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Sicherheit und Tourismus Nach WM-Aus: Mexiko zieht durchzogene Bilanz

Mit der Niederlage gegen England ist die Heim-Weltmeisterschaft für Mexiko zu Ende gegangen. Das Land zieht eine erste Bilanz.

Die mexikanische Nationalmannschaft war mit bescheidenen Erwartungen in die Weltmeisterschaft gestartet. Dann aber wuchs die Begeisterung mit jedem Sieg.

Nach dem Erfolg gegen Ecuador am 1. Juli versammelten sich 1.4 Millionen Menschen in der Nähe des zentralen Denkmals «Ángel de la Independencia» im Zentrum von Mexiko-Stadt. Nach Angaben der Behörden war es die grösste Menschenansammlung, die je in der Hauptstadt registriert wurde.

Menschen in Mexiko ziehen erste WM-Bilanz:

Weil es kein wirksames Zugangskonzept gab, gab es Tote: Drei Personen erstickten, eine weitere starb später im Spital nach einem epileptischen Anfall und an inneren Verletzungen.

Für das letzte Spiel wurden deshalb Zugangsbeschränkungen eingeführt und die Bundespolizei eingesetzt.

Weniger Touristen als erwartet

Die endgültigen Studien zu den wirtschaftlichen Auswirkungen liegen noch nicht vor. Bereits jetzt zeigt sich jedoch, dass die offiziell prognostizierten fünf Millionen Besucherinnen und Besucher nicht erreicht wurden.

Die Stadien waren zwar gut gefüllt, viele Plätze wurden jedoch von mexikanischen Fans besetzt. Internationale Gäste reisten zwar an, ihre Zahl blieb aber deutlich unter den Erwartungen.

Viele Wohnungen wurden für kurzfristige Vermietungen frei gemacht. Manche Eigentümer verlängerten bestehende Mietverträge nicht, andere zogen vorübergehend aus und hofften auf zusätzliche Einnahmen. Gleichzeitig stieg die Zahl illegaler Kündigungen.

Proteste und Sicherheit bleiben zentrale Themen

Mit dem Ausscheiden Mexikos rückt der Fussball in den Hintergrund. Die Probleme, die das Land seit Jahren prägen, bleiben bestehen, wie das Radio und Fernsehen für die italienischsprachige Schweiz (RSI) berichtet.

Während der gesamten Weltmeisterschaft gingen die Proteste weiter. Besonders präsent waren Angehörige von Verschwundenen sowie Initiativen von Müttern, die nach ihren vermissten Kindern suchen. Sie erinnerten daran, dass in Mexiko mehr als 130’000 Menschen als verschwunden gelten, ohne dass ihr Schicksal geklärt ist.

Menschenmenge mit Regenmänteln schwenkt grün-weiss-rote Flaggen.
Legende: Der grösste Gewinner der Weltmeisterschaft in Mexiko bleibt letztlich der Fussball. Die als Aussenseiter gestartete Nationalmannschaft sorgte für Begeisterung und schuf seltene Momente der Einheit in einem stark polarisierten Land. NATACHA PISARENKO

Während der Weltmeisterschaft blieb die Gewalt zwar weitgehend von den Stadien fern. Mexiko konnte damit zumindest teilweise das Bild eines sicheren Reiseziels vermitteln. Abseits der internationalen Aufmerksamkeit gingen schwere Gewalttaten jedoch weiter.

Im Bundesstaat Veracruz wurde der Journalist Luis Ángel López Valdez trotz bestehender Schutzmassnahmen bei einem Angriff getötet.

In den Austragungsorten nahmen zudem Finanzdelikte wie Kreditkartenbetrug und Geldwäscherei zu. Auch Drogenhandel und Zwangsprostitution blieben ein Problem.

Infrastruktur und politische Kontroversen

Mit nur 13 Spielen in Mexiko hielt sich der Umfang der Infrastrukturprojekte in Grenzen. Diskussionsstoff gab es dennoch.

Kurz vor dem Turnier wurde ein 1.8 Kilometer langer, erhöhter Fussweg mit Grünflächen, Brunnen und Aufenthaltsbereichen eröffnet. Das Projekt ist bis heute nicht vollständig fertig gestellt. Es sorgte monatelang für Verkehrsbehinderungen und belastete zahlreiche Geschäfte entlang der Strecke.

Die Anlage wurde als Beitrag zur Stadterneuerung vorgestellt. Kritiker werfen jedoch Fragen zur künftigen Instandhaltung, zum Risiko eines Verfalls und zu den wirtschaftlichen Folgen für die Umgebung auf. Die Kosten beliefen sich auf rund 94 Millionen Franken.

Diskutieren Sie mit:

RSI Telegiornale, 6.7.2026, 20 Uhr

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