- Altes Geschirr aus dem Haushalt – etwa geerbte Teller oder handgemachte Stücke – kann gesundheitsschädliche Schwermetalle enthalten.
- Der Kanton Genf hat deshalb letzte Woche eine Sensibilisierungskampagne gestartet und bietet Tests für Geschirr aus Privathaushalten an.
In der Schweiz ist Geschirr seit 1995 gesetzlich geregelt. Es darf nur begrenzte Mengen an Schwermetallen wie Blei oder Cadmium abgeben, die in Lebensmittel übergehen könnten. Diese Grenzwerte hängen von der Oberfläche des jeweiligen Gegenstands ab.
So läuft der Geschirrtest ab (mit dt. Untertiteln):
Ein Risiko besteht bei älterem oder handwerklich hergestelltem Geschirr – etwa Erbstücken, Flohmarktfunden oder Souvenirs aus dem Ausland. Farben und Glasuren solcher Objekte können Schwermetalle enthalten, die sich bei Kontakt mit heissen, sauren oder lange gelagerten Lebensmitteln lösen.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) empfiehlt deshalb:
- beschädigtes altes Geschirr nicht mehr zu verwenden,
- keine sauren Speisen darin zu servieren,
- Lebensmittel nicht lange darin aufzubewahren
- und das Geschirr weder im Ofen noch in der Mikrowelle zu erhitzen.
Kostenloses Testangebot
Diese Risiken seien in der Bevölkerung noch wenig bekannt, erklärt das Genfer Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (SCAV). Deshalb ruft es die Bevölkerung dazu auf, ihr Geschirr testen zu lassen.
«Um das Risiko einer Belastung durch Schwermetalle zu reduzieren, muss man deren Aufnahme begrenzen», sagt Huy Ho Ngoc gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Er ist Leiter des Bereichs Gebrauchsgegenstände und Chemikalien beim SCAV. «Das betrifft vor allem die Ernährung. Das Geschirr testen zu lassen, das täglich benutzt wird, ist ein erster wichtiger Schritt.»
Besonders für gefährdete Personen wie Kinder oder Schwangere rät der Chemiker zur Vorsicht. «Bei sehr alten Gegenständen oder solchen unbekannter Herkunft empfiehlt es sich, auf eine Nutzung für Lebensmittel zu verzichten», sagt er. «Solche Objekte eignen sich eher zur Dekoration.»
Die Tests sind kostenlos und finden jeweils montags und dienstags bis zum 16. Juni statt.