTS-Bericht mit deutschen Untertiteln an:
Anbau von 250'000 Grünteepflanzen
Das Ziel der ehemaligen Önologin? In Deutschland, gegen jede agronomische und klimatische Logik, rund 250'000 Grünteepflanzen anzubauen – die grösste Plantage des Landes und eine Premiere in diesem Umfang auf dem europäischen Kontinent.
Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, lässt Antje Kühnle ihre Teepflanzen in Gewächshäusern wachsen und setzt auf Permakultur. Ihre Produkte sollen im kommenden Jahr vermarktet werden.
«Der in Europa produzierte Tee unterliegt völlig anderen Vorschriften, die wir einhalten müssen. Folglich können wir ein Produkt anbieten, das vor Ort angebaut wird, und jeder kann kommen und sehen, was wir machen. Das ist sehr unterschiedlich zu einem hübsch vermarkteten Produkt aus Fernost. Das ist eine viel grössere Qualitätsgarantie», sagt die Unternehmerin.
«Nachhaltiger als zu importieren»
Franziska Ungewiss, Gründerin von Atelier Kyō, eines auf das kostbare grüne Pulver spezialisierten Studios, vertreibt einen Matcha, der von einer japanischen Farm stammt.
Angesichts der steigenden Nachfrage begrüsst die Gründerin lokale Initiativen. «Es ist ein viel nachhaltigeres Produkt, als Tee aus Asien oder Japan zu importieren. Und ich glaube auch, dass es eine gute Gelegenheit ist, hier in Europa eine eigene Teekultur zu entwickeln – weil sie noch fehlt».