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Auffahrt als Feiertag Zwischen Grenzkontrolle, Segnung und Ausflugsstau

Traditionell gibt es an Auffahrt Umritte und Banngänge. Die meisten Menschen aber freuen sich über das lange Wochenende.

Im kirchlichen Kalender markiert die Auffahrt oder Christi Himmelfahrt die Aufnahme von Jesus Christus in den Himmel am 40. Tag der Osterzeit, also 39 Tage nach Ostersonntag – daher fällt Auffahrt stets auf einen Donnerstag.

Am Karfreitag ist der Sohn Gottes, so steht es in der Bibel, am Kreuz gestorben und am Ostersonntag fanden die Frauen ein leeres Grab vor und der Auferstandene erschien seinen Freunden. Noch vierzig Tage lebt er bei den Menschen auf der Erde, bevor er vor seinen Jüngern in den Himmel hinauffährt. Zehn Tage danach feiern Christen das Pfingstfest.

An und um Auffahrt gibt es in der Schweiz verschiedene Bräuche. Im Baselbiet beispielsweise wird seit Jahrhunderten der Banntag begangen. Jeweils am Montag vor Auffahrt läutet die Banntagsglocke beim Stadttor Hunderte von Männern zusammen – allesamt bekleidet mit Hut und Maie, wie der Blumenschmuck an der Krempe genannt wird.

Menschenmenge in einer Strasse mit Gewehren und Rauch.
Legende: Schon am frühen Morgen wird am traditionellen Banntag in Liestal geschossen – mit Knallpatronen. Keystone / MARKUS STUECKLIN

Vier sogenannte Rotten laufen jeweils eine Etappe der Gemeindegrenze ab. Später beim Znünihalt genehmigen sich die Wanderer einen Muff – ein Vier-Deziliter-Glas mit Wein.

Der Banntag war einst sowohl eine religiöse Zeremonie als auch eine Kontrolle der Grenzen. Bauern pflegten den Gang durch die Felder, um für Segen und Fruchtbarkeit zu beten. So wird der Banntag in Liestal und Sissach auch noch heute mit Rotten und Flintenknallen begangen.

Menschenmenge bei einem Umzug in einer Strasse mit Schweizer Flaggen.
Legende: Hunderte Liestaler laufen am Banntag jeweils die Liestaler Gemeindegrenzen ab. Frauen sind traditionsgemäss nicht dabei. Keystone / MARKUS STUECKLIN

Im Vordergrund steht inzwischen nicht mehr die Grenzkontrolle, sondern das Kennenlernen der Heimat. Der Liestaler Banntag war aber auch immer wieder ein Politikum. So führt der Schiesslärm immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten.

Menschen beim Umzug mit Pferden auf einer belebten Strasse.
Legende: Im luzernischen Beromünster versammeln sich zu Auffahrt jeweils rund hundert Reiterinnen und Reiter zum traditionellen Umritt. Keystone / URS FLÜELER

Im luzernischen Beromünster beginnt der Auffahrtsmorgen bereits früh: Um halb sechs Uhr setzt sich die Prozession bei der Pfarrkirche von Beromünster in Bewegung. Voraus bewegen sich Kreuz, Fahnen, Reitermusik, Behörden und Priester, alle zu Pferd, gefolgt vom Fussvolk.

Gruppe von Geistlichen vor bunten Fachwerkhäusern.
Legende: Ursprünglich ging es beim Umritt von Beromünster um die Abwehr des Bösen und die Segnung der Äcker: Chorherren des Stifts St. Michael. Keystone / URS FLÜELER

18.5 Kilometer misst die Strecke, die die Prozession zurücklegt. Eingeführt wurde der älteste Auffahrtsumritt in Beromünster um 1509 – dabei ging es um die Abwehr des Bösen und um die Segnung der Äcker. Umritte gibt es aber auch noch in anderen Luzerner Gemeinden, beispielsweise in Hitzkirch und Sempach.

Reiterprozession auf einem Feldweg in ländlicher Landschaft.
Legende: Die Prozession absolviert beim Umritt über 18 Kilometer zu Pferd und zu Fuss. Keystone / URS FLÜELER

Für die meisten markiert der freie Donnerstag den Auftakt zu einem langen Wochenende. Ob im Auto, am Bahnhof oder Flughafen – an Auffahrt braucht es Geduld, denn das Wochenende gehört traditionsgemäss zu den verkehrsreichsten des Jahres.

SRF4News, 8.5.2026, 7:40 Uhr ; 

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