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Nef und Meillard zeigen es Auch als Stadtkind kann man Skiprofi werden

Ein Spitzenskifahrer zu werden, ist nicht nur den Bewohnern der Alpenregionen vorbehalten. Für Athletinnen und Athleten aus urbanen Kantonen erfordert der Weg an die Spitze jedoch zusätzliche Organisation und Opfer.

Der Traum vom Olympiasieg beginnt nicht für alle schneesportbegeisterten Kinder vor der Haustür in den Bergen.

Für manche ist er erst verbunden mit einer längeren Zugreise vom städtischen Zuhause in die Berge – die Skitasche zwischen den Knien, die Hausaufgaben im Rucksack.

So auch für die Schweizer Spitzenathleten Loïc Meillard und Tanguy Nef: «Es war etwas schwierig, mit jenen mitzuhalten, die jeden Tag nach der Schule Ski fahren konnten. Sie sammelten viele Trainingsstunden, weil sie quasi direkt in einer Skistation lebten», sagt Nef gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Er holte im Team-Kombinationswettbewerb gemeinsam mit Franjo von Allmen Olympiagold.

In Genf liege der Schwerpunkt «eher auf Hockey oder Fussball». Sportarten, die ihm nicht entsprachen: «Ich war nie gut darin, also habe ich mich dem Sport zugewandt, in dem ich mich wohlfühlte.»

Und so führte ihn seine Leidenschaft im Alter von 14 Jahren von Genf ins Nationale Leistungszentrum in Brig-Glis, bevor er seine Profisportausbildung in den USA fortsetzte.

Mann mit blonden Haaren in roter Sportjacke mit Schweizerflagge auf linker Blust.
Legende: Tanguy Nef während einer Medienkonferenz bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Bormio, Italien. KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Dass er weit entfernt von den Bergen aufgewachsen ist, war mit viel Zusatzaufwand verbunden. «Ich bin oft schon mit elf Jahren allein Zug gefahren, mit vier Paar Skiern und zwei Koffern unter den Armen. Das ist nicht einfach.»

Opfer für die ganze Familie

Manche Familien gehen noch weiter: Um ihren Kindern bessere Trainingsbedingungen zu bieten, entschieden sich die Eltern von Loïc Meillard, die Stadt Neuenburg zu verlassen und nach Hérémence im Kanton Wallis zu ziehen.

Loïc und seine Schwester Mélanie waren damals um die zehn Jahre alt; heuer waren sie beide wie Nef für die Schweiz bei den Olympischen Winterspielen «Milano Cortina 2026» am Start.

«Vor dem Umzug sind wir drei- oder viermal pro Woche zwischen Neuenburg und dem Wallis hin- und hergefahren, um die Kinder zu Trainings, Qualifikationen und Rennen zu bringen», erinnert sich ihr Vater Jacques Meillard. «Das wurde mit der Zeit ziemlich belastend.»

RTS im Gespräch mit Tanguy Nef (mit dt. Untertiteln):

Solche Werdegänge – vom Stadtkind zum Skiprofi – bleiben jedoch eine Ausnahme.

Seit den 1980er-Jahren stammt fast jeder zweite olympische Skifahrer aus dem Wallis oder aus Graubünden.

Patrick Thiébaud, Trainer und Mitglied der Verbandsleitung von «Ski Romandie», bestätigt, dass die logistischen Anforderungen für Jugendliche aus städtischen Regionen eine grosse Herausforderung darstellen: «Die Saison beginnt Anfang Juni und endet Mitte April, mit Gletschertrainings im Sommer und Herbst, die ein Aufstehen um 5.30 Uhr morgens erfordern. Das bedeutet, mehrere Tage von Familie und Freunden getrennt zu sein. Wenn dann die Resultate ausbleiben, steigen viele junge Sportler aus.»

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RTS La Matinale, 16.2.2026, 7:25 Uhr;brus

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