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Eurovision Song Contest 2026 Spürhunde, das FBI und Spezialkräfte am ESC in Wien

Österreich hat ein Sicherheitsnetz über den ESC gespannt. Besucher und Besucherinnen müssen sich auf strenge Kontrollen einstellen.

Der Eurovision Song Contest steht auch in diesem Jahr unter besonders strengen Sicherheitsvorkehrungen. Um die Besucherinnen und Teilnehmer der Events zu schützen, hat die Polizei in Österreich umfangreiche Schutzmassnahmen getroffen: Täglich sind mehrere Hundert Polizisten und Sprengstoffspürhunde im Einsatz. Auch die Kräfte der Spezialeinheit Cobra, die wichtigste polizeiliche Sondereinheit in Österreich, werden mobilisiert.

Drei Polizeibeamte bei einer Pressekonferenz in Wien.
Legende: Georg Gassner, Landespolizeidirektion Wien, Dieter Csefan, Landespolizeivizepräsident und Xenia Zauner, Einsatzkommandantin der Polizei beim ESC (v.l.n.r.). Keystone / Helmut Fohringer

Grund für das Grossaufgebot sind geopolitische Spannungen, erwartete Proteste und mögliche Cyberangriffe. Für Letzteres arbeiten die österreichischen Behörden mit dem US-Geheimdienst FBI zusammen. In New York wird eine eigene Taskforce für die ESC-Woche bereitgehalten.

Bis zum Beginn der Veranstaltung werden wir Sicherheitsüberprüfungen von über 16'000 Personen durchgeführt haben.
Autor: Dieter Csefan Vizepräsident der Landespolizeidirektion Wien

Ein weiterer grosser Punkt im Sicherheitskonzept sei die Prävention, erklärt der Vizepräsident der Landespolizeidirektion in Wien, Dieter Csefan: «Bis zum Beginn der Veranstaltung werden wir Sicherheitsüberprüfungen von über 16'000 Personen durchgeführt haben, die in irgendeiner Form mit dem Eurovision Song Contest zu tun haben.»

Polizist mit Diensthund bei Gepäckkontrolle.
Legende: Grosskontrollen in Wien: Ein Sprengstoffspürhund untersucht Materialkisten in der Wiener Stadthalle. Dort finden die drei Liveshows statt. Keystone / Hans Klaus Techt

Die Stadthalle als Ort der Shows ist seit geraumer Zeit eine Hochsicherheitszone, vergleichbar mit einem Flughafen. Sprengstoffspürhunde waren und sind im Einsatz. Das Augenmerk der Polizei gilt auch den Garagen im Umfeld des Veranstaltungsorts. Autofahrer und Autofahrerinnen, die diese Garagen und Parkhäuser benutzen wollen, müssen mit Kontrollen rechnen.

Israels Teilnahme als Sicherheitsrisiko

Wie bereits 2024 in Malmö und 2025 in Basel sorgt auch beim diesjährigen Wettbewerb die ESC-Teilnahme Israels für Spannungen. Hintergrund ist der Gaza-Konflikt. Mehrere Länder boykottieren deshalb den ESC 2026 – darunter Spanien und Irland.

Demonstration mit Flaggen und Banner, Polizei im Vordergrund.
Legende: 2025 wurde in Basel gegen die Teilnahme Israels an dem Musikevent protestiert. Keystone / Peter Schneider

Die Polizei rechnet besonders am Finaltag mit Störaktionen. Eine Demonstration mit rund 3000 erwarteten Teilnehmenden aus dem propalästinensischen Umfeld sei angemeldet worden, so die Wiener Polizei.

Seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf israelische Bürger im Oktober 2023 gilt in Österreich die zweithöchste Sicherheitsstufe. Nach Angaben der Behörden gibt es jedoch keine konkreten Hinweise auf eine unmittelbare Terrorgefahr während des ESC in Wien.

Kurzeinschätzung von Daniel Glaus, SRF-Fachredaktor Extremismus

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Wie in vielen europäischen Städten ist die Bedrohungslage vielschichtig: Das Risiko von Terroranschlägen dürfte primär von islamistischen Tätern ausgehen – der Gerichtsprozess gegen einen jungen Mann, der 2024 die Taylor-Swift-Konzerte in Wien angreifen wollte, erinnert aktuell daran.

Besonders gefährdet sind die israelische Delegation sowie ihre Fans. Die Bedrohungslage für Jüdinnen und Juden hat sich in den letzten Monaten europaweit verschärft. Möglich seien auch Störaktionen oder gewaltbereite Demonstrierende.

Im sogenannten ESC-Village am Wiener Rathausplatz werden an den Showtagen bis zu 30'000 Menschen an den Public Viewings erwartet. Hier gilt: Besucherinnen und Besucher dürfen keine Taschen mitbringen.

Wann und wo läuft der ESC 2026?

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Die beiden Halbfinal-Shows des Eurovision Song Contest 2026 werden am Dienstag, 12. Mai und am Donnerstag, 14. Mai, live um 21.00 Uhr auf SRF 2 übertragen.

Vor dem ersten Halbfinale zeigt SRF eine Pre-Show mit Michel Birri und Sandra Studer.

Das grosse Finale läuft am Samstag, 16. Mai, um 21.00 Uhr live auf SRF 1.

Alle drei Shows können Sie auch im Liveticker in der SRF News App verfolgen.

SRF 1, Tagesschau, 6.5.2026, 19:30 Uhr ; 

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