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Überleben in der Krise Schweizer Prepper bereiten sich auf die Katastrophe vor

Durch den Krieg in der Ukraine und die Corona-Pandemie haben sie Hochkonjunktur: Prepper. Das sind Menschen, die sich prophylaktisch auf jegliche Art von Katastrophen vorbereiten. Sie horten Lebensmittel, bauen Schutzräume und trainieren in Survival-Kursen.

Gerüstet sein für den Katastrophenfall, egal ob Stromausfall, Naturkatastrophen oder ein Kriegseintritt: Immer mehr Menschen in der Schweiz wollen für eine Krise gewappnet sein. Und dafür machen sie so einiges. Vor allem die Nachfrage nach Notvorrat sei während der Corona-Pandemie und nun nach dem Kriegsbeginn explodiert, sagt Reto Schätti von der Firma «SicherSatt». Das Unternehmen, welches sich auf den Verkauf von Notvorräten spezialisiert hat, habe die Verkäufe in den letzten Monaten vervielfacht.

Prepping für die Krise

Auch die Nachfrage nach Survival-Kursen steigt stetig. Gion Saluz bietet diese seit knapp zehn Jahren an und bestätigt den Trend. Einer seiner Kurse wendet sich explizit an Personen, die sich für das Überstehen einer Krise interessieren.

Dabei seien die Mitmenschen für ihn die grösste Gefahr, sagt Saluz: «Ein Stromausfall oder eine Naturkatastrophe können nach einer gewissen Zeit behoben werden. In der Bevölkerung kann es jedoch schnell zu Unruhen oder Plünderungen kommen.»

Teilnehmer des Kurses trainieren mit ihrem Notfall-Gepäck für einen möglichen Ernstfall.
Legende: Teilnehmer des Kurses «Überleben in der Krise» trainieren mit ihrem Notfall-Gepäck für einen möglichen Ernstfall. SRF

Im Kurs lernen die Teilnehmenden unter anderem, was in ein Fluchtgepäck gehört oder wie man von Mitmenschen unentdeckt durch die Wälder ziehen kann.

Das gehört gemäss Bund in den Notvorrat

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  • Neun Liter Wasser (ein Sixpack) pro Person und weitere Getränke
  • Lebensmittel für rund eine Woche; zum Beispiel Reis, Teigwaren, Öl, Fertiggerichte, Salz, Zucker, Kaffee, Tee, Dörrfrüchte, Müesli, Zwieback, Schokolade, UHT-Milch, Hartkäse, Trockenfleisch, Konserven
  • Batteriebetriebenes Radio, Taschenlampe, Ersatzbatterien
  • Kerzen, Streichhölzer/Feuerzeug, Gaskocher
  • Regelmässig benötigte Hygieneartikel und Arzneimittel, etwas Bargeld, Futter für Haustiere

Quelle:
Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL)

Timon bezeichnet sich selbst als Prepper. Er baut sich zurzeit seinen «Safe Space», seinen Rückzugsort im Nirgendwo in der Ostschweiz auf. Wo genau, will er nicht öffentlich sagen. Denn jeder, der davon weiss, sei im Notfall eine mögliche Gefahr.

Timon beim Interview
Legende: Timon sagt, dass er dank seiner Vorräte gut zwei Monate zu dritt überleben könnte. SRF

Timon hortet hier in Fässern kiloweise Reis, Teigwaren und über 100 Liter Treibstoff. Sein Ziel ist es, möglichst autark zu leben. Dafür baut er in seinem Garten verschiedene Gemüsesorten an und hat einen eigenen Brunnen mit Quellwasser. «Im Notfall könnte ich hier mit zwei weiteren Personen rund zwei Monate überleben», sagt Timon.

Damit er noch länger unabhängig leben könnte, macht er zurzeit seinen Jagdschein. Den Zusammenbruch der Stromversorgung oder der Weltwirtschaft sieht Timon als die grössten Gefahren. Dank seinem «Safe Space» hofft er, dass er in einem solchen Fall der Zivilgesellschaft etwas aus dem Weg gehen könnte.

Das sind Prepper

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Das Wort «Prepper» leitet sich vom Englischen «to be prepared» ab und bezeichnet Personen, die sich auf verschiedene Arten von Katastrophen vorbereiten. Das machen sie, in dem sie beispielsweise Lebensmittel, Werkzeuge und Waffen horten oder Schutzbauten errichten. Ausserdem werden Fähigkeiten in den Bereichen Erste Hilfe, Survival, körperliche Fitness und Selbstverteidigung trainiert.

Wie realistisch sind solche Szenarien wirklich? Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen schreibt auf Anfrage von SRF, dass das Risiko einer Strommangellage real und gross sei: «Der Ukraine-Krieg ist ein Gamechanger und hat ganz Europa in eine Energiekrise katapultiert.» Privaten Haushalten würde der Strom aber erst in einem letzten Schritt für ein paar Stunden am Tag abgestellt werden.

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung schreibt, dass der vom Bund vorgegebene Notvorrat gut reichen sollte. Denn es gehe nicht darum, eine längere Krise zu überstehen, sondern kurze Versorgungsengpässe zu überbrücken.

«SRF Impact»

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Sie sehen das Logo von SRF Impact.
Legende: SRF

So verrückt und vielschichtig sie auch ist, wir wollen die Welt verstehen und schauen hin. Dafür machen wir Reportagen und zeigen, was echt passiert. Unsere Hosts Amila Redzic, Livio Carlin und Michelle Feer nehmen dich mit. Gib dir Deep Dive, Zweifel und Lichtblicke.

Alle Folgen «SRF Impact» sind auf Play SRF.

SRF3, 04.08.2022, 10:45 Uhr

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69 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, wir bedanken uns für die interessante Diskussion und schliessen die Kommentare für heute. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Michael Henke  (mhzh)
    "Damit er noch länger unabhängig leben könnte, macht er zurzeit seinen Jagdschein". Alsob man nach der zivilisationszusammenbruch einen jagdschein braucht.
    1. Antwort von Hans Peter Aeberli  (Byron)
      @mhzh: also eine "Jagdberechtigung" (so heisst das Ding glaub ich in der CH) wird nach der Apokalypse wohl tatsächlich kaum mehr kontrolliert werden. Aber das Wissen wie man das Beutetier professionell er- und zerlegt gehört natürlich auch zur Jägerausbildung. Wobei z.B. ich mit meinen bescheidenen (militärischen) Schiesskünsten wohl vegetarisch oder vegan "preppen" müsste um nicht elendiglich zu verhungern ;-)
  • Kommentar von Beat Heuberger  (Beat Heuberger)
    Da scheinen mir enorme Zukunftsängste am Werk zu sein. Bisserl agitatismus und realitätsverlust auch. Ich war auch mal so. Als Kind. Stichwort Baumhütte.