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Wasserhygiene Westschweiz: bakterielle Verunreinigungen in öffentlichen Bädern

In zwei von sieben getesteten öffentlichen Bädern der Westschweiz hat es zu grosse Mengen von Legionellen im Wasser.

In den Kantonen Freiburg und Genf weisen je ein öffentliches Bad eine zu hohe Anzahl Legionellen auf. Das zeigen Wasserhygiene-Tests vom Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS), die in sieben verschiedenen öffentlichen Bädern durchgeführt wurden.

In den «Bains de Cressy» in Genf, die dem Universitätsspital Genf gehören, ergaben die Analysen 300 Legionellen-Kolonien pro Liter – deutlich mehr als die erlaubten 100 Kolonien.

Die betroffenen Bäder wurden umgehend geschlossen und desinfiziert. Neue Analysen bestätigen, dass nach dieser Massnahme keine Legionellen mehr vorhanden waren.

Das Universitätsspital Genf betonte, in den letzten zwanzig Jahren sei im Zusammenhang mit ihren Einrichtungen kein Krankheitsfall gemeldet worden.

Im «Urbanspa» in Freiburg war die festgestellte Belastung noch höher als in Genf und erreichte 500 Legionellen-Kolonien pro Liter.

Wie RTS die Tests durchgeführt hat:

Die Direktorin der Einrichtung, Laura Gavillet, zeigte sich überrascht über die Ergebnisse: «Im Jahr 2025 führten wir vier Tests durch. Zudem war das kantonale Labor da, das einmal jährlich unangekündigt vorbeikommt. Diese fünf Tests waren vollständig unauffällig. Der letzte stammt von Mitte Dezember.»

Weiter sagt Gavillet, dass man rasch eine gründliche Desinfektion des Beckens sowie einen vollständigen Wasserwechsel vorgenommen habe.

Eine weitere Bakterienart

Auch bei einer anderen Bakterienart waren die Werte in Freiburg zu hoch: bei sogenannten aeroben mesophilen Keimen. Mit 1600 Kolonien pro Milliliter statt der erlaubten 1000 überschritt das Spa in Freiburg auch hier die Grenzwerte.

Diese Keime deuten auf ein Problem bei der Desinfektion oder technischen Wartung hin, stellen jedoch keine unmittelbare Gefahr für die Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtungen dar.

Fünf Proben vorschriftsgemäss

Die fünf anderen Proben entsprachen den Hygieneanforderungen. Sie wurden in den «Bains de Lavey» VD, den «Bains d’Ovronnaz» VS, im «Anzère Spa et Wellness» VS, im «Centre Sportif de la Vallée de Joux» JU sowie im «Jura Resort» in Saignelégier entnommen.

Bäder in der Deutschschweiz wurden nicht getestet.

Was private Whirlpool-Nutzerinnen und -Nutzer beachten müssen

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Die Wassertemperatur macht Thermalbäder besonders anfällig für bakterielle Verunreinigungen: Die meisten für Menschen potenziell gesundheitsgefährdenden Legionellenarten bevorzugen 25 bis 45 Grad warmes, stehendes Wasser.

Entsprechend ist auch die Wartung von Thermal- und Wellnessbädern komplex und entscheidend, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Insbesondere bei gefährdeten Personen können Legionellen schwere Lungeninfektionen verursachen, wenn verunreinigter Wasserdampf eingeatmet wird.

Aber auch private Whirlpools, die immer verbreiteter sind, erfordern besondere Aufmerksamkeit. «Ein Nutzer eines privaten Whirlpools kann bestimmte Desinfektionskontrollen mithilfe von Messkits für den pH-Wert und den Chlorgehalt durchführen», erklärt Xavier Guillaume, kantonaler Chemiker von Freiburg.

«Für die Wartung der Pumpenanlage sowie der Zuleitungssysteme ist es jedoch ratsam, ein externes Fachunternehmen beizuziehen.»

RTS A bon entendeur, 17.2.2026, 20:05 Uhr

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