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Skurrile Geschichten Embolo ist nicht alleine – die beschwerlichsten WM-Anreisen

Die Geschichte der Fussball-Weltmeisterschaften ist reich an bizarren Reise-Episoden, vor allem, als interkontinentale Reisen noch mehrere Wochen dauerten.

15 Tage Anreise an die WM 1930: Weil es 1930 noch keine kommerziellen Transatlantikflüge gab, mussten die europäischen Teams die beschwerliche Reise nach Uruguay per Zug und per Schiff antreten. Die Nationalteams aus Rumänien, Frankreich und Belgien reisten gemeinsam auf dem Linienschiff Conte Verde an. Da es auf dem Schiff natürlich keinen Fussballplatz gab, hielten sich die Spieler mit Gymnastik, Sprints auf den Decks und Treppenlaufen fit. Balltraining war riskant, da jeder Ball, der über Bord ging, für immer verloren war. Die Reise dauerte 15 Tage.

Historisches Gruppenfoto von Fussballspielern in Trikots auf einem Spielfeld, zwei Reihen, stehend und hockend.
Legende: Uruguay 1930: Der erste Fussballweltmeister der Geschichte. Die europäischen Teams waren nach der beschwerlichen Reise an der WM schwach. PHOTOPRESS-ARCHIV

Die «verschollenen» Ägypter 1930: Eigentlich hätte der WM-Teilnehmer Ägypten zusammen mit Jugoslawien von Marseille aus mit dem Dampfer namens Florida zur WM nach Uruguay reisen sollen. Doch das ägyptische Team kam im Mittelmeer in einen Sturm und verpasste somit die Weiterreise in Marseille. Weil es keine andere Verbindung gab, fand die WM 1930 kurzerhand ohne Ägypten statt.

Der Revanche-Boykott von Uruguay an der WM 1934: Titelverteidiger Uruguay weigerte sich, zur WM 1934 nach Italien zu reisen. Es war ein Protest gegen die vielen europäischen Nationen, die vier Jahre zuvor die beschwerliche Reise nach Uruguay gescheut hatten. Bis heute ist Uruguay der einzige Weltmeister, der am folgenden Turnier nicht teilnahm.

Die beschwerliche Anreise von Niederländisch-Indien 1938: Die Auswahl von Niederländisch-Indien (heute Indonesien) war 1938 sage und schreibe 22 Tage unterwegs an die Fussball-WM in Frankreich. Am 27. April 1938 bestiegen sie in Tanjung Priok das Schiff. Auf dem Weg nach Frankreich legten sie an mehreren Orten an, darunter in Singapur und in Belawan (wo sie ein Trainingsspiel bestritten), bevor sie schliesslich den Suezkanal durchquerten. Sie legten in Marseille an, fuhren dann mit dem Zug nach Paris und von dort in ihr Camp, wo sie am 18. Mai ankamen. An der WM bestritten sie dann nur ein einziges Spiel.

Zwei Fussballspieler stehen nebeneinander.
Legende: Mo Heng Tan, der Torwart von Niederländisch-Indien, vor dem WM-Spiel gegen Ungarn. Die Auswahl von Niederländisch-Indien war der erste asiatische Vertreter an einer Weltmeisterschaft. Fifa TV


Indiens Barfuss-Mythos von der WM 1950: Lange hielt sich das Gerücht, Indien hätte die WM in Brasilien abgesagt, weil die Fifa das Barfussspielen verboten hatte. Tatsächlich waren eher die enormen Reisekosten und die geringe Bedeutung des Turniers für den indischen Verband ausschlaggebend.

Afrikas kollektiver Rückzug an der WM 1966: Alle afrikanischen Nationen boykottierten die WM in England gemeinsam, da die Fifa Afrika, Asien und Ozeanien nur einen einzigen gemeinsamen Startplatz vergab.

Mehrere Fussballspieler in roten Trikots auf einem Spielfeld vor einem Tor.
Legende: Ein Spiel ohne Gegner: 1973 trat Chile zu einer der denkwürdigsten Partien der Fussballgeschichte an. Youtube/RolfPorseryd

Die Geister-Qualifikation zur WM 1974: Die UdSSR weigerte sich aus Protest gegen das Pinochet-Regime, zum entscheidenden Qualifikationsspiel in Chile anzureisen. Chile trat symbolisch gegen einen nicht vorhandenen Gegner an, erzielte ein Tor und qualifizierte sich so für die WM in Deutschland 1974.

Person in blauer Jacke steigt in ein Auto ein.
Legende: Breel Embolo darf nach langem Warten am Freitag zur Nati an die WM fliegen. Keystone/GIAN EHRENZELLEr

Fehlende Reisegenehmigungen für die WM 2026: Wegen einer fehlenden Reisegenehmigung konnte der Schweizer Nationalspieler Breel Embolo während mehreren Tagen nicht in die USA reisen. Ähnliche Probleme bekundete auf ihrem Trip an die WM 2026 bereits die südafrikanische Delegation und musste ihre Abreise nach Nordamerika um einen Tag verschieben. Während alle Spieler ihre Visa erhielten, fehlten diese zunächst für vier Mitglieder des Betreuerstabs. Noch gar kein Visum für die USA hat wenige Tage vor Turnierstart offenbar die iranische Nationalmannschaft. Der Iran logiert in Mexiko, muss für die drei Gruppenspiele jedoch in die USA reisen.

SRF zwei, Sportflash, 02.06.2026, 20 Uhr ; 

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