Der Eurovision Song Contest steht auch in diesem Jahr unter besonders strengen Sicherheitsvorkehrungen. Um die Besucherinnen und Teilnehmer der Events zu schützen, hat die Polizei in Österreich umfangreiche Schutzmassnahmen getroffen: Täglich sind mehrere Hundert Polizisten und Sprengstoffspürhunde im Einsatz. Auch die Kräfte der Spezialeinheit Cobra, die wichtigste polizeiliche Sondereinheit in Österreich, werden mobilisiert.
Grund für das Grossaufgebot sind geopolitische Spannungen, erwartete Proteste und mögliche Cyberangriffe. Für Letzteres arbeiten die österreichischen Behörden mit dem US-Geheimdienst FBI zusammen. In New York wird eine eigene Taskforce für die ESC-Woche bereitgehalten.
Bis zum Beginn der Veranstaltung werden wir Sicherheitsüberprüfungen von über 16'000 Personen durchgeführt haben.
Ein weiterer grosser Punkt im Sicherheitskonzept sei die Prävention, erklärt der Vizepräsident der Landespolizeidirektion in Wien, Dieter Csefan: «Bis zum Beginn der Veranstaltung werden wir Sicherheitsüberprüfungen von über 16'000 Personen durchgeführt haben, die in irgendeiner Form mit dem Eurovision Song Contest zu tun haben.»
Die Stadthalle als Ort der Shows ist seit geraumer Zeit eine Hochsicherheitszone, vergleichbar mit einem Flughafen. Sprengstoffspürhunde waren und sind im Einsatz. Das Augenmerk der Polizei gilt auch den Garagen im Umfeld des Veranstaltungsorts. Autofahrer und Autofahrerinnen, die diese Garagen und Parkhäuser benutzen wollen, müssen mit Kontrollen rechnen.
Israels Teilnahme als Sicherheitsrisiko
Wie bereits 2024 in Malmö und 2025 in Basel sorgt auch beim diesjährigen Wettbewerb die ESC-Teilnahme Israels für Spannungen. Hintergrund ist der Gaza-Konflikt. Mehrere Länder boykottieren deshalb den ESC 2026 – darunter Spanien und Irland.
Die Polizei rechnet besonders am Finaltag mit Störaktionen. Eine Demonstration mit rund 3000 erwarteten Teilnehmenden aus dem propalästinensischen Umfeld sei angemeldet worden, so die Wiener Polizei.
Seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf israelische Bürger im Oktober 2023 gilt in Österreich die zweithöchste Sicherheitsstufe. Nach Angaben der Behörden gibt es jedoch keine konkreten Hinweise auf eine unmittelbare Terrorgefahr während des ESC in Wien.
Im sogenannten ESC-Village am Wiener Rathausplatz werden an den Showtagen bis zu 30'000 Menschen an den Public Viewings erwartet. Hier gilt: Besucherinnen und Besucher dürfen keine Taschen mitbringen.