Die Organisatoren suchten vergeblich nach einem Nachfolger für den Käsehersteller Le Maréchal, der die Rundfahrt sieben Jahre lang unterstützt hatte. Für die 79. Ausgabe der Tour de Romandie, die noch bis zum 3. Mai dauert, konnte kein neuer Hauptsponsor gefunden werden. Das Waadtländer Unternehmen entschied sich, den Vertrag nicht zu verlängern – obwohl dieser einen positiven Werbeeffekt gezeigt hatte.
Was der Tour de Romandie ohne Hauptsponsor droht (dt. Untertitel)
«Es ist ein wenig wie der Kleine, der sich unter die Grossen mischt», sagt Mathias Rapin, Co‑Direktor der Käserei, gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Die Leute verbanden Le Maréchal mit der Tour de Romandie. Das brachte unserem Käse eine grosse Sichtbarkeit.»
Grosser finanzieller Ausfall
Konkret bedeutet der fehlende Hauptsponsor Mindereinnahmen von 300’000 bis 500’000 Franken. Die übrigen Sponsoren tragen jeweils zwischen 150’000 und 250’000 Franken bei, während Lieferanten und Partner vor allem Sachleistungen einbringen.
Jedes Jahr kämpfen die Organisatoren darum, ein Budget von über fünf Millionen Franken zu sichern – in einem kleinen und stark umkämpften Markt. «Die Westschweizer Wirtschaft steht ständig unter Druck, etwas zu sponsern, zusätzlich zu den grossen internationalen Anlässen», sagt Tour‑Direktor Richard Chassot. «Und wir sprechen von 2.5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Das ist nicht einmal ein Drittel einer Agglomeration wie Paris.»
Gleichzeitig sei der Markt sehr selektiv, sagt Sebastian Chiappero, Gründer der Agentur Sponsorize. Grosse Marken erhielten «Hunderte oder gar Tausende Dossiers pro Jahr», während kleine und mittlere Unternehmen nur selten angefragt würden. «Das Angebot an Events ist gross, aber nur wenige Akteure werden angesprochen – das verschärft die Konkurrenz.»
Sorge um die Zukunft
Als World‑Tour‑Rennen gehört die Tour de Romandie weiterhin zur höchsten Kategorie des Radsports – direkt hinter den drei grossen Landesrundfahrten. Dennoch ist die aktuelle Situation laut den Organisatoren auf Dauer nicht tragbar.
«Das kann ein Jahr funktionieren, vielleicht auch ein zweites, wenn wir sehr kreativ sind – etwa mit Unterstützerclubs oder Anlässen», sagt Chassot. «Wir haben noch gewisse Reserven. Aber das sind keine nachhaltigen Lösungen. Sonst geraten wir in Gefahr.»
Die Suche nach einem neuen Hauptsponsor läuft deshalb weiter – und wird für die Zukunft der Tour de Romandie entscheidend sein.