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Über 8000 Fälle im Jahr Online-Identitätsdiebstahl hat in der Schweiz stark zugenommen

Die Zahl der Diebstähle von Online-Identitäten hat deutlich zugenommen. Die Betrüger nutzen Sicherheitslücken und die Naivität ihrer Opfer beim Navigieren im Internet aus.

Im Jahr 2023 verzeichnete die Schweiz 478 Fälle von Identitätsdiebstahl. Zwei Jahre später sind es 8102 Fälle – verbunden mit erheblichen finanziellen Schäden für die Betroffenen.

So wie beispielsweise bei Léa* aus dem Kanton Freiburg. Mehr als ein Dutzend Mal wurde sie Opfer von Identitätsdiebstahl. Sie erhielt Rechnungen für zahlreiche Einkäufe, die sie nie getätigt hatte – darunter ein Telefonabonnement oder Ferien im Ausland – im Gesamtwert von über 20'000 Franken.

Die Vorgehensweise war stets dieselbe: Die Täter kauften in ihrem Namen über eine gefälschte E-Mail-Adresse ein und erhielten eine Online-Rechnung, die sie nicht bezahlten. Die Mahnungen hingegen landeten im Briefkasten von Léa.

Jedes Mal erstattet sie Anzeige. «Es ist wichtig, das bei jedem neuen Fall zu tun, weil das der Polizei zusätzliche Informationen liefert», erklärt Léa gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

In ihrem Fall konnte die Kantonspolizei zwei mutmassliche, in der Region sehr aktive Täter identifizieren.

In Genf fand sich Matteo mit Rechnungen und Mahnungen für Kontrollschilder konfrontiert, die er nie beantragt hatte.

Betrüger nutzten eine Kopie seines Ausweises, um Leasingverträge für zwei gebrauchte Mercedes abzuschliessen, die zum halben Neupreis von 80'000 Franken verkauft wurden.

Digitale Hygiene als wichtiger Schutz

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Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Identitätsdiebstahl ist Prävention entscheidend.

David-Olivier Jaquet-Chiffelle, Leiter des Masterstudiengangs für forensische Wissenschaften und digitale Identifikation an der Universität Lausanne, gibt einige einfache Tipps zur digitalen Hygiene:

  • Nur notwendige Daten angeben: Wird z.B. bei einer Anmeldung ein Geburtsdatum verlangt, obwohl es nicht zwingend nötig ist, sollte man ein fiktives Datum verwenden – etwa bei Wettbewerben oder Kundenkarten.
  • E-Mail-Adressen trennen: Eine berufliche Adresse, eine private Hauptadresse für wichtige Angelegenheiten (Telefon, Versicherungen etc.) und eine weitere für weniger wichtige Registrierungen (Aktionen, Onlinebestellungen etc.).
  • Sensible Konten besser schützen: Besonders die Haupt-E-Mail-Adresse, da ein Zugriff darauf den Zugang zu vielen Diensten ermöglicht. Verwenden Sie starke, einzigartige Passwörter mit mindestens zwölf Zeichen und vermeiden Sie vorhersehbare Muster.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, wo immer möglich.
  • Weniger persönliche Informationen teilen: «Man sollte es vermeiden, sein Leben in sozialen Netzwerken auszubreiten und zu viele persönliche Daten preiszugeben», betont der Experte.

Matteo gelang es zwar, diese Verträge annullieren zu lassen. Allerdings fordert das kantonale Strassenverkehrsamt weiterhin Geld für die in seinem Namen bestellten und gelieferten Nummernschilder. «Das ist sehr frustrierend», sagt Matteo. Er müsse sich damit abfinden, dass er nichts tun könne.

Er soll weiterhin 378 Franken für Schilder bezahlen, die er nie benutzt hat, und ist inzwischen betrieben worden.

Der auf neue Technologien spezialisierte Anwalt Gabriel Avigdor betont, dass Unternehmen «verpflichtet sind, organisatorische und technische Massnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass sie den richtigen Vertrag mit der richtigen Person abschliessen».

Komplexer Kampf

Der Fall von Lexie, einer Influencerin und Lastwagenfahrerin, zeigt eine weitere Form des Identitätsmissbrauchs: die Nutzung von Online-Identitäten für kriminelle Zwecke.

Ihre Bilder und Videos wurden kopiert, mithilfe von künstlicher Intelligenz manipuliert und dazu verwendet, um Hunderte gefälschter Profile zu erstellen, mit denen Internetnutzerinnen und -nutzer erpresst wurden.

Wie Lexie Opfer von Identitätsdiebstahl wurde und damit umgeht:

Einige davon beschwerten sich bei Lexie und behaupteten, sie hätten Tausende Franken verloren.

Für Philippe Allain, Kommandant der Freiburger Kantonspolizei, ist die Bekämpfung komplex: «Hinter diesen Fällen steckt eine grosse Raffinesse. Es ist ein sehr dynamisches Umfeld.»

Er sagt, dass nur etwa zwanzig Prozent der gemeldeten Fälle aufgeklärt werden, betont jedoch die Wichtigkeit von Anzeigen: «Sie ermöglichen es der Polizei, besser zu verstehen, was geschieht, und das Phänomen besser zu erfassen.»

Gleichzeitig bedauert Allain das Fehlen eines strengeren rechtlichen Rahmens für Plattformen.

Identität ist zu einer Währung geworden. «Man stiehlt Ihnen nicht mehr das Portemonnaie aus der Tasche, sondern Ihre digitale Existenz», erklärt Lennig Pedron, Direktorin der Trust Valley bei Lausanne.

 *Name geändert

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RTS A bon entendeur, 28.4.26, 20:12 Uhr;weds

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