Im kirchlichen Kalender markiert die Auffahrt oder Christi Himmelfahrt die Aufnahme von Jesus Christus in den Himmel am 40. Tag der Osterzeit, also 39 Tage nach Ostersonntag – daher fällt Auffahrt stets auf einen Donnerstag.
Am Karfreitag ist der Sohn Gottes, so steht es in der Bibel, am Kreuz gestorben und am Ostersonntag fanden die Frauen ein leeres Grab vor und der Auferstandene erschien seinen Freunden. Noch vierzig Tage lebt er bei den Menschen auf der Erde, bevor er vor seinen Jüngern in den Himmel hinauffährt. Zehn Tage danach feiern Christen das Pfingstfest.
An und um Auffahrt gibt es in der Schweiz verschiedene Bräuche. Im Baselbiet beispielsweise wird seit Jahrhunderten der Banntag begangen. Jeweils am Montag vor Auffahrt läutet die Banntagsglocke beim Stadttor Hunderte von Männern zusammen – allesamt bekleidet mit Hut und Maie, wie der Blumenschmuck an der Krempe genannt wird.
Vier sogenannte Rotten laufen jeweils eine Etappe der Gemeindegrenze ab. Später beim Znünihalt genehmigen sich die Wanderer einen Muff – ein Vier-Deziliter-Glas mit Wein.
Der Banntag war einst sowohl eine religiöse Zeremonie als auch eine Kontrolle der Grenzen. Bauern pflegten den Gang durch die Felder, um für Segen und Fruchtbarkeit zu beten. So wird der Banntag in Liestal und Sissach auch noch heute mit Rotten und Flintenknallen begangen.
Im Vordergrund steht inzwischen nicht mehr die Grenzkontrolle, sondern das Kennenlernen der Heimat. Der Liestaler Banntag war aber auch immer wieder ein Politikum. So führt der Schiesslärm immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten.
Im luzernischen Beromünster beginnt der Auffahrtsmorgen bereits früh: Um halb sechs Uhr setzt sich die Prozession bei der Pfarrkirche von Beromünster in Bewegung. Voraus bewegen sich Kreuz, Fahnen, Reitermusik, Behörden und Priester, alle zu Pferd, gefolgt vom Fussvolk.
18.5 Kilometer misst die Strecke, die die Prozession zurücklegt. Eingeführt wurde der älteste Auffahrtsumritt in Beromünster um 1509 – dabei ging es um die Abwehr des Bösen und um die Segnung der Äcker. Umritte gibt es aber auch noch in anderen Luzerner Gemeinden, beispielsweise in Hitzkirch und Sempach.
Für die meisten markiert der freie Donnerstag den Auftakt zu einem langen Wochenende. Ob im Auto, am Bahnhof oder Flughafen – an Auffahrt braucht es Geduld, denn das Wochenende gehört traditionsgemäss zu den verkehrsreichsten des Jahres.