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Fifa-Chef mit Rundumschlag Infantino rechnet auf Instagram mit seinen Kritikern ab

Eine Woche nach dem WM-Final verteidigt Gianni Infantino die Fifa auf Instagram – und greift seine Kritiker scharf an.

Eine Woche nach dem WM-Final meldet sich Gianni Infantino mit einer langen Abrechnung zu Wort. In einem 15-teiligen Instagram-Beitrag weist der Fifa-Präsident die Kritik am Turnier zurück – und greift Medien und andere Kritiker scharf an.

«Unsere Welt braucht Liebe, keinen Hass. Toleranz, keine Spaltung», schreibt Infantino. Während Kritiker «Hass und falsche Gerüchte» verbreiteten, habe die Fifa gemeinsam mit Kanada, Mexiko und den USA das «grösste Ereignis der Welt» organisiert. Die WM sei die «herausragendste Fifa-Weltmeisterschaft» gewesen.

Diese Kontroversen begleiteten die WM

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Zu den grössten Streitpunkten gehörten Einreise- und Visaprobleme. Dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan wurde kurz vor dem Turnier die Einreise in die USA verweigert. Auch Fans und Offizielle einzelner Länder waren von Einschränkungen betroffen. Iranische Spieler beklagten zudem eine ungerechte Behandlung in den USA. Infantino stellt diesen Fällen die Millionen erteilten Visa gegenüber.

Für besonders viel Kritik sorgte der Fall Folarin Balogun. Der US-Stürmer war nach einer roten Karte gesperrt worden. Die Fifa hob die Sperre später auf, nachdem US-Präsident Donald Trump Infantino angerufen hatte. Das löste Vorwürfe politischer Einflussnahme auf einen sportlichen Entscheid aus.

Auch die Nähe Infantinos zu Donald Trump sorgte während der WM immer wieder für Kritik. Hinzu kamen Beschwerden über hohe Ticketpreise.

Infantino stellt der Kritik seine eigene Bilanz gegenüber: Nach Fifa-Angaben besuchten rund sieben Millionen Menschen aus mehr als 200 Ländern die Spiele in 16 Städten. Milliarden hätten das Turnier weltweit verfolgt. Es habe «keine Zwischenfälle, keine Feindseligkeiten, keine Gewalt» gegeben, schreibt Infantino.

Als Beleg für die verbindende Kraft des Fussballs nennt Infantino die Einreise der iranischen Nationalmannschaft in die USA trotz der politischen Spannungen zwischen beiden Ländern sowie die Erteilung von Visa an Millionen Fans. «Im Fussball geht es um Zusammenhalt, nicht um Spaltung.»

Auch umstrittene Schiedsrichter- und Disziplinarentscheide verteidigt der 56-Jährige. Fehler bei Karten oder spätere Korrekturen von Sperren gebe es auch in den grössten Fussballligen der Welt und würden dort akzeptiert. Es sei deshalb «merkwürdig», wenn Vertreter solcher Länder die Fifa kritisierten.

«Meditieren oder beten»

Zum Schluss richtet Infantino einen persönlichen Rat an seine Kritiker. Sie sollten sich Zeit nehmen, «zu meditieren, zu beten oder ein Fussballspiel zu schauen», statt ihre Energie mit Hass zu verschwenden. Die WM habe aus seiner Sicht «das Beste der Menschheit» gezeigt.

Mann im Anzug mit Glatze vor buntem Hintergrund.
Legende: Gianni Infantino steht nach der WM selbst unter Druck: Der Schweizerische Fussballverband will seine bereits zugesagte Unterstützung für eine Wiederwahl nochmals prüfen. Getty Images / Win McNamee

Der Rundumschlag fällt in eine Phase, in der Infantinos Amtsführung auch in der Schweiz wieder diskutiert wird. Der Schweizerische Fussballverband hatte seine Unterstützung für seine Wiederwahl bereits zugesichert. Nach den WM-Kontroversen will er diese Haltung nochmals prüfen und das Gespräch mit Infantino suchen.

Auch andere Verbände hatten während des Turniers Kritik geäussert – der Deutsche Fussball-Bund stellte kein Unterstützungsschreiben für Infantinos Wiederwahl aus.

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SRF 4 Nachrichten, 20.07.26, 13 Uhr

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