Früh am Sonntagmorgen, noch bevor die Touristen unterwegs sind, fährt eine kleine Gruppe mit einem Motorboot los. Die Taucher reinigen die Kanäle der «Serenissima», die sie besser kennen als jeder andere.
So reinigen Gondolieri die Kanäle von Venedig (dt. Untertitel)
«Wir wissen, wo die strategischen Punkte sind, die gereinigt werden müssen», erklärt Stefano Vio, Präsident der freiwilligen Gondolieri-Taucher, gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Wir gehen in den Kanal und reinigen ihn vollständig.»
Ausgerüstet mit Tauchanzug bleiben die Männer bis zu eineinhalb Stunden unter Wasser. Dabei stossen sie immer wieder auf ungewöhnliche Gegenstände. «Man findet immer etwas Seltsames», sagt der Gondoliere-Taucher Matteo Verde. «Ich habe einmal Skier gefunden, sogar ein Bidet. Man findet wirklich alles.»
An der Oberfläche nehmen die Frauen der Gondolieri die geborgenen Abfälle entgegen: viel Plastik aus dem Massentourismus, zahlreiche Autoreifen zum Schutz der Boote – und gelegentlich auch Sperriges, etwa eine alte Waschmaschine.
Die Aktion ist praktisch und umweltfreundlich. «Zuerst geht es um einen guten Wasserfluss, dann um den Schutz der Schiffsschrauben und natürlich um die Reinigung», sagt Stefano Vio. «Denn seit hundert Jahren werfen die Menschen alles Mögliche in die Kanäle.»